John Paul Jones

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John Paul Jones
John Paul Jones mit Them Crooked Vultures
John Paul Jones mit Them Crooked Vultures
Herkunft: Sidcup, England
Geboren: 3. Januar 1946 (71 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1960
Genres: Bluesrock, Hardrock, Alternative Rock
Instrumente: Bass, Tasteninstrumente
Labels: Pye Records
Atlantic
Swan Song
Discipline Global Mobile
Homepage: JohnPaulJones.com
Bands:
The Yardbirds
Led Zeppelin
Them Crooked Vultures

John Paul Jones war in den 1960er Jahren einer der versiertesten englischen Studiomusiker, bevor er als Bassist und Multiinstrumentalist von Led Zeppelin zu Weltruhm aufstieg. Er hat seitdem mit so unterschiedlichen Künstlern wie den Butthole Surfers und Diamanda Galas zusammengearbeitet und ist seit 2009 Mitglied der Alternative-Supergruppe Them Crooked Vultures, zu der auch noch Foo Fighters-Chef Dave Grohl und Queens of the Stone Age-Bandkopf Josh Homme gehören.

Biographie

Er war der stillste der Hardrock-Potenzprotze von Led Zeppelin und gleichzeitig derjenige, der nach Auflösung der Über-Band am Ehesten und Ausdauerndsten Inspiration außerhalb des Blues- und Classic Rock-Zirkels suchte: John Baldwin, besser bekannt als John Paul Jones. Geboren 1946 in Kent, war er schon im Grundschulalter mit kaum etwas anderem als Musik beschäftigt und wurde schon mit vierzehn Jahren Organist und Chorleiter in der Kirche (!). Das Instrument, das ihm später trotz seiner Expertise auf den unterschiedlichsten Klangerzeugungsmitteln am nächsten lag – der elektrische Bass – entdeckte John mit sechzehn Jahren im Jahr 1962, im selben Alter, als er an Mitglieder der seinerzeit immens erfolgreichen Instrumental-Band The Shadows geriet und beinahe deren fester Bassist geworden wäre. Tony Meehan, Schlagzeuger der Shadows, war aber von Jones dennoch so beeindruckt, dass er ihn an die Plattenfirma Decca als Sessionmusiker empfahl. Von da an nahm John Paul Jones – wie er sich nun nannte – an verschiedenen Instrumenten sowie als Arrangeur an Hunderten von Aufnahmen für Stars wie The Rolling Stones, Rod Stewart, Donovan, Tom Jones und Shirley Bassey teil, wobei er desöfteren gemeinsame Sessions mit Gitarrist Jimmy Page – unter anderem für dessen Band The Yardbirds – bestritt. 1964 veröffentlichte er zudem seine erste Solo-Single mit den Titeln Baja und A Foggy Day in Vietnam (das letzte Lied hatte Lee Hazlewood für ihn komponiert). Allerdings forderte die nahezu pausenlose Studioarbeit mit der Zeit ihren Tribut, und 1968 war Jones aus gesundheitlichen Gründen kurz davor, die Musik aufzugeben.

