Goebbels/Harth

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Goebbels/Harth war ein aus dem Jazz agierendes Avantgarde-Duo, das 1975-1988 bestand. Heiner Goebbels und der Saxofonist und Multimedia-Künstler Alfred Harth wurden besonders durch ihre Eisler-Bearbeitungen bekannt. Das Duo verwendet Tonband-Loops, Feldaufnahmen und Objets Trouvés im Jazzkontext.[1]

Hintergrund

Backcover Indianer für Morgn

Die erste LP Vier Fäuste für Hanns Eisler erschien als Live-LP 1976[2], vier Eisler-Lieder werden neben anderen Stücken dekonstruiert und in die Improvisationen eingepasst.[3] 1979 erschien die LP Vom Sprengen des Gartens, die von Joachim Ernst Berendt als eine der wichtigsten Jazzschallplatten der 1970er Jahre bezeichnet wurde[4], Indianer für Morgn von 1981 bekam den Deutschen Schallplattenpreis.

Als Basis für freie Improvisationen wurden unterschiedlichste Bandaufnahmen gewählt, die Arrangements sind betont polyphon, oft geht es darum, „in der Begleitung andere Stimmen auftauchen zu lassen […] weil sie gewisserweise auch wiedergeben, was damals die Struktur der Arbeit war, nämlich eine Art von Vielstimmigkeit und eine Art von Polyphonie, von Figuren, Biografien, unterschiedlichen Kenntnissen der Instrumente“.[5]

Berlin Q-Damm (1981)

In Peking-Oper von 1984 werden Teile der "Modern Revolutionary Peking-Opera Shachiapang" verwendet.

Spätestens 1984, nach dem Erscheinen von Frankfurt/Peking, war die kreative Inspiration mehr oder weniger verflogen und das Duo arbeitete auf seine Abwicklung hin.[6] 1987 erschien mit Live in Victoriaville die Aufnahme eines Livesets, das vielen als eine Art Abriss des musikalischen Gesamtschaffens der beiden gilt. 1988 wurde das Duo auf Initiative von Alfred Harth endgültig aufgelöst, markiert wurde die Auflösung noch einmal durch das 1992 erschienene Goebbels-Soloalbum Goebbels Heart. 2007 produzierte Alfred Harth mit Chris Cutler das CD-Reissue der ersten beiden LPs.

Instrumentalisten

Heiner Goebbels: Klavier, Akkordeon, Violoncello, Gitarre, Saxofone, Synthesizer, Schlagzeug, Rhythmusmaschinen, Klarinette, Cembalo, Schalmei usw.
Alfred Harth: Stimme, alle Saxofone und Klarinetten, Trompete, Percussion, Elektrische Zither, Posaune und Streichinstrumente, Tapes

Coverversionen

Goebbels/Harth spielen Stücke von Hanns Eisler, Bertolt Brecht, Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Jean-Philippe Rameau, Enrique Casal, F. K. Waechter, Nile Rodgers

Weitere Projekte

Sogenanntes Linksradikales Blasorchester, Cassiber, Duck and Cover

Kollaborationen

Dagmar Krause, Ernst Stötzner, Rolf Riehm, Christoph Anders, Uwe Schmitt, Elvira Plenar, Tom Cora, Chris Cutler, Fred Frith, George Lewis, Paul Bley, Barre Phillips, Maggie Nicols, Trilok Gurtu, Phil Minton Jeweils solo gab es Zusammenarbeiten mit Musikern von Sonny Sharrock bis FM Einheit, Peter Brötzmann, Steve Beresford, Paul Bley und vielen weiteren.

Diskografie

  • Vier Fäuste für Hanns Eisler, FMP 1976
  • Vom Sprengen des Gartens, FMP 1979
  • Der durchdrungene Mensch / Indianer für Morgn, Riskant 1981, Deutscher Schallplattenpreis
  • Zeit wird knapp, Riskant 1981
  • Frankfurt/Peking, Riskant 1984
  • Live in Victoriaville, Victo Records 1987
  • Goebbels Heart, Eva Records 1992
  • Musik in Deutschland 1950-2000 a) Musik für Schauspiel, BMG 2001

Profil und Diskografie [6] bei Discogs

Einzelnachweise

  1. Artikel Alfred Harth, Abschnitt Goebbels/Harth und weitere Kooperationen [1] bei der de.wiki
  2. Archiv [2] bei Heiner Goebbels, Vier Fäuste für Hanns Eisler wurde am 3. Oktober 1976 im Berliner Flöz aufgenommen.
  3. Kurt – About the nucleus Duo Goebbels/Harth (1975-1988) [3] bei GoebbelsHarth.blogspot.com
  4. Nicht weiter belegt im Artikel Goebbels/Hart bei der en.wiki und im Artikel Alfred Harth, Abschnitt Goebbels/Harth und weitere Kooperationen bei der de.wiki (siehe Weblinks).
  5. Videointerview mit Heiner Goebbels (2008) [4] bei Youtube
  6. Artikel Duo Goebbels/Harth [5] bei der en.wiki

Weblinks

  • Artikel Duo Goebbels/Harth [7] bei der en.wiki
  • Artikel Alfred Harth, Abschnitt Goebbels/Harth und weitere Kooperationen [8] bei der de.wiki
  • Wilhelm E. Liefland – Den Sozialismus nicht verspielt (1979) [9] bei FMP/Free Music Production

Musik

Links im Juni 2019.