Johann Sebastian Bach

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Johann Sebastian Bach (*1685 in Eisenach; †1750 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Orgelvirtuose der Barockzeit. Zu Lebzeiten für seine Genialität als Kantor und Organist bekannt, gerieten Bach und seine Kompositionen vorübergehend in Vergessenheit, bis sie Mitte des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt wurden. Seitdem gilt Bach als einer der größten und einflussreichsten Komponisten in der Musikgeschichte. Insbesondere seine Studien und Kompositionen zur „temperierten Stimmung“ (die maßgeblich zur Etablierung der heute üblichen Dur-Moll-Tonleiter beitrugen), zur Fuge, zur Kontrapunktik und zur Harmonielehre haben bis heute nachhaltige Wirkung.

Die Kunst der Fuge, 1962. Strikt Metrum, ein fundamentaler Punk oder Hardbopper. Metrum, Metrum und nochmal Metrum. Da stimmt eigentlich alles, jedenfalls bei den Klavierinterpretationen, die etwas später im Video kommen. Bei der Orgelinterpretation, und da hört man, dass er weniger Organist als Pianist ist, wirds über die Strecke manchmal ein wenig langweilig. Das betrifft besonders den Gallopp ab 2:45 und da ist es kein Wunder. Aber jetzt die Tondauern und warum viel Wert auf Portati gelegt werden sollte. Gould löst das, wie das gelöst wird. Wie das richtig ist, das zu lösen. Jeder Ton steht für sich. Bei der Anschlagstechnik, die er bei seinem Klavierlehrer Alberto Guerrero gelernt hat, geht es darum, die Fingerspitzen zu sensibilisieren, indem der spielende Finger mit einem Finger der anderen Hand heruntergedrückt und dann wieder losgelassen wird. Es soll dabei das Gefühl entstehen, dass die Tasten hochgezogen werden, wobei das Zurückfedern der Taste die zentrale Rolle spielt. Es geht also mehr ums Loslassen der Taste. Das macht auch Sinn, was die Tondauern der einzelnen Töne betrifft, was sein Spiel besonders auszeichnet, und so wird das ansatzweise auch in der Quelle Genie und Leidenschaft von Ruth Watson Henderson dargestellt, hier ist der betreffende Ausschnitt: [1] bei Youtube. Bei dieser Art des Tappings korrespondiert der Finger der anderen Hand, wenn er nach oben gezogen wird, das Ensemble nach oben zieht, mit dem Aufgewicht der jeweiligen Taste. Zudem kann bemerkt werden, dass Gould, besonders mit der Interpretation unten, ein besonderes Gleichmaß anstrebt und verwirklicht. Die Arpeggien und Verzierungen sind außerordentlich gleichmäßig ausgeführt und ebenso gleichmäßig in die Tempi eingepasst, so dass der Eindruck eines kontinuierlichen Flows bestätigt wird.

Und so kommt dann so etwas zustande ...

Zu Bachs bedeutendsten Werken zählen unter anderem die Matthäus- und Johannespassion, das Weihnachtsoratorium, die Brandenburgischen Konzerte und die Goldberg-Variationen, die besonders durch Glenn Gould bekannt wurden.

Der Einfluss Johann Sebastian Bachs auf die populäre Musik der Neuzeit reicht von den Interpretationen Jacques Loussiers und Walter Carlos' Switched-On Bach (Einspielungen mit Moog-Synthesizer) über Jazz-Musiker, wie Nina Simone, Dave Brubeck und Keith Jarrett bis hin zu Progressive-Rock-Bands der 1960er und 1970er, zum Beispiel Deep Purple, Ekseption und Procol Harum.

In der jüngeren Indie-Vergangenheit ist der Einfluss Bachs unter anderem bei Acts und Musikern wie die Fleet Foxes, M. Ward oder The Divine Comedy spürbar. Das gesamte Chamber-Pop-Genre, das Inspiration aus barock- und kammermusikalischer Instrumentierung und Komposition bezieht, steht ebenfalls zumindest indirekt unter dem Einfluss des Komponisten und Musikers aus Eisenach.

Weblinks

  • Artikel Johann Sebastian Bach [2] bei der de.wiki
  • Artikel Metrum (Musik) [3] bei der de.wiki