Jlin

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Jlin

Jerrilynn Patton (*1987) ist unter dem Pseudonym Jlin (sprich .en: J. Lin) bekannt geworden und kommt aus dem 40 Kilometer von Chicago entfernten Gary (Indiana, USA). Seit 2008 produziert sie Elektronische Tanzmusik, hauptsächlich Trap und Juke / Footwork auf Planet Mu.[1] 2011 erschien Erotic Heat, das 2014 für eine Modeshow verwendet wurde und einige Popularität erlangte. Das Debüt-Album Dark Energy aus dem Jahr 2015 wurde vom The Wire und The Quietus (hier die Liste) gleichermaßen zum besten Album des Jahres gekürt.[2] Nebenbei arbeitet Jerrilynn in einem Stahlwerk.[3] Als Kind waren ihre Lieblingssängerinnen Anita Baker, Rachelle Ferrell und Sade, Footwork hat sie nach eigenen Aussagen zuerst im Alter von vier Jahren im Jahr 1991 gehört.[4]

Musik

Die radikal-repetitiven Beats, die üblicherweise von einer Roland TR-808 stammen (und möglicherweise über einen Akai MPK 25 Keyboard- und Pad-Controller abgerufen oder gesteuert werden), sind oft auf überraschende Art und Weise verarbeitet und werden in andere Ereignisse transponiert oder teiltransponiert und dort weitergeführt. Auf diese Weise entstehen Takt-für-Takt-Kompositionen "polished from bar to bar":

"To simply slot Dark Energy’s 11 dizzying tracks as footwork is to do them a disservice. If anything, Patton's productions act as a speed ball of footwork and trap, as speedy as they are drugged. Extremes coexist within her music, as when the high-art samples of the orchestral and the operatic get low on "Black Ballet"."[5] Jenseits der „üblichen Vokalschnipsel“ ist ihre Musik weitgehend samplefrei.[6] Eine Zusammenarbeit gibt es mit der Komponistin Holly Herndon. "This album is wild. She absolutely refuses to settle into a groove and continually pushes tracks to new places. This method is definitely frustrating to a degree, but I dig it. Some of the craziest juke/footwork type stuff I have come across."[7]

Unknown Tongues von 2015 erinnert auf wunderbare Weise an den Abschluss der Rapsodie Espagnole von Maurice Ravel (Feria). Zum Vergleich: Daniel Barenboim – Rapsodie Espagnole (1907, 2014) [10] ab min. 19:08 bei Youtube.

2017 erscheint Black Origami mit Zusammenarbeiten mit William Basinski, Holly Herndon, Fawkes und Dope Saint Jude.[8] Auch wenn Black Origami sich vorsichtig in andere Bereiche neben dem Footwork tastet, bleibt das Tempo fast durchweg das gleiche, wie bereits auf Dark Energy, treibend und für Tanzmusik schnell. Ebenso vertrackt auch wieder die Rhythmen in verlängerten, verkürzten oder sonstwie drumiterierten Durchführungen rhythmischer oder aus Samples gewonnener Themen. Hatshepsut bedient sich zum Beispiel beim Keyboard von Human Resources Dominator von 1991.[9] Eine Entwicklung in Richtung eines weniger restriktiven Umgangs mit Samples kann erkannt werden. Jlin – Black Origami (2017) [11] bei Youtube. Bei Never Created, Never Destroyed vielleicht eine Referenz auf Missy Elliotts Work It von 2002. Insgesamt ist das Album ethnischer und orchestraler geworden, ohne dabei ins allzu Epische abzugleiten. Etwas mehr Beteiligung von Hallräumen ist ebenso zu hören.

Diskografie

Diskografie [12] bei Discogs

Einzelnachweise

  1. Artikel Trap music [1] bei der en.wiki
  2. Artikel Dark Energy (album) [2] bei der en.wiki
  3. Artikel Jlin [3] bei der en.wiki
  4. Im Pitchfork-Interview, s.u.
  5. Andy Beta – Never Scared: The Fearless Footwork of Jlin (2015) [4] bei Pitchfork
  6. Laurent Fintoni – "I create from a place that is the belly of the beast": Jlin unleashes her Dark Energy on footwork (2015) [5] plus Foto mit dem Akai MPK 25 beim FACT-Magazine, Samplefreiheit schein indes nicht programmatisch festgelegt, vgl. zum Beispiel das orchestrale Black Ballett (2015) [6] bei Youtube
  7. Kommentar [7] bei Discogs
  8. Annett Scheffel – JLIN. Black Origami (2017) [8] Review beim Musikexpress
  9. Human Resource – Dominator (1991) [9] bei Youtube

Weblinks

Musik

  • Profil [19] bei Youtube
  • Jerrilynn Patton – Instrumental by: Jlin (2011) [20] bei Youtube
  • Jlin – Jlin Footwork Presentation (2016) [21] Live set @ Decibel Festival bei Youtube

Links im Mai 2017.