Herbert Grönemeyer

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Herbert Grönemeyer
Herkunft: Göttingen, Niedersachsen
Geboren: 12. April 1956 (61 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1974
Instrumente: Gesang, Tasteninstrumente
Labels: Intercord, EMI, Grönland Records
Homepage: groenemeyer.de

Herbert Grönemeyer ist einer der erfolgreichsten Sänger und Musiker in der deutschsprachigen Popgeschichte. Seit seinem Durchbruch 1984 mit dem Album "4630 Bochum" hat er ausschließlich Nummer-Eins-Alben veröffentlicht und gilt auch international als bedeutender deutscher Künstler. Er hat sich zudem als Schauspieler in Filmen wie "Das Boot" einen Namen gemacht.

Biografie

Herbert Grönemeyer ist seit den 80er Jahren das Aushängeschild des Deutschrock. Seine Stücke wie Männer, Bleibt alles anders oder Mensch gehören zum Kanon deutscher Popkultur, doch war sein mittlerweile schon fest institutionalisierter Erfolg sowohl bei Otto Normalplattenkäufer wie auch im Feuilleton zu Beginn seiner künstlerischen Karriere noch nicht abzusehen. In den 70er Jahren begann Grönemeyer am Theater Bochum als Musiker und Schauspieler zu arbeiten und schrieb nebenher eigene Songs für Gesang und Piano. Ab Ende des Jahrzehnts wirkte er auch in diversen Fernseh- und Kinofilmen mit, von denen der bekannteste gewiss Wolfgang Petersens U-Boot-Drama "Das Boot" von 1981 gewesen sein dürfte. Grönemeyers Durchbruch als Musiker ließ jedoch noch auf sich warten, denn seine ersten Platten – die erste, selbstbetitelte erschien 1979 auf Intercord und wurde bezeichnenderweise mit der "Goldenen Himbeere" für das schlechteste Cover ausgezeichnet – floppten allesamt, obwohl mit Currywurst und Anna zwei Kulttitel dabei waren.

Erst 1984 gelang Herbert Grönemeyer mit dem Album "4630 Bochum" der breitenwirksame Erfolg, maßgeblich befördert durch den Titelsong und das x-mal zitierte Männer. Die LPs "Sprünge" (1986) und insbesondere "Ö" (1988) setzten die Erfolgsserie mit Hits der Marke Kinder an die Macht und Was soll das (das als "What's All This" sogar titelgebend für Grönemeyers erste englischsprachige Veröffentlichung wurde) fort. 1991 folgte mit "Luxus" eine Art Konzeptalbum über den Fall der Mauer, was zwar ebenfalls Platz 1 der deutschen Charts erreichte, von den Verkaufszahlen allerdings etwas hinter die vorigen Alben zurückfiel. Es fand eine Fortsetzung in der LP "Chaos" von 1993, auf der Herbert Grönemeyer die Befindlichkeiten der Nach-Wende-Republik aufgriff (u.a. Die Härte über Rechtsradikalismus und den Titelsong über das allgemeine Durcheinander), aber auch bewährte Songwriter-Beziehungs-Nabelschauen im Stile von Fisch im Netz und Land unter darbot. Gleichzeitig erschien ein Remixalbum namens "Cosmic Chaos", das den bisher in eher traditionellen Deutschrockgefilden angesiedelten Grönemeyer-Sound in elektronischen Neubearbeitungen zeigte. Als weitere Überblicke über Herbert Grönemeyers bis dato veröffentlichtes Schaffen erschienen 1995 die beiden Livealben "Grönemeyer Live" und "Unplugged Herbert", wobei Letzteres den ersten Auftritt eines deutschen Künstlers bei MTVs Stöpsel-raus-Konzertreihe dokumentierte.

Das Jahr 1998 markierte mehrere Wendepunkte in der musikalischen wie privaten Biographie Herbert Grönemeyers: Erst erschien mit "Bleibt alles anders" sein bislang experimentellstes Album, das die Club- und Elektro-Elemente von "Cosmic Chaos" auf Albumniveau übertrug, doch starben im November des Jahres innerhalb nur weniger Tage sowohl Grönemeyers Bruder Wilhelm wie auch seine Frau Anna, mit der er seit zwanzig Jahren liiert und seit 1993 verheiratet gewesen war. Nach diesen Schicksalsschlägen erwog Grönemeyer, sich ganz aus der Musikproduktion zurückzuziehen und ging ein Jahr in Klausur.

