Fusion (Musikrichtung)

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Kombiniert die oft melancholische Melodik traditioneller schwedischer Folksongs mit jazzigen Arrangements: Pia Fridhill
Abgrenzung
Ursprünge: Jazz, Blues, Afro, Rock, Funk
Herkunft: USA, Großbritannien, Frankreich, Schweden
Zeitraum: ab 1962
Anders als: Jazzfunk, Jazzrock, Nu Jazz

Der Begriff Fusion steht hauptsächlich für die Elektrifizierung des Jazz, bezeichnet aber auch die Verschmelzung von Jazz mit anderen Musikstilen, z. B. Rock, Contemporary Folk oder Funk.

Einführung und Geschichte

Die Verschmelzung von Jazz mit anderen Stilen der Welt entwickelte sich ab 1962 aus der Kombination des Avantgarde Jazz und Post Bop mit exotischeren Rhythmen aus Nigeria, Lateinamerika und Indien. Als erstes Album dieser Art gilt Flaming Drums! von Babatunde Olatunji, der Afro, Juju, Jazz und Trommelfolklore miteinander verband und im ständigen Wettbewerb mit Fela Kuti den Afro Jazz erschuf. In Schweden adaptierte Bengt-Arne Wallin skandinavische Volksweisen und überführte sie in einen voluminösen Big Band Sound, während in Frankreich der Exilungar Elek Bacsik bereits an einer elektrifizierten Form des Latin Jazz tüftelte. Schon ab Mitte der 1950er Jahre gab es Bestrebungen, das Instrumentarium des Jazz mit der formalen Strenge der klassischen Musik zu verbinden. Diese Stilrichtung wird als Third Stream bezeichnet. Wegweisend waren hier die Musiker und Komponisten Moondog, John La Porta, Charles Mingus, John Coltrane und Sun Ra. Der exilnigerianische Ansatz afrikanische Rhythmik mit der Tonalität des Jazz zu kombinieren wurde schon bald von den US-Musikern Art Blakey, Charles Mingus und John Coltrane aufgegriffen. In Südafrika hielt der Jazz im Johannesburger Stadtteil Sophiatown Einzug, während speziell in Großbritannien Ende der 1960er Jahre aus der Verbindung des Jazz mit religiöser Hindu-Mystik und der klassischen indischen Musik die Stilrichtung Indo Jazz entstand, von der sich Alice Coltrane, die Witwe von John Coltrane nachhaltig inspirieren ließ.

Kommerziell wegweisend war für die elektrifizierte Jazz Fusion das Album Bitches Brew von Miles Davis, das die von einengenden Tonskalen befreite Improvisationsfeude der Jazzmusik mit dem Instrumentarium der neu aufgekommenen Rockmusik verband und viele Millionen Mal verkauft wurde. Viele der mitwirkenden Musiker dieses Albums entwickelten den Ansatz in ihren eigenen Projekten später weiter. Wichtige Vertreter sind John McLaughlin mit Mahavishnu Orchestra im Bereich Jazzrock und Herbie Hancock mit den Headhunters im Bereich Jazzfunk, die besonders in den 1970ern sehr erfolgreich waren. In den 1990ern wurde Fusion durch die Verknüpfung von Electronica und Jazz weiterentwickelt. Dieser Stil wird als Nu Jazz bezeichnet. Wichtige Vertreter des Nu Jazz sind Organized Multi Unit aus Japan, St. Germain aus Frankreich, Jazzanova aus Deutschland und 4hero aus Großbritannien.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Interpreten:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

  • 1970: Pharaoh's Dance von Miles Davis
  • 1973: Watermelon Man von Herbie Hancock

Vorläufer

Wichtige Labels