Im selben Jahr hatten sich auch Jimmy Pages Yardbirds nahezu aufgelöst, und für die runderneuerten The New Yardbirds suchte der Gitarrist nun neue Mitstreiter. Als Jones, der nach all der Auftragsarbeit darauf brannte, seine eigenen Ideen umzusetzen, davon hörte, dass nach den Zusagen der Birminghamer Newcomer Robert Plant (Gesang) und John Bonham (Schlagzeug) von der Band of Joy Page noch ein Bassist fehlte, fragte er den Gitarristen, der sofort begeistert zustimmte. Aus den New Yardbirds wurden rasch Led Zeppelin, die dank Pages und Jones' jahrelanger Erfahrung wenig Ermunterung brauchten, um neue Dinge im Studio auszuprobieren und effektiv umzusetzen. Jones zeichnete für zahlreiche Arrangements, Basslines und Studioexperimente verantwortlich und formierte mit "Bonzo" Bonham eine kraftvolle Rhythmussektion. Daneben spielte er häufig auch Tasten- und andere Instrumente und erweiterte so das Klangbild der Proto-Metaller um zahlreiche Facetten. Dafür hielt sich der stille Bassist aus dem Rampenlicht, das er nur zu gern den feierwütigen Page, Plant und Bonham überließ, um dabei aber "ebensoviel Spaß, nur diskreter" zu haben. Um 1973 herum, als die Band bereits Millionen von Platten verkauft hatte und mit ihren Konzerten spielend die größten Stadien füllte, fühlte sich Jones jedoch erneut von der Last des Erfolgs erdrückt und drohte, Led Zeppelin zu verlassen, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Der um den Fortbestand seiner Goldjungs fürchtende Zep-Manager Peter Grant schaffte es jedoch, den Bassisten durch eine Entzerrung des Tourplans von seinem Entschluss abzubringen. Seinen größten kreativen Anteil an einem Zeppelin-Album verwirklichte John Paul Jones mit der letzten Studio-LP der Gruppe, "In Through the Out Door" von 1979, worauf er den Bandsound durch extensive Synthesizer-Einsätze stark prägte. (Dies konnte als Revanche für das gitarrenlastige Vorgängeralbum "Presence" von 1976 gesehen werden, an dem Jones fast gar keinen Anteil am Songwriting gehabt hatte.) Kurze Zeit später allerdings fand die erste Existenzphase von Led Zeppelin ihr jähes Ende, als John Bonham im September 1980 nach einem Trinkexzess an seinem Erbrochenen erstickte.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten kollaborierte John Paul Jones mit einer Vielzahl von anderen Künstlern, wagte sich dabei aber deutlich mehr an aktuelle musikalische Trends als etwa der zur kreativen Inzucht mit alten Weggefährten neigende Jimmy Page. Lediglich bei den einmaligen Quasi-Led Zeppelin-Reunions anlässlich von Live Aid 1985 und zum vierzigjährigen Jubiläum von Atlantic Records 1988 nebst Robert Plants Just-for-fun-Combo The Honeydrippers arbeitete Jones wieder mit seinen Ex-Bandkollegen zusammen; ansonsten waren mit REM, Jars of Clay, Peter Gabriel und The Mission nebst vielen weiteren zahlreiche Acts aus dem aktuellen Rock- und Popgeschehen dabei. 1994 veröffentlichte zusammen er mit der Avantgarde-Sängerin Diamanda Galas das Album "The Sporting Life", nachdem er im Jahr zuvor ausgerechnet das Majordebüt "Independent Worm Saloon" der Drogen-Asis von den Butthole Surfers produziert hatte. John Paul Jones' Solodebütalbum erschien hingegen erst 1999 unter dem Titel "Zooma" und war eine rein instrumentale Angelegenheit, während sich der zurückhaltende Musiker auf dem Nachfolger "The Thunderthief" von 2001 erstmals auch hinter das Mikrofon wagte.

Auch in den 2000ern behielt Jones Anschluss an das aktuelle Rockgeschehen: 2004 produzierte er das zweite Album der Garage-Punk-Band The Datsuns, jammte mit Ben Harper und ?uestlove (The Roots) und teilte auch mit Sonic Youth die Bühne. Eine besondere Beziehung sollte sich zwischen Jones und den Foo Fighters entwickeln: 2005 spielte er bei zwei Stücken des fünften FF-Albums "In Your Honor" mit, womit er Foo-Frontmann und Zeppelin-Fanatiker Dave Grohl laut dessen Eigenaussage "das zweitbeste Erlebnis meines ganzen Lebens" bescherte. 2008 stand er mit den Alternative Rock-Superstars gemeinsam auf der Bühne, und im Jahr 2009 kam es dann zur Gründung jener denkwürdigen, Rock-Generationen umspannenden Supergroup namens Them Crooked Vultures: Ex-Kyuss- und Queens of the Stone Age-Chef Josh Homme sang und spielte Gitarre, Dave Grohl spielte Schlagzeug und John Paul Jones bediente den Bass. Das Debütalbum der Band wurde aufgrund des massiven Kultstatus der Beteiligten äußerst erfolgreich, eine zweite LP ist geplant. Aber auch die ewigen Zeppelin-Adepten bekamen Jones mit seiner wohl wichtigsten Band wieder live zu sehen, als Led Zeppelin in der Besetzung Page/Plant/Jones nebst Jason Bonham im Jahr 2007 in London endlich wieder die Bühne enterten. 2011 unterstützte Jones den amerikanischen Bluesmusiker Seasick Steve auf dessen Album "You Can't Teach an Old Dog New Tricks".

Solo-Diskographie

Referenzkünstler

Weblinks