Jim Morrison

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Jim Morrison
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA
Geboren: 8. Dezember 1943
Gestorben: 3. Juli 1971
Aktiver Zeitraum: 1965-1971
Instrumente: Gesang
Labels: Elektra
Homepage: TheDoors.com
Bands:
The Doors

Jim Morrison war als Sänger und Lyriker von The Doors eine der stilprägendsten Personen der Rockgeschichte. Sein exzessiver Lebensstil, sein exaltiertes Auftreten auf und jenseits der Bühne sowie sein früher und legendenumwobener Tod mit nur 27 Jahren haben ihn zu einer Legende des Rock'n'Roll werden lassen.

Biographie

James Douglas Morrison war der Sohn eines US-Admirals und wurde in Florida geboren. Seinem autoritären Elternhaus entkommen, begann er 1961 mit dem Filmstudium in Tallahassee, Florida, und wechselte im Jahre 1964 an die UCLA nach Los Angeles. Dort bewegte er sich in Künstler- und Filmemacherkreisen und produzierte auch mehrere Filme selbst. In der Boheme-Szene von Venice Beach traf Morrison 1965 schließlich auf seine zukünftigen Bandkollegen Ray Manzarek (ebenfalls von der UCLA), John Densmore und Robbie Krieger, mit denen er die Gruppe The Doors ins Leben rief. Mit Morrison als deren mysteriöser, charismatischer Frontmann, der sich in enge Lederhosen kleidete und mit seinem wilden Haarschopf rasch ikonische Qualität erreichte, erhielten die Doors rasch einen Plattenvertrag, und in den Jahren 1967 bis 1971 entwickelte sich der "Lizard King" zu einem der Idole der Psychedelic-Bewegung. (Großen Einfluss auf diese Entwicklung hatte übrigens Jim Morrisons Namensvetter, der irische Psychedelic-Folksänger Van Morrison, mit dem die Doors in ihren frühen Tagen zusammen live spielten.) Morrison selbst allerdings verspottete die Hippies gerne und sah sich eher in der Tradition von Düsterromantikern wie William Blake, Arthur Rimbaud oder Charles Baudelaire. Er verfasste mehrere Bände mit Lyrik, von denen allerdings nur zwei noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden ("The Lords" und "The New Creatures", beide 1969), und sprach auch einige Sessions mit Gedichten auf Tonband, die ebenfalls früher oder später das Licht der Veröffentlichungswelt erblickten (u.a. auf "The Lost Paris Tapes" und dem posthumen Doors-Album "An American Prayer").

Wie viele Helden der Sechziger-Rockszene machte auch Jim Morrison gerne und reichlich Gebrauch von diversen Rauschmitteln, allen voran psychedelische Drogen, aber auch ganz profaner Alkohol. Ab 1969 begann dieser Lebensstil seinen Tribut einzufordern, was sich unter anderem in einem zunehmend provokativen Bühnengebahren samt darauffolgender Gerichtsurteile äußerte. Hinzu kam die stürmische Beziehung zu seiner Freundin und späteren Frau Patricia Morrison, welche die beiden (oder zumindest Jim) als offene Beziehung gedacht hatten, dadurch aber immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Unter anderem gehörten angeblich die Autorin Patricia Kenneally, Jefferson Airplane-Sängerin Grace Slick und die Velvet Underground-Muse Nico zu Morrisons Zusatz-Beziehungen.

Nach Beendigung der Aufnahmen für das fünfte Doors-Albums "L.A. Woman" setzte sich Jim Morrison im März 1971 gemeinsam mit Pamela Courson schließlich nach Paris ab, um sich dort seiner Poesie zu widmen. Der Aufenthalt sollte sein vorzeitiges Ende am 3. Juli 1971 finden, als Morrison von seiner Freundin tot in der Badewanne aufgefunden wurde. Wie es sich für einen Rock'n'Roll-Mythos gehört, bleiben die Umstände von Jim Morrisons Tod nebulös; es sollen aber Heroin, Alkohol und Morrisons angeborenes Asthma dabei eine Rolle gespielt haben. Pamela Courson selbst starb drei Jahre später ebenfalls an einer Überdosis. Jim Morrison wurde auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt, wo sich sein Grab zu einer wahren Pilgerstätte von Fans entwickelte, was im übrigen noch zu diversen Streitereien mit der Friedhofsverwaltung fühlte.

Das Erbe von Jim Morrison für die Popmusikkultur als solche kann kaum überschätzt werden. Auf jeden Fall setzte er Maßstäbe bei Texten, Habitus und Look des prototypischen Rock-Frontmannes. Durch die musikalische Verbindung von Rock, Blues und Psychedelic, verknüpft mit Spoken Word-Einlagen, wirkte er außerdem bei der Schaffung einer der Blaupausen von moderner Rockmusik mit, wie sie noch heute zahlreiche Bands beeinflusst. In seinem charismatischen, "dionysischen" Wesen und der Verkörperung des "Live fast, die young"-Prinzips bleibt Jim Morrison als einer der zeitlosen Interpreten des Rock-Pantheons im kulturellen Gedächtnis bestehen, wenn auch viele Bestandteile der Legende – wie unter anderem durch Oliver Stones Film über die Doors – den tatsächlichen Menschen Jim Morrison überstrahlen.

Solo-Diskographie

Literatur

  • 1969 The Lords and The New Creatures
  • 1970 An American Prayer
  • 1988 Wilderness: The Lost Writings of Jim Morrison
  • 1990 The American Night: The Writings of Jim Morrison

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts
NME
1978 An American Prayer 16

Referenzkasten

Trivia

  • Jim Morrison wurde mit dem The-Doors-Song „I Can’t See Your Face In My Mind“ von 1967 in die Liste 100 Great Voices des britischen Magazins Mojo gewählt (1994).

Referenzkünstler

Weblinks