Hair Metal

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Abgrenzung
Ursprünge: Hardrock, Glamrock, Heavy Metal
Herkunft: USA
Zeitraum: von 1981 bis circa 1991
Anders als: Funk Metal

Hair Metal ist ein Oberbegriff für den von Glamrock, Pop und Heavy Metal beeinflussten Hardrock der 1980er Jahre, der sich durch eine extrem hedonistische "Party or die!"-Einstellung und extravaganten Style auszeichnete.

Einführung und Geschichte

Beginn und Ende der Ära des Hair Metal (manchmal auch Pop-, Glam- oder Poodle-Metal genannt) lassen sich ganz grob mit jenen der Dekade der 1980er abgleichen. Es war insofern kein Zufall, dass gerade das Neon- und Party-Jahrzehnt diese Form der Rockmusik hervorbrachte, nahm der Hair Metal doch einerseits großzügig Anleihen beim Siebziger-Glamrock (Schminke und Haarsprayfrisuren – daher auch die Genrebezeichnung – sowie Hedonismus und Partyfeeling), um sie andererseits mit einem spezifisch apolitischen und – anders als Glam – heterosexuellen Image zu verknüpfen, wie es sich perfekt in die Reagan-Zeit in den USA einreihte. Ein weiterer wichtiger Einfluss war der Durchbruch von MTV und Videoclips als definierende Elemente der Popkultur, da Aussehen und Inszenierung der Gruppen noch um einiges schriller waren als bei ihren Vorgängern in den 1970ern. Die Topseller jener Zeit kultivierten einen Sound und ein Image, die hart genug waren, um als Metal durchzugehen (zumal es bis zur Ankunft der Erfüller und Vernichter des Hair Metal, nämlich Guns N' Roses, in den 80ern keine andere mehrheitsfähigen Form des Heavy Metal gab, die wirklich Präsenz hatte), aber dennoch fröhlich und melodiös genug, um breite Käuferschichten anzusprechen. Die Palette der Beteiligten reichte dabei von harmlosen Partybands wie Poison, Dokken und Winger über die wandlungsfähigen – und mit als einzige Vertreter ihrer Zunft noch heute sehr erfolgreichen – Bon Jovi und Def Leppard bis hin zu den bösen Buben von Mötley Crüe und L.A. Guns, welche neben besagten Guns N' Roses das alte Credo von Sex, Drugs and Rock'n'Roll noch am exzessivsten auslebten. Hinzu kamen – zum Teil wiedererstandene – Recken der 70er wie Aerosmith, Van Halen und Alice Cooper, deren Hardrock ohnehin einer der definitiven Vorläufer des Hair Metal war und die von den Bands der 80er quasi als Väter der Bewegung verehrt wurden.

Das Ende des Hair Metal war gekommen, als die 1990er anbrachen und mit Nirvana, Pearl Jam und Grunge eine neue Zeit der Rockmusik gekommen schien, die – ähnlich Punk in den Siebzigern – mit dem aufgeblasenen und inhaltsleeren Bombast des Hardrock brechen wollte. Im weiteren Verlauf des Jahrzehnts spielte der Pop-Metal dann tatsächlich kaum mehr eine Rolle, und im Prinzip schafften es nur Bon Jovi (und mit Abstrichen auch die unkaputtbaren Mötley Crüe), sich durch modernisierten Sound und Look über die Alternative-Zeit zu retten. Als um die Jahrtausendwende allerdings wieder der gegenläufige Trend einsetzte, fanden sich diverse Hair Metal-Combos auch wieder zu Reunions zusammen und spielten wieder vor vollen Sälen, wenn auch mit deutlich höherem Altersdurchschnitt als damals. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Repopularisierung des Genres leisteten beispielsweise auch die Briten von The Darkness, die mit dem vollen Programm aus Ganzkörperspandexanzügen, Falsettgeträller und Party-Lyrics große Erfolge einfahren konnten. Von einem vollgültigen Revival des Hair Metal kann allerdings dennoch nicht die Rede sein, denn dazu hat sich die Musiklandschaft seit den Tagen von Jon Bon Jovis Minipli dann doch zu sehr gewandelt.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands: Poison, Mötley Crüe, Guns N' Roses, Van Halen, Bon Jovi, Def Leppard, Warrant, Dokken, Ratt, Cinderella, Whitesnake, The Darkness (Neo-Hair Metal)

Wichtige Alben:

  • Poison: Look What The Cat Dragged In
  • Mötley Crüe: Too Fast For Love
  • Def Leppard: Hysteria
  • Van Halen: 1984
  • Bon Jovi: Slippery When Wet
  • Ratt: Out Of The Cellar
  • Whitesnake: 1987
  • The Darkness: Permission To Land

Wichtige Songs

  • Poison: I Want Action
  • Mötley Crüe: Home Sweet Home
  • Def Leppard: Animal
  • Van Halen: Jump
  • Bon Jovi: Bad Medicine
  • Ratt: Body Talk
  • Whitesnake: Here I Go Again
  • The Darkness: I Believe In A Thing Called Love

Vorläufer