House

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Abgrenzung
Ursprünge: Disco
Herkunft: Chicago, USA
Zeitraum: frühe 1980er Jahre
Anders als: Disco, Techno

House ist eine ursprünglich in Chicago entstandene minimalistische Form repetitiver elektronischer Tanzmusik, die ihren Ursprung in instrumentalem Disco hat.

Einführung und Geschichte

Ende der 1970er hatte die Discowelle ihren Höhepunkt zwar überschritten, nichtsdestoweniger aber die Grundlage für neue Formen der Tanzmusik geschaffen, die vor allem auf elektronisch erzeugten Rhythmen und Klängen aufbaute. Nach seiner Geburtsstätte, dem Warehouse in Chicago, das 1977 eröffnet wurde, wurde das wichtigste neu entstehende Genre House genannt. Besonders der Resident-DJ Frankie Knuckles, der seit den frühen 1970ern als DJ tätig war, mixte Instrumentalstrecken von Disco-Maxischallplatten mit Rhythm & Blues. Mit Hilfe der ersten erschwinglichen Drumcomputer, vor allem der Roland TR-808 und der TR-909, entstanden die ersten House-Tracks. Zu den Platten, die als erste Veröffentlichungen genannt werden, zählen Jesse Saunders' On and On von 1984[1] und zwei Stücke von Mr Fingers: Mystery of Love (1985) und Can You Feel it? (1986). Die Stücke sind dem Chicago-House zuzurechnen. In seiner Grundform als "Chicago House" basiert der Rhythmus auf einem Vier-Viertel-Takt zwischen etwa 120 und 130 Beats per minute, Bassdrum auf jeder Viertelnote, Snaredrum auf jeder zweiten Viertelnote sowie Hi-Hats dazwischen.

1986

Andere, teils gleichzeitig und teils etwas später entstandene Formen des House sind der New York House und Detroit Techno. Zu den größten House-Pop-Hits zählen unter anderem Pump Up the Volume von M/A/R/R/S und The Only Way Is Up von Yazz (produziert von Coldcut). Einen Sonderfall stellte die Entwicklung des House in Großbritannien dar, als DJs wie Danny Rampling den neuen Sound aus Ibiza importierten und in Clubs wie der Factory in Manchester auflegten, was nicht nur zum "Second Summer of Love" 1988/89 führte, sondern auch die im Phänomen "Madchester" manifestierte Fusion aus Indierock und Rave ermöglichte. Britische Künstler wie KLF, The Orb und Aphex Twin gingen hingegen in die Richtung, den Rhythmus auf die Bassdrums zu reduzieren und atmosphärische Klangflächen darüberzulegen, was als Ambient-House bezeichnet wurde.

Inzwischen gibt es eine Unzahl von Unterarten des House, von denen die bekanntesten wohl Acid House (Djax-Up-Beats, Acid Junkies, A Guy Called Gerald, Phuture, S'Express), French House (Daft Punk, Stardust, Cassius), Deep House (Fingers Inc., Marshall Jefferson, Morgan Geist, Theo Parrish, Solomun, Phonique, Ian Pooley, Fritz Kalkbrenner, Kollektiv Turmstrasse, Matthias Tanzmann und weitere), Garage House (Frankie Knuckles, Larry Levan und weitere), Juke (Jlin, Traxman, DJ Rashad, DJ Slugo), Booty– oder Ghetto House (zum Teil Cajmere), Bleep House (LFO (UK) und weitere), Hard House (Din A Testbild und weitere) sein dürften.

Deep House

Deep House war lange Zeit das verbreitetste Subgenre des House, entsprechend weit ist das Spektrum. Seinen Zenith hatte Deep House als Szene Ende der 1980er Jahre. Deep House ist allerdings auch das langlebigste der House-Substile und wird latent immer weiterentwickelt. Sehr authentisch ist Deep House zur Zeit bei Theo Parrish. „Deephouse ist die Musik, die man nie hochpitcht.“[2] Omar S vertritt eine Auffassung von Deep House in Verbindung mit Neo Soul und Electro (Deroit Techno).

