Hardrock

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Abgrenzung
Ursprünge: Rock, Blues, R'n'B
Herkunft: England, USA
Zeitraum: seit den späten 1960ern
Anders als: Heavy Metal

Hardrock bezeichnet eine bestimmte Form der Rockmusik, die sich in den späten 1960er Jahren aus Rock, Blues und R'n'B entwickelte und sich durch einfache Songstrukturen, Betonung von Gitarrenriffs und -soli sowie oftmals charismatischen Frontmännern auszeichnet. Im Gegensatz zum Heavy Metal wahrt der Hardrock allerdings stets eine Grundmelodik.

Einführung und Geschichte

Der Anfang von Hardrock kann bildlich wohl mit dem Zeitpunkt angegeben werden, als Pete Townshend von The Who seine Gitarre in den Verstärker stopfte und beides damit ruinierte.

Tatsächlich kann man sehr viele verschiedene Ausprägungen von Rock darunter zusammenfassen und der Begriff wird - vor allem im englischen Sprachaum - teilweise synonym mit Heavy Metal verwendet, obwohl man durchaus klare Unterscheidungen machen kann. Mit Hardrock werden eher die direkten Nachfolger des Bluesrock der späten Sechzigerjahre bezeichnet, wobei die Riffs und Skalen (der SolistInnen) teilweise direkt von Blues-Song übernommen worden sind, sonst oft noch Anklänge daran haben, meist allerdings harmonisch große Erweiterungen stattgefunden haben. Heavy Metal dagegen legt den Schwerpunkt auf Geschwindigkeit und Härte, mißt grundsätzlich der Technik mehr Bedeutung bei und ist rhythmisch gesehen sehr Viertel-lastig, wohingegen Hardrock oft zumindest in Ansätzen noch an den Shuffle des Blues erinnert. Gemeinsam ist ihnen die Gitarrendominanz, der hohe Geräuschgehalt der Intrumenten-Sounds (Verzerrung) und die Tendenz zur Exzessivität (bezüglich Lautstärke, Geschwindigkeit und Kraft im Vortrag).

Beides sind eher männerdominierte Genres, obwohl Frauen (vor Indie-Rock und Riot Grrrl) zum Teil ganz gut mit den Inhalten leben haben können, was wohl viel mit der geschlechterübergreifenden Thematik der Rebellion und des Exzesses zu tun hat, die mit der Musik transportiert wird. Joan Jett hat sich stets in diesem Sinne als Rockerin gesehen und ist später zu einem Idol der Riot Grrrl-Bewegung geworden. Bedeutsam erscheint andererseits aber auch die Tatsache, dass mit diesen Stilen die Kultur der Groupies sich zu dem entwickelt hat, was man heute darunter versteht: der moralisch ungebremsten Auslebung von Sexualität verbunden mit Starkult.

In den Siebzigerjahren war Hardrock wohl diejenige Musik, die sich als (auch politische obwohl oft nicht so artikulierte) Alternative verstanden hat zur Party-orientierten Disco-Musik, obwohl schnell die Kommerzialisierung auch dieses Genre erfaßt hat. Deren Höhepunkt ist die Mitte der Achtzigerjahre dominierende Strömung der Hair Metal-Bands gewesen, zu denen vor allem Bon Jovi, aber auch Mötley Crüe und Def Leppard zählen. Wie der Name schon andeutet, ist hier neben eingängigen Liedern das Gewicht vor Allem auf das Äußere der Musiker (fast nur Männer) gelegt worden. Nur daraus wird der riesige Erfolg der textlich zwischen Misogynie, Depression, Schimpftiraden und frech zur Schau gestellter scheinbarer Unverwundbarkeit irrlichternden Guns N' Roses verständlich, den sie mit ihrem Debut-Album "Appetite for Destruction" 1987 gehabt haben und der zu einem kurzen Höhepunkt der derben Variante des Hardrock nach den Siebzigern geführt hat.

All das ist heute fast vergessen, seit sich mit Nirvanas "Nevermind"-Album die Opposition zum Mainstream in der Indie-Kultur der frühen Neunziger manifestiert hat. Gleichwohl gibt es immer wieder Bands wie Jet, Airborne, Samavayo oder The Darkness, welche die eingängige Simplizität des klassischen Hardrock zu neuem Leben zu erwecken versuchen. Die alten Recken der Siebziger sieht man zudem ebenfalls immer noch bzw. immer wieder auf die Bühne kraxeln und ihre Hits vor dem mitgealterten (oder in ihrer Jugendlichkeit von den damaligen Legenden faszinierten) Fans zum Besten geben.

Wichtige Akteure, Alben und Bands

Wichtige Bands

Wichtige Alben

Wichtige Songs