Joni Mitchell

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Joni Mitchell
Joni Mitchell 1974
Joni Mitchell 1974
Herkunft: Fort Macleod, Alberta, Kanada
Geboren: 7. November 1943 (75 Jahre)
als Roberta Joan Anderson
Aktiver Zeitraum: seit 1968
Genres: Singer/Songwriter, Folk, Art Rock, Jazz
Instrumente: Gesang, Klavier, Gitarre
Labels: Reprise Records, Asylum Records, Geffen Records, Nonesuch
Homepage: jonimitchell.com

Joni Mitchell ist eine kanadische Musikerin und eine der populärsten und bedeutendsten Singer/Songwriter aus der Anfangszeit des Genres.

Biographie

Die Kanadierin Joni Mitchell wird als eine der bedeutendsten Songwriterinnen des 20. Jahrhunderts gesehen. Diesen Ruhm erarbeitete sie sich vor allem in den späten 60er und den 70er Jahren, als sie als Teil der kalifornischen Musikszene legendäre Songs wie Big Yellow Taxi oder Woodstock (das sie der Legende nach mit Gipsbein am Fernseher komponierte, während ein Bericht über das nämliche Musikfestival lief, bei dem sie eigentlich auch hätte auftreten sollen, durch ihre Verletzung aber verhindert war) schrieb. Zuvor hatte Mitchell unter anderem die Stationen Alberta, New York und Florida als Singer-Songwriterin abgeklappert, bis sie 1967 im sonnigen Südstaat von David Crosby (u.a. The Byrds, später Crosby, Stills & Nash) entdeckt wurde. Als ihr von Crosby produziertes Debütalbum "Song to a Seagull" mit reduzierten Folknummern 1968 erschien, hatten Joni Mitchells Songs bereits durch andere Interpreten Erfolg gehabt – ein Umstand, der für ihre Karriere typisch bleiben sollte. Von ihrem zweiten Album "Clouds" (1969) an bis zum Nummer-2-Hit "Court and Spark" (1974) sollte Joni Mitchell eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Folk- und Songwriter-Szene der 70er Jahre sein – obwohl sie sich zwischendurch die Freiheit nahm, ein Jahr lang von der Bildfläche zu verschwinden und nur zu malen.

Nach dem 1975er Live-Album "Miles of Aisles" beschloss die Sängerin, sich musikalisch neu zu orientieren. Ihr achtes Studioalbum "The Hissing of Summer Lawns" beinhaltete dann auch erstmals die Mischung aus Pop, Jazz und Folk, für das Joni Mitchell fortan bekannt sein sollte. Medien und Publikum goutierten diesen neuen Weg mit gemischten Gefühlen, und obwohl kein wirklicher Einbruch in den Verkaufszahlen stattfand, wurden die späteren 70er-Alben der Sängerin – unter ihnen das Konzept-Doppelalbum "Don Juan's Reckless Daughter" von 1977 sowie eine Kollaboration mit der Jazz-Größe Charles Mingus – stets gesondert vom "klassischen" Mitchell-Sound beurteilt. Dieser Trend setzte sich in den 80er Jahren fort, wobei die Experimente nun eher in die elektronische Richtung gingen und im Nachhinein von Joni Mitchell selbst als weniger gelungen betrachtet wurden.

In den 90er Jahren wandte sich Joni Mitchell dann wieder den Anfängen ihrer musikalischen Entwicklung zu und veröffentlichte die reduziert arrangierten Alben "Turbulent Indigo" (1994) und "Taming the Tiger" (1998), deren Releases mit Touren mit u.a. Bob Dylan begleitet wurden. Gegen Ende des Jahrzehnts allerdings begann Mitchells Stimme sich zu verschlechtern, was zum Teil an ihrem jahrzehntelangen Kettenrauchen gelegen haben dürfte. Die Alben von Joni Mitchell, die bisher im neuen Jahrtausend erschienen sind, zeichnen sich daher durch geringe Modulation und Mitchells heiser gewordene Stimme aus, was von der Kritik aber durchaus positiv gewürdigt wurde. Ihr jüngstes Album "Shine" von 2007 erschien auf dem Label Hear Music der Kaffeehauskette Starbucks, was laut Aussage der Sängerin ihrem Wunsch nach künstlerischer Freiheit von der korrupten Musikindustrie entspreche.

Die jüngste Ehrung erhielt Joni Mitchell bei den Grammy Awards 2008, bei denen das Mitchell-Tribute-Album "River: The Joni Letters" des Jazz-Pianisten Herbie Hancock mit einem der begehrten Preise ausgezeichnet wurde. Joni Mitchell selbst erhielt eine Trophäe für ihren Instrumental-Song One Week Last Summer.

Solo-Diskographie

  • 1968 Song to a Seagull
  • 1969 Clouds
  • 1970 Ladies of the Canyon
  • 1971 Blue
  • 1972 For the Roses
  • 1974 Court and Spark
  • 1974 Miles of Aisles (Live-LP)
  • 1975 The Hissing of Summer Lawns
  • 1976 Hejira
  • 1977 Don Juan's Reckless Daughter
  • 1979 Mingus
  • 1980 Shadows and Light
  • 1982 Wild Things Run Fast
  • 1985 Dog Eat Dog
  • 1988 Chalk Mark in a Rain Storm
  • 1991 Night Ride Home
  • 1994 Turbulent Indigo
  • 1998 Taming the Tiger
  • 2000 Both Sides Now
  • 2002 Travelogue
  • 2007 Shine

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F NOR
1968 Song to a Seagull 189
1969 Clouds 31
1970 Ladies of the Canyon 8 27
1971 Blue 3 15 24
1973 For the Roses 11
1974 Court and Spark 14 2 18
1975 Miles of Aisles 34 2
1975 The Hissing Of Summer Lawns 14 4
1976 Hejira 11 13
1978 Don Juan's Reckless Daughter 20 25
1979 Mingus 24 17 48
1980 Shadows and Light 38 25
1982 Wild Things Run Fast 32 25 50 14
1985 Dog Eat Dog 63 27
1988 Chalk Mark in a Rain Storm 26 45 37
1991 Night Ride Home 25 41 43
1994 Turbulent Indigo 47
1996 Hits 161
1998 Taming the Tiger 79 75 25
2000 Both Sides Now 63 66 20
2004 Dreamland 177 21
2007 Shine 36 14 100 25 44 103 10
Singles
1970 Big Yellow Taxi 11 67
1971 Carey 93
1973 Turn Me On, I'm a Radio 25
1974 Free Man in Paris 22
1974 Help Me 7
1974 Raised on Robbery 63
1975 Big Yellow Taxi 24
1976 In France They Kiss on Main Street 66
1982 (You're So Square) Baby I Don't Care 47
1985 Good Friends 85

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts
NME Spex Musikexpress
1974 Court And Spark 17
1975 The Hissing Of Summer Lawns 9
1976 Hejira 17
1980 Shadows and Light 46
1988 Chalk Mark in a Rain Storm 7
1998 Taming the Tiger 49

All-Time-Charts

Blue
Court and Spark
The Hissing of Summer Lawns
Hejira

Trivia

  • 2003 wurde Joni Mitchell vom US-amerikanischen Rolling Stone auf Platz 72 der besten Gitarristen aller Zeiten gewählt und war damit die höchstplatzierte Frau auf besagter Liste.

Referenzbands

Weblinks