Helge Schneider

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Helge Schneider
Helge Schneider mit Band
Helge Schneider mit Band
Herkunft: Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen
Geboren: 30. August 1955
Aktiver Zeitraum: seit den 1970ern
Instrumente: alles, hauptsächlich Tasten- und Blasinstrumente
Labels: Rough Trade Distribution
Homepage: HelgeSchneider.de
Bands:
Helge Schneider & Hardcore
Helge & the Firefuckers

Helge Schneider ist eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Humor- und Comedylandschaft seit den 1990er Jahren. Mit seiner Mischung aus Jazz, Seltsam-Humor und Improvisationskunst hat er seit Jahren Kultstatus inne.

Biographie

Helge Schneider gehört zu den Ausnahmeerscheinungen im deutschen Humor, der sich ebenso wie – mag der Vergleich auch hinken – Loriot oder Otto als unverwechselbares Markenzeichen etabliert hat. Er ist bislang unter anderem als Live-Komiker, Jazzmusiker, Schauspieler, Theaterregisseur, Maler, Zeichner und Buchautor in Erscheinung getreten. Schneider wurde 1955 in Mülheim an der Ruhr geboren, wo er auch heute noch lebt, und zeigte schon früh musikalisches und komödiantisches Talent. Mit der schulischen Laufbahn und einer gesicherten Existenz klappte es jedoch nicht, und so verdingte Schneider sich in verschiedenen Aushilfsjobs und brach auch ein Pianostudium am Duisburger Konservatorium ab, da es ihn eher zum Jazz zog. Ab Ende der 70er Jahre spielte Helge Schneider dann auch in diversen Jazzcombos im Ruhrgebiet und begann auch mit ersten Versuchen im Comedy-Fach (die ersten Hörspiele fallen in diese Zeit). Nebenbei arbeitete er als Studiomusiker, bekam in den 80er Jahren erste Fernsehauftritte im WDR und spielte 1986 in dem Film "Johnny Flash" seine erste Hauptrolle als Schauspieler. Zu seinen musikalischen Formationen gehörte unter anderem das Trio "Hardcore", bei dem Buddy Casino die Hammond-Orgel und Peter Thoms das Schlagzeug spielte.

Anfang der 90er Jahre wuchs Helge Schneiders Bekanntheitsgrad dann rasant an. Hauptverantwortlich dafür war das Lied "Katzeklo", das sich zu einem der Ulk-Hits des Jahres 1993 entwickelte und auch auf der Doppel-CD "Es gibt Reis, Baby" enthalten war, die sich ebenfalls sehr gut verkaufte. Im selben Jahr drehte Schneider auch seinen Neo-Nonsense-Western "Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem", in dem neben seinen "Hardcore"-Bandkollegen auch Andreas Kunze, Werner Abrolat, Ludger Pistor und der "Lindenstraße"-Schauspieler Ludwig Dressler mitspielten. Der Film zeichnete sich durch ein absurdes Setting in halbfertigen Westernkulissen in NRW, übertrieben-dilettantisch agierende Schauspieler sowie einen Nachdrehprozess, durch den fast gar nichts vom ursprünglichen Drehbuch übrigblieb, aus und etablierte Helge Schneider als einen der umstrittensten Künstler im Comedy-Bereich. Weitere Filme (u.a. "00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter" und "Praxis Dr. Hasenbein") und Platten ("Es rappelt im Karton!" oder die Cover-Platte "Helge & the Firefuckers") in ähnlicher Machart folgten im weiteren Verlauf der 90er Jahre und bescherten Schneider ein ergebenes Fanpublikum. Die Kritik zeigte sich allerdings eher belustigt bis genervt und nahm Schneider vor allem als Musiker lange Zeit nicht ernst, was diesen empfindlich traf. Daneben schrieb Schneider auch Bücher (u.a. die "Kommissar Schneider"-Romane), welche sich ebenfalls durch ihren absurden Humor auszeichnen.

Erst in jüngster Zeit ist Helge Schneider als Künstler ernster genommen worden, der durch seinen besonderen Improvisations-Humor zwischen banalen Alltagsbeobachtungen, Witzen ohne Pointe, Lust an ausschweifendem höherem Unsinn und ernsthaften Themen etwas Eigenes geschaffen hat. Seine enorme musikalische Begabung und seine Liebe zum Jazz hat Schneider inzwischen ebenfalls reichlich unter Beweis gestellt (eine Hommage daran findet sich in seinem jüngsten Film "Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm" von 2004). Zu seinen jüngsten kreativen Werken gehören die Hauptrolle in Dani Levys Hitler-Parodie "Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler", wo Schneider den NS-Diktator spielt, das Musical "Mendy – Das Wusical" sowie die Live-Tournee und -CD "Akopalüze Nau!!!".

Bands

Solo-Diskographie

  • 1989 Seine größten Erfolge
  • 1990 New York, I’m Coming
  • 1991 The Last Jazz
  • 1991 Hörspiele Vol.1 (1979 - 1984)
  • 1992 Hörspiele Vol.2 (1985 - 1987)
  • 1992 Guten Tach
  • 1993 Es gibt Reis, Baby (2CD)
  • 1995 Es rappelt im Karton!
  • 1997 Da Humm
  • 1998 Helge 100% live - The Berlin Tapes (Livealbum)
  • 1999 Helge & the Firefuckers: Eiersalat in Rock
  • 1999 Helge Schneider & Hardcore: Jazz
  • 2000 Hefte raus - Klassenarbeit!
  • 2003 22 sehr, sehr gute Lieder (Best Of)
  • 2003 Out of Kaktus!
  • 2004 29 sehr, sehr gute Erzählungen (Best Of)
  • 2004 Füttern Verboten (Livealbum)
  • 2007 I Brake Together
  • 2007 Akopalüze Nau!!! (Livealbum)

Literatur

  • Eine Liebe im Sechsachteltakt
  • Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas - Bekenntnisse eines Heiratsschwindlers
  • Globus Dei - vom Nordpol bis Patagonien
  • Arschfahl klebte der Mond am Fenster
  • Aprikose, Banane, Erdbeer
  • Der Scheich mit der Hundehaarallergie - Kommissar Schneider flippt extrem aus
  • Eiersalat - Eine Frau geht seinen Weg
  • Der Mörder mit der Strumphose
  • Das scharlachrote Kampfhuhn
  • Zieh Dich aus Du Alte Hippe

Referenz"bands"

Coverversionen

Helge Schneider covert...

  • auf "New York I'm Coming"
La Bamba von Richie Valens (als Labomba)
Sophisticated Lady von Duke Ellington
  • auf "Guten Tach!"
House of the Rising Sun von The Animals (als I Am the House of New Orleans)
Take Five von Dave Brubeck
Wonderful World von Louis Armstrong
Donna Lee von Charlie Parker
  • auf "Es gibt Reis, Baby"
Summertime von George Gershwin
  • auf "Es rappelt im Karton!"
Scrapple from the Apple von Charlie Parker
Sex Machine von James Brown
  • auf "Eiersalat in Rock"
Hey Joe (Traditional)
A Whiter Shade of Pale von Procol Harum
Still Got the Blues von Gary Moore
My Generation von The Who
Ebony and Ivory von Stevie Wonder und Paul McCartney
Copacabanavon Neil Diamond
Nights in White Satin von The Moody Blues
Whispering (Jazz-Standard)
I'm Going to Leave Old Texas Now (Traditional)

Weblinks