Grace Jones

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grace Jones
Grace Jones, Bodypainting von Keith Haring
Grace Jones, Bodypainting von Keith Haring
Herkunft: Kingston, Jamaika
Geboren: 19. Mai 1952 (66 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1976
Genres: Disco, New Wave, Pop, Synthpop
Labels: Island Records, Capitol, Wall of Sound, Spectrum

Grace Jones war in den 1970er und 1980er Jahren eine der Top-Musikerinnen der Disco-Ära und außerdem Schauspielerin. Obwohl ihr gerne unterstellt wird, dass sie nicht richtig singen könne, umfasst ihre Stimme 2,5 Oktaven.

Hintergrund

Die 1978 auf Jamaika geborene Grace Jones wuchs in Syracuse, New York, auf, wo sie zunächst Schauspielerei studierte. Bald schon begann sie eine Karriere als Model. Ihr herb-maskulines Erscheinungsbild verhalf ihr innerhalb kürzester Zeit zu großer Popularität und machte auch Island Records auf sie aufmerksam, die sie 1976 unter Vertrag nahmen. Zwischen 1977 und 1979 erschienen drei Alben mit Disco-Musik, die zwar kommerziell wenig erfolgreich waren, ihr aber in der Clubwelt – vor allem in der Schwulenszene – schnell zum Kultstatus verhalfen. Zu ihren Verehrern zählte auch Andy Warhol, der sie für eine Weile zu seiner Muse erkor.

Als die Disco-Ära Anfang der 1980er endgültig zuende schien, war sie zum Umdenken gezwungen. Anders als viele ihrer Kollegen, die fest im Discogenre verwurzelt waren, bewies sich Jones als äußerst anpassungsfähig. Sie tat sich mit Alex Sadkin und Chris Blackwell zusammen und gemeinsam klügelten sie einen eigenwilligen, doch zeitgemäßen Sound aus, der eine Mischung aus Reggae und New-Wave-Elementen darstellte. Es entstanden die von der Kritik hochgelobten Alben Warm Leatherette (1980) und Nightclubbing (1981). Neben der britischen Hitsingle "Pull Up to the Bumper" finden sich auf den beiden Alben zahlreiche Coverversionen, darunter Songs von Flash & The Pan, Roxy Music und den Pretenders, die sich vor allem durch eine hohe Eigenständigkeit auszeichnen. Am Songwriting für "Breakdown" (1980) war Tom Petty beteiligt (Text). 1981 schrieb Sting für sie die Single "Demolition Man", "I've Done it Again" stammt aus der Feder von Marianne Faithful. Ebenfalls 1981 erscheint "Nightclubbing", die Coverversion eines Songs von Iggy Pop und David Bowie, bei der neben anderen Sly & Robbie für die rhythmische Gestaltung zuständig sind.[1] Das Duo fungiert bei vielen ihrer Veröffentlichungen als Rhythmus-Backing.

Jones produzierte noch ein Album mit Sadkin und Blackwell, Living My Life (1982), ehe sie sich für eine Weile aus dem Musikbusiness zurückzog und sich als Schauspielerin betätigte. 1984 spielte sie an der Seite von Arnold Schwarzenegger in Conan, der Zerstörer und ein Jahr später war sie James Bonds Gegenspielerin in A View to a Kill. Bis heute blieben dies ihre bekanntesten Rollen.

1985 kehrte sie schließlich als Sängerin zurück. Es erschien das von Trevor Horn produzierte Album Slave to the Rhythm, dessen Titelsong zu ihrem größten Singlehit wurde. Das nächste Album, Inside Story (1986), ließ sie von Nile Rodgers produzieren, was ihr allerdings außerhalb der Clubszene keinen größeren Erfolg brachte. Nachdem ihrem 1989er Album Bulletproof Heart kein kommerzieller Erfolg beschieden war, erschienen in den darauffolgenden Jahren nur noch vereinzelt Singles von ihr.

