Hype (Begriff)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Der Dokumentarfilm von Doug Pray über die Grunge-Musikszene von Seattle trägt ebenfalls den Titel Hype!.

Von einem Hype spricht der klassische Indie-Nazi angewidert, wenn er den Eindruck hat, die Presse / die Industrie schreibt, spricht, redet und singt nur noch über eine einzige Band und er hat keine Möglichkeit mehr, dieser ubiquitären Nennung zu entkommen.

Als Folge leistet sich der Indie-Nazi gerne Reaktanz: er spricht, singt und tanzt wo es nur geht dagegen an und merkt dabei nicht, dass er sich von seinem ursprünglichen Ziel, unbeeinflusst Musik zu hören, ebenso weit entfernt hat. Nun macht er zwar das Gegenteil von dem was er machen sollte, aber er ist wiederum nicht unbeeinflusst.

Gerade die deutsche Presselandschaft hat seine Probleme mit dem Phänomen des Hypes: selbst bei jungen Bands nicht dazu fähig, in überbordendes Lob auszubrechen, weil man sich ja doch täuschen könnte, liest man zwischen den Zeilen kaum verhohlenen Neid auf die britischen Kollegen heraus, denen das Hypeschaffen in die Wiege gelegt wurde.

Gerade der NME ist die Mutter aller Hypes: hier werden Bands gebreakt, die kein Mensch auf der Welt kennt, in dem unverfrorenerweise einfach behauptet wird, diese fünf New Yorker Burschen (ohne dass sie bisher auch nur einen Ton veröffentlicht hätten) würden dein Leben verändern. Für immer. Das ärgerliche für die deutsche Musikpresse ist nur: die Engländer haben eben auch oft Recht damit. Und was verwerflich daran sein soll, einer unbekannten Band Unterstützung galore zu bieten und sie einem maximalen Publikum zuzuführen, müsste auch erst einmal geklärt werden. In Deutschland wartet man lieber 2 oder 4 Alben ab, bevor man eine Band auf das Cover hebt, muss sich dafür aber auch nicht mit Hypevorwürfen herumschlagen. Ein jeder möge entscheiden, was mehr Indie ist.