Frieder Butzmann

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Frieder Butzmann ist ein 1954 in Konstanz geborener Komponist, Performancekünstler und Hörspielautor.

Geschichte

Butzmann hat bereits Anfang der 1970er Jahre begonnen sich mit experimenteller Musik zu beschäftigen. 1977 ist Butzmann in Berlin in Kontakt mit der frühen Berliner NDW-Szene gekommen, als er von Burkhard Seiler, dem späteren Zensor-Labelgründer, aus London importierte Schallplatten auf dem Flohmarkt kaufte. Darüber kam er auch in Kontakt mit Gudrun Gut und dem SO36.

Anfang der 1980er Jahre gehörte er zu den Pionieren der Industrial-Szene und stand in intensiven Kontakt mit Genesis P-Orridge von Throbbing Gristle. Neben seinen Soloprojekten war er auch an mehreren Bands beteiligt. Er ist Mitglied von Din A Testbild und war in den Bands Wir Und Das Menschliche E.V.. Zusammen mit Gudrun Gut und Bettina Köster spielte er 1981 in der Band Liebesgier. Ebefalls mit Bettina Köster und Diedrich Diederichsen spielte er bei den Nachdenkliche Wehrpflichtige. Als Teil des losen Zusammenhangs Geniale Dilletanten (einer Gruppe Künstler in Berlin um 1980) war Butzmann einer der Musiker des Festivals Genialer Dilletanten im Berliner Tempodrom 1981 und Autor des gleichnamigen Manifests von Wolfgang Müller.

Seine Fertigungstechnik in den Solo-Arbeiten bestand in den ersten fünfzehn Jahren im wesentlichen darin, analog aufgezeichnete Klänge zu modifizieren. Auf diese Art erarbeitete er sich einen sehr individuellen Sound, der an die Klänge des Bruitismus der italienischen Futuristen erinnert. Seit Mitte der 1980er Jahre erarbeitet er innovative Veröffentlichungen, bei denen stets klangliche und inhaltliche Experimente im Vordergrund stehen. Die so entwickelten Klänge sollen sich nicht allein aus dem Fortschritt der Studiotechnik ergeben. Dazu gehört auch die These, dass die technischen Möglichkeiten im Prinzip jede Musik machbar werden lassen, ebenso aber zu horrender Unoriginalität und Verarmung verführen. Das führt bei Butzmann zu ungewöhnlichen Konzepten. Auf einer CD, an der auch Blixa Bargeld beteiligt war, hat Butzmann 1992 bei dem Titel Dive Bombers ausschliesslich an Stimmmaterial gearbeitet. Bei seinen Arbeiten lassen sich auch Anklänge an die Berliner Kunstform Dada erkennen. Im weiteren Verlauf seiner Entwicklung widmete er sich auch Formaten wie dem Hörspiel oder Radio-Feature. Die Ursendung seiner klingonisch-chinesischen Oper juHrop fand 2009 im Deutschlandradio Kultur statt.

Veröffentlichungen

Alben

  • Frieder Butzmann und Laurence Nagana - Bunte Flügel Eisengrau 1980
  • Vertrauensmann des Volkes Zensor 1981
  • Das Mädchen auf der Schaukel Zensor 1984
  • Frieder Butzmann / Thomas Kapielski - War Pur War Zensor 1987
  • Dive-Bombers (CD, Album) Zensor 1992
  • Wunderschöne Rückkoppelungen (LP, Ltd) Vinyl-On-Demand 2004
  • Wie Zeit vergeht (LP) Pan 2011

Singles & EPs

Kassetten

Kompilationen

Weblinks