Jimmy Page

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Jimmy Page
Jimmy Page in den 1970ern
Jimmy Page in den 1970ern
Herkunft: Heston, England
Geboren: 9. Januar 1944 (75 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1957
Genres: Bluesrock, Hardrock
Instrumente: Gitarre
Labels: Swan Song, Atlantic, Fontana, Mercury, Geffen
Homepage: JimmyPage.com
Bands:
The Yardbirds
Led Zeppelin
The Firm
The Honeydrippers
Page and Plant

Jimmy Page ist als Gitarrist, Songwriter und Produzent von Led Zeppelin zu einem der legendärsten Rockgitarristen aller Zeiten geworden und war zudem an einer großen Anzahl weiterer Projekte beteiligt.

Biographie

James Patrick Page wurde 1944 in Middlesex geboren und begann schon als Kind mit dem Gitarrenspiel. Seine großen Vorbilder kamen dabei mit Elvis Presley aus dem Rock'n'Roll, mit Bert Jansch aus dem Folk und mit Robert Johnson aus dem Blues, womit auch schon die späteren Haupteinflüsse des Musikers benannt wären. Ab etwa 1960 gab Page die Schule auf, um sich ganz dem Musikmachen zu widmen, und spielte unter anderem bereits als Teenager in der Band des damals angesagten Sängers Neil Christian. Später begann er ein Kunststudium in Surrey und jammte zu jener Zeit bereits mit anderen späteren Superstars wie Alexis Korner, Jeff Beck und Eric Clapton, von welchen er die letzten beiden später bei The Yardbirds wiedersehen sollte. Bis 1964 hatte Jimmy Page sich als versierter und gefragter Sessionmusiker etabliert und ist unter anderem auf Erfolgsplatten von The Who, The Kinks, The Rolling Stones und Marianne Faithfull zu hören.

Von den Yardbirds zu Led Zeppelin (19641968)

Nachdem die aufstrebende Rhythm and Blues-Band The Yardbirds bereits 1964 bei Page angeklopft hatte, um ihn als Nachfolger für den abgängigen Eric Clapton anzuheuern, hatte Page die Band zunächst an Jeff Beck verwiesen, nahm aber gelegentlich als Sessionmusiker an Aufnahmen der Gruppe teil. 1966 schließlich wurde Page dann offizielles Bandmitglied und lieferte sich legendäre Gitarrenduelle mit Beck, bis dieser im Herbst 1966 aus der Band geschmissen wurde. Während seiner verbliebenen Zeit bei den Yardbirds experimentierte Page mit Effekten wie der mit Cellobogen gespielten E-Gitarre sowie Feedback und Wah Wah. Den Yardbirds war allerdings kein kommerzieller Erfolg mehr beschieden, und als die Gründungsmitglieder Keith Relf und Jim McCarty die Band 1968 verließen, versuchte Jimmy Page zusammen mit Yardbirds-Bassist Chris Dreja ein neues Lineup unter dem Namen The New Yardbirds zusammenzuzimmern. Dazu holte er nach Absagen von u.a. Procol Harums Terry Reid den Sänger Robert Plant von Band of Joy in die Gruppe, der gleich noch seinen Bandkumpel John Bonham als Schlagzeuger mitbrachte, und mit Pages langjährigem Sessionkollegen John Paul Jones am Bass war das Lineup der Band komplett, die später unter dem Namen Led Zeppelin Millionen von Schallplatten verkaufen und zur größten Rockband der Siebziger werden sollte.

Die Jahre mit Led Zeppelin (19681980)

Während der Zeppelin-Jahre behauptete sich Jimmy Page trotz starken Inputs vor allem von Plant und Jones als kreativer, auf jeden Fall aber produktions- und studiotechnischer Kopf der Gruppe. Er experimentierte mit neuen Aufnahmeverfahren und Spieltechniken, und unter seiner Leitung nahmen Led Zeppelin wegweisende Alben vom Debütlongplayer über "Led Zeppelin IV" bis zu "Physical Graffiti" auf, die konstant unterschiedliche Stilrichtungen wie Blues, Folk, Psychedelic, Hardrock, Progressive Rock und Pop verarbeiteten. Insbesondere das Zusammenspiel zwischen Jimmy Page und Robert Plant machte das Sänger-Gitarristen-Duo zu einem der sprichwörtlichen Frontpaare der Rockgeschichte. Auch die extravaganten Bühnenoutfits sowie die legendären mehrhälsigen Gitarren wurden quasi zu festen Attributen des schmächtigen Musikers.

