Generation X

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Mit Generation X werden gemeinhin die geburtenschwachen (vor allem US-)Jahrgänge von den mittleren 1960er bis späten 1970er bezeichnet, die nach den "Baby Boomern" der Nachkriegsgeneration (etwa 1945 bis 1960) geboren wurden. Ihre Mitglieder werden zumeist als durch die konservativen Regierungen unter Ronald Reagan und George Bush Sr. geprägt (hierzulande von den späten Schmidt-Jahren sowie der gefühlt unendlich lange währenden Kohl-Kanzlerschaft) sowie die dagegen erfolgte Abgrenzung durch eine latent antimaterialistische und zukunftsskeptische Grundhaltung. Im Bereich Musik und Popkultur zählen die erste bis zweite Punkwelle der mittleren Siebziger bis frühen Achtziger sowie – wiederum auf der Abgrenzungsseite – das Aufkommen von MTV, Hair Metal und generellem Mainstream-Pop zu weiteren wichtigen Einflüssen.

Herkunft und Entwicklung des Begriffs

Der Terminus Generation X wurde in wissenschaftlichen Kreisen bereits in den 1960er Jahren geprägt, erlangte aber erst in den frühen 1990er Jahren popkulturelle Bedeutung, als das Buch "Generation X" des kanadischen Autors Douglas Coupland herauskam. In diesem 1991 veröffentlichten Werk beschreibt Coupland die Ziellosigkeit einer Gruppe von Twentysomethings in den spätern Achtzigerjahren, deren Leben von mies bezahlten Jobs und kaputten Elternhäusern geprägt ist. Zum globalen Schlagwort wurde der Begriff dann mit dem Durchbruch der Seattle-Rockband Nirvana und dem damit einhergehenden Konstrukt des Grunge, welche ebenfalls mit Frust, persönlichen Problemen und genereller Perspektivlosigkeit assoziiert wurden. Zu den – vor allem durch die Medien ernannten – Leitfiguren der Generation X zählten vor allem die Frontmänner der großen Grunge-Erfolgsgruppen, allen voran Nirvanas Kurt Cobain, aber auch Eddie Vedder von Pearl Jam, Layne Staley von Alice in Chains oder Billy Corgan von den Smashing Pumpkins. Ironischerweise lehnten diese sogenannten Gen-X-Heroen den ihnen zugeschriebenen Status durch die Bank ab, da sie sich selbst nicht als Sprachrohre ihrer Generation empfanden. In Hollywood-Filmen wie "Singles" oder "Reality Bites" wurde das Image des lethargischen Loser-Nachwuchses ebenfalls medial aufbereitet.

Nach dem Tod Kurt Cobains und dem Ende des Grunge-Hypes Mitte der Neunziger sprachen die Trendforscher in der Nachfolge der "Generation X" dann auch bald von der so genannten "Generation Y", welche sich angeblich wieder konsum- und outfitbewusster zeigte sowie insgesamt wieder eher dem Party-Hedonismus und der latent unpolitischen bis neoliberalen Geisteshaltung der 80er bzw. nun der 2000er zugeneigt zeigte. Zuvor hatten sich bereits Bands wie Garbage (Only Happy When It Rains) oder im deutschsprachigen Raum auch Satiriker wie Wiglaf Droste (Generation XY ungelöst) über das Klischee der "unglücklichen weißen Mittelschichtsjugend", der es materiell an nichts fehlt, lustig gemacht.

Weblinks