Jerry Cantrell

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Jerry Cantrell
Jerry Cantrell
Jerry Cantrell
Herkunft: Tacoma, Washington, USA
Geboren: 18. März 1966 (53 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1987
Genres: Metal, Grunge
Instrumente: Gesang, Gitarre, Sitar
Labels: Columbia
Roadrunner
Homepage: JerryCantrell.com
Bands:
The Diamond Lie
Alice in Chains
Alice Mudgarden

Jerry Cantrell ist als Hauptsongwriter, Gitarrist und Sänger der einflussreichen Grunge-Band Alice in Chains bekannt geworden. Daneben verfolgt er auch eine Solokarriere und ist als Schauspieler in verschiedenen Filmen aufgetreten.

Biographie

Jerry Fulton Cantrell Jr war und ist das Mastermind hinter der erfolgreichen, wenn auch von Tragik überschatteten Karriere der Grunge-Band Alice in Chains. Nach einer einerseits von der Scheidung seiner Eltern überschatteten, andererseits durch die Freude an Musik (vor allem Country) und dem öffentlichen Auftreten begleiteten Kindheit begann der Gitarrist und Sänger Cantrell sich mit Anfang Zwanzig in der Musikszene von Seattle zu engagieren. Hier traf er auf den Bassisten Mike Starr, der ihm den Drummer Sean Kinney vorstellte, und die Drei formierten eine Sleazemetal-Gruppe namens The Diamond Lie. Cantrells Mitbewohner Layne Staley hatte seinerseits ein Funk-Projekt namens Sleze am Laufen, für das er Cantrell um Unterstützung bat und sich selbst als Mitglied für Diamond Lie anbot. Ergebnis dieser Zusammenarbeit war schließlich die Fusion der einzelnen Projekt in der gemeinsamen Band Alice in Chains, für die Jerry Cantrell sich bald als zentraler Songwriter, Gitarrist und zweiter Sänger erwies. Besonderen Reiz erlangte die Band durch das Zusammenwirken der Stimmen von Staley und Cantrell, wobei ersterer für die rauhen bis leicht gepressten Parts zwischen Singen und Schreien zuständig war und Cantrell mit seinem weniger aggressiven Gesang einen harmonischen Gegenpart bildete.

Mit Alice in Chains zeichnete Jerry Cantrell für die mit Gold und Platin ausgezeichneten Platten der Gruppe von "Facelift" über "Dirt" bis zum selbstbetitelten Album von 1995 verantwortlich, wobei er bis auf sehr wenige Ausnahmen an fast allen Stücken als Songwriter mit verantwortlich war. Im Gegensatz zu den immer wieder und immer stärker in die Drogenabhängigkeit abgleitenden Mike Starr (der deswegen 1993 auch vom cleanen Mike Inez ersetzt wurde) und Staley war Cantrell auch stets den harten Drogen ferngeblieben. 1996 trat er mit dem Stück Leave Me Alone für den Soundtrack des Films "Cable Guy", für das ihn Sean Kinney begleitete, auch erstmals als Solokünster in Erscheinung. Da sich damals schon abzeichnete, dass Alice in Chains aufgrund Layne Staleys immer schlechterem Gesundheitszustand und seinem Unwillen zu touren immer weniger einsatzbereit wurden, widmete Cantrell sich ab 1997 einerseits der Gelegenheitsschauspielerei (u.a. in Cameron Crowes Film "Jerry Maguire") und musikalisch zunächst eher widerwillig der Arbeit an einem Soloalbum. Dies erschien 1998 unter dem Titel "Boggy Depot" und war de facto ein Alice in Chains-Album ohne Layne Staley, da sowohl Sean Kinney als auch Mike Starr darauf zu hören waren. Dabei schien der Musiker auf den Geschmack am "Solo"-Arbeiten gekommen zu sein, da er unmittelbar nach Release des Debüts schon mit der Arbeit an einem Nachfolgealbum begann. Als Layne Staley 1999 sich jedoch noch ein letztes Mal bereit erklärte, mit seiner Stammband ins Studio zu gehen, unterbrach Cantrell die Arbeit an der Platte, um die Box-Set-Retrospektive "Music Bank" mit den neuen Songs Get Born Again und Died herauszubringen. Danach waren Alice in Chains wieder mehr oder weniger auf Halde gelegt worden, und während Kinney und Inez ein Projekt namens Spys4Darwin angingen, machte sich Cantrell an die Fertigstellung des ersten Teils von "Degradation Trip", seinem zweiten Soloalbum. Dieses – mit Hilfe von Robert Trujillo (Infectious Grooves, Metallica) und Mike "Puffy" Bordin (Faith No More) eingespielt – wurde ausgerechnet zu dem Zeitpunkt fertig, als Layne Staley im April 2002 seiner Drogensucht erlag, und der erschütterte Gitarrist widmete das Album seinem verstorbenen Freund und Bandkameraden. In Übereinkunft mit Kinney und Inez beschloss Jerry Cantrell, das Kapitel Alice in Chains abzuschließen.

