John Bonham

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John Bonham
John "Bonzo" Bonham in den 1970ern
John "Bonzo" Bonham in den 1970ern
Herkunft: Redditch, England
Geboren: 31. Mai 1948
Gestorben: 25. September 1980 (32 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19621980
Genres: Hardrock, Bluesrock, Folkrock
Instrumente: Schlagzeug, Percussion
Labels: Atlantic, Swan Song
Homepage: JohnBonham.co.uk
Bands:
Band of Joy, Led Zeppelin

John "Bonzo" Bonham war der Schlagzeuger der Hardrock-Band Led Zeppelin. Durch sein innovatives, ebenso gefühl- wie kraftvolles Spiel, seine legendären Tourexzesse und sein unbändiges Temperament ist er zu dem wohl legendärsten Drummer aller Zeiten geworden, der bis heute regelmäßig von Umfragen in diesem Status bestätigt wird. John Bonham starb im September 1980 im Alter von 32 Jahren.

Biographie

Wer an "das Tier", den wilden, an sein Drumkit geketteten Puppenschlagzeuger aus der "Muppet Show" denkt, meint immer auch Bonzo. Unter diesem Namen wurde John Henry Bonham bereits früh in seiner Laufbahn als Drummer, die er schon im Vorschulalter begann, bekannt. Als Teenager von Jazz-Helden wie Buddy Rich, Big Bill Broonzy und Gene Krupa beeinflusst spielte Bonham bereits in zahlreichen Bands zwischen Worcestershire und Birmingham, während er nebenbei als Tischler und Lastkraftwagenfahrer arbeitete. In einer dieser Combos namens Band of Joy sang auch ein junger, talentierter Musiker namens Robert Plant, und als 1967 der amerikanische Sänger Tim Rose auf Englandtournee ging und Band of Joy seine Vorgruppe waren, bot er Bonham an, in seine eigene Band einzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt verbreitete sich die Kunde des höchst begabten Schlagzeugers, der allein aus dem Handgelenk einen stärkeren Punch ablieferte als andere Drummer mit vollem Bizepseinsatz, in rasend schneller Geschwindigkeit in der englischen Musikszene. Unter anderem waren auch Joe Cocker und Chris Farlowe daran interessiert, "Bonzo" anzuheuern, doch erhielt schließlich das neue Projekt des Studioveteranen und Erben der Überreste von The Yardbirds, Jimmy Page Bonhams Zusage (unter anderem, weil der ebenfalls bereits angeheuerte Robert Plant immer wieder Telegramme an Bonhams Stamm-Pub schickte). Somit hatten die New Yardbirds, zu denen neben Page, Plant und Bonham auch der ebenfalls sehr erfahrene Studiomusiker John Paul Jones gehörte, ihre Besetzung beisammen und gingen im Herbst 1968 auf Skandinavien-Tournee. Danach benannten sie sich in Led Zeppelin um und wurden zu Multimillionendollar-Hardrock-Stars.

Bonhams Schlagzeugspiel war neben Plants Stimme und Bühnencharisma, Pages innovativer Gitarren- und Studioarbeit sowie Jones' Arrangements und Sinn für prägnante Basslinien eines der zentralen Elemente im Led Zeppelin-Sound. Der ansonsten eher simpel gestrickte Drummer, der keinen derben Scherz oder Streich ausließ und dem Zeitgenossen das "Gemüt eines sechsjährigen Kindes im Körper eines Erwachsenen" zuschrieben, konnte im Studio und live voll in den Möglichkeiten seines Instruments aufgehen. Insbesondere in der Rhythmussektion mit Jones erarbeitete Bonham den typischen Zeppelin-Groove, der aber bei aller Power auch zahlreiche Feinheiten wie Tempiwechsel und unregelmäßig Takte beinhaltete. Außerdem – und hier stellt sich im erweiterten Indie-Kontext die Frage nach dem Wohl oder Weh – dürfte Bonham der Hauptverantwortliche für den Einzug des Schlagzeugsolos in die Rockmusik sein, denn was vorher lediglich Jazz-Jams vorbehalten war, wurde mit Led Zeppelin-Livegigs oder dem Quasi-Bonham-Solostück Moby Dick von "Led Zeppelin II" auch im Rock salonfähig. Neben seiner Haupttätigkeit für Led Zeppelin spielte "Bonzo" auch für andere Acts der 1970er wie Wings, Lulu und Screaming Lord Sutch. Hauptsächlich aber widmete er sich seiner Familie, mit der er auf dem Land einen Bauernhof (!) betrieb, sowie seiner Leidenschaft für klassische Rennwagen.

Am 24. September 1980 begab sich John Bonham zu den Proben für die geplante US-Tournee mit Led Zeppelin, welche die erste dieser Art seit 1977 werden sollte. Vor und während der Proben trank Bonham Dutzende Wodkas und wurde schließlich vom Tourmanager der Band auf ein Sofa gebracht, wo er einschlief. Am nächsten Morgen fanden ihn seine Bandkollegen tot auf; wie sich herausstellte, war Bonham an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Er wurde 32 Jahre alt.

Die geschockten Page, Plant und Jones sowie Manager Peter Grant erklärten nur wenige Tage nach "Bonzos" Tod Led Zeppelin für aufgelöst, obwohl die Presse noch große Namen wie Cozy Powell, Phil Collins oder Roger Taylor als Nachfolger ins Spiel gebracht hatte. Doch Bonham in seiner einmaligen Art war weder als Freund noch als Musiker zu ersetzen, und so endete die Karriere von Led Zeppelin im Herbst 1980. Page, Plant und Jones versuchten sich – mit jeweils unterschiedlichem Erfolg und Ambitionsgrad – an Solokarrieren, und vereinzelt kam es auch zu Led Zeppelin-Reunions, bei denen unter anderem Phil Collins "Bonzos" Platz einnahm. Letztlich dauerte es aber bis 2007, bis wieder ein Bonham im Zeppelin-Lineup vertreten war: Anlässlich des Todestags von Atlantic Records-Gründer Ahmet Ertegün am 10. Dezember 2007 vertrat John Bonhams Sohn Jason Bonham seinen Vater am Drumkit der Hardrock-Legende.

Der Einfluss John Bonhams auf das Rock-Schlagzeugspiel ist kaum zu überschätzen. Nahezu jeder auch nur entfernt Hardrock-affine Schlagzeuger – vom Bonzo-Devotee Dave Grohl über Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers bis zur ehrwürdigen Rolling Stones-Eminenz Charlie Watts – samt Musikpresse nennt fast ausnahmslos Bonham als den besten Schlagzeuger aller Zeiten. Am 25. September 2010, auf den Tag dreißig Jahre nach seinem Todestag, fand unter dem Titel "The Groove Remains the Same" (in Anlehnung an das Zeppelin-Stück The Song Remains the Same) ein Tribut-Konzert für John Bonham statt, bei dem unter anderem Chad Smith, Steven Adler (Guns N' Roses) und andere Schlagzeuger dem "Tier am Schlagzeug" huldigten.

Trivia

Referenzkünstler

Weblinks