Schließlich verschwand sie nach und nach aus dem öffentlichen Blickfeld. Ein musikalisches Lebenszeichen gab Grace Jones erst 2004 wieder von sich, als sie "Slave to the Rhythm" auf einem Konzert sang, das zu Ehren Trevor Horns gegeben wurde. 2008 erschien nach neunzehn Jahren ein neues Studioalbum mit dem Titel "Hurricane", das von der Kritik auch gleich begeistert aufgenommen wurde, 2011 eine Dub-Version. 2014 erschien die Single "Me! I Disconnect From You", im Original von Tubeway Army.

<– Me! I Disconnect From You (2014, der Screen ist irreführend, das Stück befindet sich nicht auf dem Album)[2]

1981

Musik

Ihr weitaus erfolgreichstes Album ist "Nightclubbing". Grace Jones Spezialität sind Coverversionen. Das herausragende Merkmal ist dabei ihre unterkühlte Stimme in stoisch präsentierten, artifiziell-androgynen Bearbeitungen.

Kollaborationen

Zusammenarbeiten gab es mit Arcadia (Guest Vocals auf "Election Day" und "The Flame"), Luciano Pavarotti[3], Sly & Robbie, Brian Eno, Tricky, Wendy and Lisa, Grimes, Róisín Murphy und vielen anderen.

Referenzbands

Grace Jones wurde beeinflusst von Roxy Music, David Bowie, Barry White, Chic und beeinflusste fast alle, für die Musik der 1980er Jahre bekannten, Musiker des Disco und Synthpop, sowie M.I.A., Kid'n'Play, Psyche, Eurythmics, Lady Gaga, Rihanna, Brazilian Girls, Nile Rodgers, Santigold, Basement Jaxx, Massive Attack, Todd Terje, Gorillaz, Hot Chip, LCD Soundsystem und viele weitere.
Ähnliche: Debbie Harry ("Heart of Glass"), Donna Summer, Gary Numan, Annie Lennox, The Flying Lizards ("Top Ten"), Amanda Lear, Chic, Flash & The Pan, Boney M., Silver Convention, Giorgio Moroder und weitere.

Trivia

  • Mitte der 80er sang sie bei Konzerten einen Song im Sitzen. Bei einer Vorstellung kippte sie mit dem Stuhl um, lachte kurz und sang den Song im Liegen fertig.
  • Grace Jones hat einen gemeinsam Sohn mit dem Designer Jean-Paul Goude, der auch einige ihrer Musikvideos inszenierte.
  • 1978 war sie nackt auf dem Cover des Stern abgebildet, was zu einer von Alice Schwarzer initiierten Sexismus-Klage führte.
  • 1981 verpasste sie in einer britischen Talkshow dem Moderator eine Ohrfeige, nachdem dieser sich einem anderen Gast zuwand. 2006 wurde dies in einer Umfrage der BBC zum "most shocking TV chat show moment" gewählt.
  • 1985 spielte Grace Jones im James-Bond-Film "A View to a Kill" die Rolle der May Day. Zum Soundtrack des Films trug sie jedoch nicht bei (der Titelsong wurde von den Synthie-Poppern Duran Duran gesungen).
  • 1988 wurde Jones der Zugang zu allen Disney-Geländen weltweit verboten, weil sie während eines Konzerts in der Disney World ihre Brüste entblößte.
  • 2015 sind ihre Memoiren unter dem Titel I'll never write my memoirs erschienen.[4]

Diskografie und All-Time-Charts

Profil [5] bei Discogs

Nightclubbing

24 in Die 50 besten Alben der 80er (Musikexpress, 2003). Das Album erreichte 1981 Platz 1 der NME-Kritikercharts.

Coverversionen

Grace Jones covert...

Grace Jones wird gecovert von...

Einzelnachweise

  1. Grace Jones – Nightclubbing (1981) [1] bei der de.wiki
  2. Tubeway Army – Me! I Disconnect From You (1979) [2] bei Youtube
  3. Grace Jones und Luciano Pavarotti – Pourquoi Me Reveiller (2002) [3] bei Youtube
  4. Grace Jones – I'll never write my memoirs (2015 [4] bei amazon

Weblinks

  • Artikel Grace Jones [6] bei der en.wiki
  • Artikel Grace Jones [7] bei der de.wiki

Musik

Links im Juli 2017.