Gästeliste

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Ursprung

Die Gästeliste oder kurz GL diente ursprünglich dazu, der Band oder dem Veranstalter eines Konzertes zu ermöglichen, verschiedenen Leuten freien Eintritt zu gewähren. Dies waren meist Freunde oder Bekannte oder Menschen, die sich im Vorfeld einer Veranstaltung z.B. durch unentgeltliche Mitarbeit verdient gemacht hatten.

Entwicklung

Inzwischen ist die Gästeliste eine Art nicht monetäre Bezahlungsform im Musikbusiness, um Mitarbeiter der Plattenfirmen gefügig zu machen bzw. ihnen den Anschein von Wichtigkeit zu geben. Journalisten bekommen werden meist im Vorfeld gefragt, ob sie nicht etwas über die Band/das Konzert schreiben wollen und einen Gästelistenplatz brauchen.

Ritual

Interessant bei der Vergabe der Gästelistenplätze ist, das diese nicht vom "Eigentümer" der Liste ausgeht, sondern sich die Interessenten im Allgemeinen wie Bittsteller verhalten (müssen) und sich selbst um diese Plätze kümmern müssen. Dies geschieht in der Regel über den Anruf bei einem Bandmitglied, Booker, Freund eines Freundes oder Bekannten bei der Plattenfirma und endet mit den Worten "Kann man da irgendwas mit Gästeliste machen?"

Arten

  • Der Normalfall ist die Gästeliste +1, was bedeutet, dass man noch jemanden mitbringen darf, der dann ebenfalls umsonst Einlass bekommt. Angesichts der Sparmaßnahmen bei Clubs, Veranstaltern und Labeln verliert "+1" jedoch mehr und mehr an Selbstverständlichkeit.
  • Entsprechend ist dann auch ein Platz +2, +3 oder mehr denkbar, jedoch eher seltener.
  • Oftmals steht auch der Gewinner eines Preisausschreibens einer Verlosung auf der GL. Noch öfter steht der Gewinner dann aber umsonst an der Kasse und der Name will sich einfach nicht finden lassen. In diesem Zusammenhang erwähenswert ist auch die Peinlichkeit des Momentes, wenn sich herausstellt, dass der eigene Name trotz gutgemeinter Suchbemühungen des Kassieres nicht auf der Gästeliste zu finden ist.
  • In schicken Clubs, in z.B. Berlin kann das Stehen auf der Gästeliste auch nur bedeuten, dass man überhaupt in den Club rein darf, bezahlen ist dann aber dennoch angesagt. Diesen Gästelistenplatz kann man oft im Vorfeld per E-Mail reservieren.