Folk

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Abgrenzung
Ursprünge: Traditionelle Volksmusik
Herkunft: USA
Zeitraum: seit ca. 1930
Anders als: Country, Singer/Songwriter, Americana

Einführung und Geschichte

Die Geschichte des Folk ist regional stark unterschiedlich ausgeprägt. Im Allgemeinen versteht man darunter jedoch die auf traditionelle englischsprachige Volksmusik zurückgehende Form der populären Musik, die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts bzw. der Verbreitung populärer Musik im Massenmedienkontext in den USA und in Großbritannien aufgekommen ist. Im Normalfall denkt man bei Folk an einen Sänger und eine Akustikgitarre, aber auch regionalspezifische traditionelle Instrumente wie Banjo, Celtic Harp, Maultrommel o.ä. sind Bestandteile der Instrumentierung. Grundsätzlich geht es in der Folkmusik in ihrer ursprünglichen Form um Universalthemen wie Natur, Mythen, menschliche Schwächen und andere Phänomene, die die - in Abgrenzung zum ursprünglichen Blues jedoch ausschließlich weiße - Menschheit schon immer beschäftigt haben. Durch Akteure wie Pete Seeger, Woody Guthrie und Doc Watson wurden im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts allerdings auch das Persönliche und das Tagespolitische zum Gegenstand des Folk, einhergehend mit der Emanzipation des Interpreten vom Genre, was in solchen Pop-definierenden Persönlichkeiten wie Bob Dylan gipfeln sollte. Der spezifisch britische (d.h. englische und keltische) Folk befasste sich lange Zeit mehr mit traditionellen Formen und Arrangements, wie Bert Jansch, Roy Harper oder Donovan dies praktizierten. Sein Einfluss auf die Rockmusik aber ist, seit Gruppen wie Led Zeppelin auch akustische Elemente in ihren Sound mit aufnahmen, ebenfalls nicht zu unterschätzen. Gleiches gilt übrigens für das benachbarte Genre des Folkrock, in dem US-amerikanische Gruppen wie Crosby, Stills, Nash & Young, The Mamas & The Papas und The Byrds ebenso wie britische und irische Künstler der Marke Van Morrison, Clannad und Fairport Convention klassischen Folk mit moderner Rockmusik verschmolzen.

Seit den 1960er Jahren ist Folk auch ein Synonym für einen ursprünglichen, der Moderne kritisch gegenüberstehenden alternativen Lebensstil (Stichwort Müslibarden) geworden, wie ihn Künstler der Sorte Joan Baez oder - sehen wir dem Grauen ins Auge - die Kelly Family zumindest nach außen hin verkörpern. Auch die teilweise schwierige Abgrenzung zu Singer/Songwritertum, Blues oder bestimmte Sparten der Countrymusik - im Prinzip alles reduzierte, persönliche musikalische Ausdrucksformen - wie genreübergreifende Künstler wie Bruce Springsteen oder Johnny Cash sie verkörperten, ist ein den zeitgenössischen Folk definierendes Moment.

Der Folk im Indie-Kontext wird durch ebensolche Persönlichkeiten im Grenzgebiet zwischen verschiedenen Stilistika geprägt. Allen voran ist hier Beck zu nennen, der durch seine Inkorporation von Folk und Blues in einen modernen Stilcrossover entscheidend an der Repopularisierung des Folk auch in coolheitsorientierten Jugendkulturkreisen mitwirkte. Daneben sind aber auch zahlreiche andere Indie-Helden zu nennen wie etwa Will Oldham/Palace, Conor Oberst und das Saddle Creek-Label oder Ryan Adams, die jeder auf seine Weise eine eigene Neuinterpretation des Folk vorlegten. Eine spezifisch postmoderne Reaktion auf die zunehmende Kommerzialisierung des klassischen Folk war der Antifolk des frühen Beck oder der Moldy Peaches, der sich nicht eigentlich gegen Folk, sondern vielmehr auf dessen eigentliche Wurzeln gerichtet sah. Auch das New Acoustic Movement aus der Zeit des Millenniumwechsels nahm Elemente aus dem Folk auf, wenn auch ohne dessen inhaltliche Klarheit mit zu berücksichtigen. Schließlich gibt es auch noch nach wie vor den guten alten politischen Folk, wie ihn jüngst der Rage Against The Machine/Audioslave-Gitarrenwizard Tom Morello mit seinem Projekt The Nightwatchman wieder verbreitete.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Künstler:

Wichtige Alben:
Klassischer Folk:

Postmoderner Folk:

Wichtige Songs:
Klassischer Folk:

Vorläufer

Wichtige Labels