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Umfrage zum Thema "Best Of 2012"
Wie sehen sie aus - eure Jahrescharts des vergangenen Jahres 2012?

Etwas später im Jahr als bisher üblich, stellen wir wieder die Frage nach den beliebtesten Alben eines Jahres. Doch indem die Befragung nicht im November beginnt, und, wie in einigen Zeitschriften, schon Mitte Dezember endet, erreichen auch Ende des Jahres erschienene Meisterwerke die oberen Plätze.

Also wieder die altbekannte Frage: Was hat sich 2012 musikalisch ereignet? An welchem Album sind die Besucher dieser feinen Seite im vergangen Jahr nicht herum gekommen? Klingt interessant? Möchtest auch du andere Leute von deinem guten Geschmack überzeugen?

Dann nenne uns deine Album-Top-10 und gehe hier entlang!

Lesenswert
Kadavar

Die Gründungsmitglieder von Kadavar, die aus so unterschiedlichen Gegenden wie Thüringen, Münster und Österreich stammen, lernten sich in Berlin über ihre gemeinsame Vorliebe für Musik, Stil und Outfit der 1970er Jahre kennen. Im Gegensatz zu vielen anderen Stonerrock-Bands setzte das aus Sänger und Gitarrist Christoph "Lupus" Lindemann, Bassist Philipp "Mammut" Lippitz und Drummer Christoph "Tiger" Bartelt bestehende Trio sehr stark auf authentische Umsetzung der Ideen von Doom-, Spacerock- und Proto-Metal-Urvätern der zweiten Reihe wie Pentagram, Hawkwind oder Grand Funk Railroad. Auch bei der Aufnahmetechnik setzt die 2010 gegründete Band auf die Authentizität der Siebziger, indem ausschließlich auf Vintage-Equipment sowie live und ohne Click aufgenommen wird; außerdem soll durch die "hartes Panning" genannte Verteilung der Tonspuren (Gitarre auf dem linken Kanal, Bass auf dem rechten, Schlagzeug auf dem halbrechten sowie Gesang in der Mitte) eine möglichst originalgetreue Reproduktion des Live-Feelings der Gruppe erzielt werden.

Bereits die ersten Shows und Samplerbeiträge von Kadavar ließen in der Szene aufhorchen. Es folgte ein Vertrag mit dem Ein-Mann-Label This Charming Man Records aus Münster, die 2012 das selbstbetitelte Debütalbum der Band veröffentlichten, welches aufgrund der unerwartet hohen Nachfrage bis heute mehrfach neu aufgelegt wurde (unter anderem in der schier unglaublichen Vielfalt von neun verschiedenen Vinyl-Editionen). Noch im selben Jahr folgte eine Split-Doppel-12" mit der befreundeten französischen Band Aqua Nebula Oscillator sowie eine 7"-Single, ebenfalls auf TCM Records. Obwohl die Kadavar-Mitglieder noch mit diversen anderen Projekten ausgelastet waren und sind (Mammut spielt in der Hamburger Schule-inspirierten Indierock-Band Ecke Schönhauser, Lupus gestaltet Artwork für andere Bands, Tiger besitzt ein eigenes Aufnahmestudio und hat bis dato zahlreiche Bands produziert), spielten sie bis Dezember 2012 insgesamt achtzig Shows, unter anderem im Vorprogramm von Doom-Helden wie Pentagram, Saint Vitus, Sleep oder Electric Wizard.

Für das zweite Album "Abra Kadavar" wechselten Kadavar zur Metal-Label-Institution Nuclear Blast, was sich unter anderem in einer verbesserten Produktion und Klangqualität der Platte äußerte. Der erstaunliche Erfolg der Band, die mit "Abra Kadavar" unmittelbar nach Release im April 2013 auf Platz 42 der deutschen Albumcharts einstieg und unter anderem Auftritte auf renommierten Festivals wie dem EuroSonic, Roadburn und der texanischen Festival-Institution South by Southwest auf dem Plan hat, konnte allerdings nicht verhindern, dass Bassist Mammut während der ersten Tour durch die USA die Band verließ. Für ihn stieg Aqua Nebula Oscillator-Bandfreund Simon Bouteloup ein, der seit Mai 2013 auch die restlichen Europa-Tourdates mit Kadavar bestreitet. (... mehr im Artikel / frühere Artikel in der Bildergalerie)

Hörenswert

Pearl Jam – Vs.

"Vs." ist das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Grungeband Pearl Jam und wurde im Jahre 1993 veröffentlicht.
Ihr Erstling "Ten" hatte Pearl Jam zu Megastars und ihren Sänger Eddie Vedder zu einem der Idole der Grunge-Bewegung gemacht. 1993, zwei Jahre nach dem globalen Durchbruch, sollte nun das zweite Album des Quintetts aus Seattle erscheinen, und in erster Linie kündete die Platte namens "Vs." schon im Titel von der Haltung, die für Pearl Jam den Rest des Jahrzehnts bestimmend werden sollte: Verweigerung. Im Lineup hatte Dave Abbruzzese inzwischen den Platz hinterm Schlagzeug eingenommen. Thematisch wie musikalisch war die Gruppe von den "Ten"-Hymnen ein gutes Stück weggerückt und rockte nun deutlich kompakter, wütender und lärmiger. Zwar gab es auch auf "Vs." prototypische (Halb-)Akustikballaden wie Daughter oder Indifference, doch die Stimmung der Platte gaben zornige Songs wie Go, Animal oder Blood vor. Der Titel des möglicherweise intensivsten Stücks der Platte – Rearviewmirror, an dessen Ende die Drumsticks fliegen – gab schließlich dem Best Of-Album der Gruppe den Namen. Textlich setzte sich Eddie Vedder wieder mit den Ungerechtigkeiten der amerikanischen Gesellschaft wie Waffenkult (in Glorified G), Drogen (Blood) oder Rassismus (W.M.A.) auseinander, zeichnete aber auch wieder Charakterskizzen von gescheiterten oder unterdrückten Menschen (Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town und Daughter). Die Produktion von Alternative-Chefknöpfchendreher Brendan O'Brien, der noch Erfolgsgruppen wie die Stone Temple Pilots, Rage Against the Machine oder Korn betreuen sollte, verlieh "Vs." schließlich genau jene kompakte Rotzigkeit, die zu den Songs passte. Die Band versuchte außerdem, ihre Live-Performances so direkt wie möglich in die Aufnahmesessions zu übertragen, was laut Aussage der Bandmitglieder zu einer extremen Spannung führte, die den Songs auch anzuhören ist.



Plattenempfehlungen von indiepedia.de
Christian war bei der intro zu Gast:



Platten vor Gericht

im November 2012


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