Ghetto House, Booty House

CajmereIt's Time For the Percolator. Ghetto- oder Booty House gibt es seit Ende der 1980er. Seit etwa 1992, dem Erscheinen von Cajmeres It's Time for the Percolator, wird Ghettohouse als eigener Stil angesehen.

Acid House

Acid House zeichnet sich ebenso wie Acid durch die Verwendung einer Roland TB-303 Bassline oder eines der zahlreichen, zuweilen auch etwas eigenen Clones, also Nachbauten, aus. Das typische Zwitschern ist das Markenzeichen eines jeden Tracks und eine Art der Fehlbedienung dieses Basssynthesizers. Dabei spielt der Resonanzfaktor, der zuweilen wie ein Feedback klingt und ein Pfeifen zum Sound addiert und bei anderen Maschinen auch Emphasis zum Beispiel genannt wird (bei der Doepfer MS-404), offiziell aber als Q-Faktor (Gütefaktor) gemessen wird, eine Rolle.

„Speziell die Roland TB-303 war zur Zeit ihres Erscheinens ein absoluter Flop. Der spartanische Basssynthesizer klang extrem synthetisch und konnte seinen eigentlichen Zweck, die Simulation eines echten Bass, nicht erfüllen. Erst als Ende der 80er/Anfang der 90er die Techno-Szene aufkeimte, avancierte die Roland TB-303 zum Kult-Gerät. Die Sounds der Roland 303 und der Roland 909 waren omnipräsent, in der Acid-Musik wurden sogar fast ausschließlich diese Geräte verwendet. Während der Roland 303-Hype Ende der 90er etwas abflachte, sind die Sounds der Roland TR-808 und Roland TR-909 auch heute aus der elektronischen Musik kaum mehr wegzudenken.
Roland bei Musik Produktiv [6]

So zum Beispiel die Acid JunkiesCocaino (1994) [7] bei Youtube. Phutures Acid Tracks von 1987 wird im Allgemeinen als erste Acid-House-Platte verstanden.[3]
Psychic TVTune In (Turn On The Acid House) To All The Young People (1988) [8] die Grundprinzipien des klassischen Acid-House aus Genesis P. Orridges Perspektive bei Youtube

Garage House

Unter Garage House (US Garage) und UK Garage ist die Szene bekannt geworden, die seit Beginn der 1990er Jahre bis Mitte der 2000er für den Übergang von Jungle und Drum&Bass zu Two Step und Dubstep gesorgt hat. Hauptprotagonisten sind Todd Edwards und Armand van Helden, Haupteinflüsse waren Contemporary R&B und Old-School-Jungle. Besonders die britische Szene bewegte sich nahe am 2-Step. Die typischen, gelassen durchlaufenden, Rhythmuselemente des House sind entsprechend synkopiert und akzentuiert und zu Motiven hin variiert.

Electro-House

Der Electro-House ist eine Fusion von Electro und House, die seit dem Millennium vorzufinden ist. Das Tempo bewegt sich zwischen 125 und 135 Bpm. Das Klangbild kann basslastig genannt werden.[4][5] Der Wortbestandteil Electro wird im englischsprachigen Raum eher adjektivisch verwendet.

Akteure, Alben und Songs

Bands und Acts:


Songs

Vorläufer

Disco

Labels

Acid

Einzelnachweise

  1. Jesse Saunders – On and On (1984, First House Track on Vinyl?) [1] bei Youtube
  2. Jan Joswig – Chicago mit der Seele suchen (2001) [2] bei Heise.de
  3. Phuture – Acid Tracks (1987) [3] bei Youtube
  4. Artikel Electro-House [4] bei der de.wiki
  5. Artikel Electro house [5] bei der en.wiki

Weblinks

  • Tutorial: Mike Ink an der 303 (Acid) [9] Video bei Youtube

Links im Juli 2018