Nach durchwachsen rezipierten Led Zeppelin-Alben wie "Presence" oder "In Through the Out Door" deutete sich Ende der 1970er langsam die Frage nach der weiteren Relevanz der Megagruppe an. Das Schicksal war allerdings schneller als übellaunige Kritiker oder bandinterne Streitereien, denn am 24. September 1980 starb Drummer John Bonham, der an seinem eigenen Erbrochenen erstickte, nachdem er schon zum Frühstück wie üblich Unmengen von Alkohol in sich hineingeschüttet hatte. Die geschockten anderen Bandmitglieder, denen heftiger Drogengenuss gleichwohl keineswegs fremd war, gaben daraufhin das Ende von Led Zeppelin bekannt.

Solo- und andere Projekte (seit 1980)

In den nun folgenden 1980er Jahren versuchte sich Jimmy Page ähnlich wie Robert Plant an einer Solokarriere, begriff jedoch bald, dass dies einem Sänger deutlich leichter fallen musste als einem Gitarristen, dessen einziger Vokalbeitrag bei Led Zeppelin der Backgroundgesang bei Communication Breakdown gewesen war. Seine Soloalben beschränkten sich daher auf instrumentale Filmmusik (u.a. "Ein Mann sieht rot"), ansonsten suchte Page weiterhin den kreativen Austausch mit anderen Rocklegenden wie Mitgliedern von Yes und den Small Faces, und auch mit den alten Kollegen Jeff Beck und Eric Clapton jammte er gelegentlich. Mit dem vormaligen Free- und Bad Company-Sänger Paul Rodgers – heute als Freddie Mercury-Ersatz bei Queen in Lohn und Brot – formierte er 1984 eine richtige neue Band namens The Firm, die Mitte der Achtziger zwei Alben veröffentlichten. Das einzige echte Soloalbum von Jimmy Page erschien 1988 unter dem Titel "Outrider", wurde jedoch von Kritikern wie Plattenkäufern und schließlich sogar dem Künstler selbst als "all right" mildestmöglich abgefertigt.

Reunions mit Robert Plant und Led Zeppelin (seit 1984)

1984 kam es dann sogar wieder zu einer Quasi-Reunion des Led Zeppelin-Lineups, als sowohl Page als auch Jones Beiträge zu Robert Plants Bandprojekt The Honeydrippers leisteten. Auch bei anderen Anlässen wie Live Aid oder Plants Soloalbum "Now and Zen" fanden Page und Plant wieder zusammen, was 1994 schließlich in der gemeinsamen MTV-Unplugged-Session "No Quarter: Jimmy Page & Robert Plant UnLedded" gipfelte, bei der das Duo – unterstützt von diversen anderen Musikern sowie einem kompletten ägyptischen Symphonieorchester – alte Zeppelin-Hits und neue, Weltmusik-beeinflusste Stücke präsentierte. Der gleichnamigen CD folgten weitere gemeinsame Touren sowie 1998 ein Album namens "Walking Into Clarksdale" mit komplett neuem Page/Plant-Material. Eine vollständige Zeppelin-Reunion scheiterte jedoch immer wieder an verschiedenen Ursachen, bis endlich im Jahr 2007 Page, Plant und Jones – unterstützt von John Bonhams Sohn Jason am Schlagzeug – in der Londoner O² Arena als Led Zeppelin auftraten.

Des Weiteren kümmerte Jimmy Page sich in den 1990ern um das Remastern des kompletten Zeppelin-Backkatalogs, spielte zusammen mit den Black Crowes ein Livealbum mit Zeppelin-Songs ein, brachte 1993 ein platinveredeltes Album mit Plant-Lookalike David Coverdale von Whitesnake heraus, und auch die höchst fragwürdige Kollaboration mit Puff Daddy beim "Godzilla"-Soundtracktitel Come With Me (das auf dem Riff des Zeppelin-Klassikers Kashmir beruhte) soll hier nicht verschwiegen werden. Der übrigen Gastauftritte (u.a. mit den Foo Fighters und Pop-Chanteuse Leona Lewis) sind zu viele, um sie hier in extenso aufzulisten; mit der 2005 erfolgten Verleihung des "Order of the British Empire" ist Jimmy Page jedenfalls endgültig in jeglicher Art des gesellschaftlichen wie musikalischen Legendenstatus angekommen.

Diskographie

Im Folgenden finden sich die Alben der Projekte, an denen Jimmy Page nach dem Ende von Led Zeppelin beteiligt war.

Referenzkasten

Trivia

  • Jimmy Page interessiert sich seit jeher für Schwarze Magie und hat unter anderem auch das Anwesen von Aleister Crowley erworben.

Referenzkünstler

Weblinks