Um die Jahrtausendwende meldete sich der Sänger jedoch zunächst mit der öffentlich-rechtlich produzierten Fernseh- und CD-Reihe "Pop 2000" zurück, welche einen Rückblick auf fünfzig Jahre deutsche Popkultur gab. Im Zuge dessen rief Grönemeyer auch das Label und den Verlag Grönland Records ins Leben, auf denen Künstler jeglicher Genres ungeachtet ihrer Kommerzialität die Möglichkeit zur Veröffentlichung finden sollten. 2002 wurde dann des Musikers bislang erfolgreichstes Album mit dem Titel "Mensch" veröffentlicht, dessen Titelsong – der sich titelgemäß mit den existenziellen Dingen des Lebens befasste – sogar dafür erwogen wurde, ins Gesangbuch der Evangelischen Kirche Deutschlands aufgenommen zu werden. Das Album, auf dem die elektronische Komponente eine noch größere Rolle spielte als bei den Vorgängern, erhielt Zehnfachplatin und etablierte Herbert Grönemeyer endgültig als erfolgreichsten Solokünstler deutscher Zunge.

Die jüngsten Stationen in der musikalischen Vita von Herbert Grönemeyer sind der Song zur Fußball-WM 2006 Zeit, dass sich was dreht (den er zusammen mit dem afrikanischen Duo Amadou & Mariam sang), sein Engagement in der Kampagne "Deine Stimme gegen Armut" sowie das Album "12", das 2007 erschien und erneut die Pole Position der deutschen Charts besetzte. Er ist außerdem auf dem Album der Fantastischen Vier "Fornika" beim Stück Einfach sein zu hören. 2015 erschien eine Kollaboration mit Gang of Four.

Herbert Grönemeyer ist durch seinen charakteristischen, immer leicht gepresst-nuscheligen Gesangsstil zu einem beliebten Ziel von Imitatoren und Parodisten geworden (siehe beispielsweise Grönemeyer kann nicht tanzen von Wiglaf Droste). Er wird gemeinhin aber nicht mit dem Unterton von spöttischer Verachtung behandelt wie andere Exponenten des Deutschrock à la Dieter Bohlen, BAP oder sein ärgster Konkurrent, Marius Müller-Westernhagen, da ihm die unter- bis oberschwellige Macho-Attitüde besagter "Künstler" abzugehen scheint. Zudem hat er sich musikalisch als deutlich wandlungsfähiger als seine Peers erwiesen, die mehr oder weniger im Rock-Stadium ihrer prägenden Zeit – ähnlich wie bei Grönemeyer die 1970er Jahre – stehengeblieben sind.

Solo-Diskografie

Kollaborationen

Charts

Jahr Titel Charts
D A CH UK US SV NL F P NOR FIN DK AUS NZ
1984 Gemischte Gefühle 43
1984 4630 Bochum 1 7 12
1986 Sprünge 1 1 1
1988 Ö 1 1 1
1990 Luxus 1 1 6
1993 Chaos 1 2 8
1995 Cosmic Chaos 16
1995 Grönemeyer Live 3 3 4
1995 Unplugged Herbert 6 8 9 81
1998 Bleibt alles anders 1 1 3
2002 Mensch 1 1 1 38
2002 Live 62
2003 Mensch Live (DVD) 1 34
2007 12 1 1 1 64
2008 Was muss muss 1 1 8
2011 Schiffsverkehr 1 1 1 34
Singles
1980 Ich hab dich lieb 12
1984 Männer 7 27
1984 Alkohol 33
1985 Flugzeuge im Bauch 44
1986 Kinder an die Macht 33 10
1988 Was soll das? 3 15
1988 Vollmond 21
1988 Halt mich 33 24
1989 Komet 59
1990 Deine Liebe klebt 8 23
1990 Luxus 35
1991 Marie 53
1991 Haarscharf 64
1993 Chaos 20
1993 Fisch im Netz 51
1993 Land unter 52
1994 Die Härte 92
1998 Bleibt alles anders 25 16 36
1998 Letzte Version 79
1999 Ich dreh' mich um dich 79
2000 Da Da Da 54
2000 Flugzeuge im Bauch (Live) 42
2002 Mensch 1 1 2
2002 Der Weg 12 14 35
2003 Demo (Letzter Tag) 36 53
2003 Zum Meer 81
2006 Zeit, dass sich was dreht (mit Amadou & Mariam) 1 2 17
2007 Lied 1 – Stück vom Himmel 1 5 3
2007 Lied 3 – Du bist die 42 67 99
2007 Einfach sein (mit Die Fantastischen Vier) 11
2007 Lied 2 – Kopf hoch, tanzen 66
2007 Lied 6 – Leb in meiner Welt 71
2008 Glück 4 3 26
2011 Schiffsverkehr 10 33 45
2011 Fernweh 93 65

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Musikexpress Rolling Stone
1988 Ö 12 4
1998 Bleibt alles anders 47 22
2002 Mensch 39 2 16
Singles
1988 Was soll das? 9
2002 Mensch 1 1
2002 Der Weg 4 18

All-Time-Charts

4630 Bochum
Mensch
Mensch Live (DVD)

Referenzkasten

  • Die Türen zitieren in „Daddy Uncool“ (Popo, 2007) die Zeile Wann ist der Mann ein Mann aus Grönemeyers „Männer“

Referenzbands

Weblinks