"Degradation Trip" erschien um elf Songs erweitert im November 2002 erneut, danach widmete Cantrell sich verstärkt Kollaborationen mit anderen Bands und Künstlern, darunter Nickelback, Gov't Mule und Damageplan. Zusammen mit u.a. Billy Duffy von The Cult bildete Jerry Cantrell auch die Coverband Cardboard Vampires, die zum Vergnügen Songs von u.a. Led Zeppelin, Aerosmith oder Black Sabbath coverte und diverse Livedates an der US-Westküste spielte. Ein drittes Soloalbum des Gitarristen und Sängers war Mitte der 2000er ebenfalls in der Mache, doch kam dann das Schicksal in Form des Tsunamis in Südostasien dazwischen, der Weihnachten 2004 Hunderttausende Opfer forderte und Verwüstungen gigantischen Ausmaßes anrichtete. In Folge dessen beschloss Cantrell, Alice in Chains für ein Benefizkonzert zugunsten der Opfer wieder zusammenzubringen, und 2005 trat die Band mit wechselnden Gastvokalisten – darunter Maynard James Keenan von Tool, James Hetfield von Metallica oder Scott Weiland von den Stone Temple Pilots – dann auch live auf. Nun stellte sich aber angesichts der nach wie vor sehr guten kreativen und menschlichen Chemie zwischen Cantrell, Kinney und Inez die Frage, wie weiter verfahren werden sollte, denn eigentlich hatte der Chefsongwriter sich darauf festgelegt, dass Alice in Chains nur mit Layne Staley möglich gewesen sei (was auch ein nicht unbeträchtlicher Teil der nach wie vor vorhandenen Fans so sah). Nach langen Diskussionen und guten Erfahrungen mit dem Comes With the Fall-Sänger William Duvall wurde beschlossen, diesen offiziell als neues Mitglied von Alice in Chains aufzunehmen und ein neues Album aufzunehmen. Dieses erschien im Jahr 2009 unter dem Titel "Black Gives Way to Blue" und wurde songschreiberisch (und auch vom Leadgesang her) maßgeblich von Jerry Cantrell bestimmt. Die Platte setzte sich inhaltlich stark mit dem Verlust Layne Staleys, aber auch mit dem Wunsch und Willen zum Weiterleben und Weitermachen zusammen.

Zuletzt war Jerry Cantrell mit Alice in Chains auf der so genannten "Blackdiamondskye"-Tour unterwegs, an der auch die Deftones und Mastodon teilnahmen.

Solo-Diskographie

Kollaborationen

Kompilationsbeiträge

  • 1996 Leave Me Alone auf "Cable Guy (O.S.T.)"

Referenzkasten

  • Jerry Cantrell war auch Teil der One-Off-Grunge-Supergruppe Alice Mudgarden, die auf der Alice in Chains-EP "SAP" von 1992 im Song Right Turn zu hören ist.
  • Der von Cantrell geschriebene Song Rooster (auf "Dirt" von 1992) beschreibt die Erfahrungen seines Vaters im Vietnamkrieg. Das ebenfalls auf "Dirt" sowie dem Soundtrack zu Cameron Crowes Film "Singles" enthaltene Stück Would? hingegen ist dem 1990 an einer Heroin-Überdosis verstorbenen Malfunkshun- und Mother Love Bone-Sänger sowie Cantrell-Freund Andrew Wood gewidmet.

Weblinks