Factory Records

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Das Label Factory Records wurde 1978 von Tony Wilson und Alan Erasmus gegründet. Tony Wilson moderierte seit 1976 die alternative Musiksehsendung So It Goes auf Granada TV, Manchester und brachte dort Bands wie die Sex Pistols und Buzzcocks. Der Labelgründung ging Wilsons Organisation einer regelmäßigen Clubnacht namens The Factory (benannt nach Andy Warhols Factory) voraus, bei deren vier Eröffnungsabenden u.a. Durutti Column, Cabaret Voltaire und Joy Division auftraten. Das Plakat für den Abend wurde von Peter Saville gestaltet, der bald Hausdesigner von Factory Records wurde. Bis 1982 war Martin Hannett Produzent bei Factory, er produzierte unter anderem die Buzzcocks, Joy Division, New Order und ESG für Factory, später die Stone Roses, Happy Mondays und U2. Viele seiner Produktionen zeichnen sich durch den typischen Martin Hannett-Hall, eine Art Badezimmer- oder Übungsraum-Hall aus.

Als Ende 1978 die erste 7"-EP, A Factory Sample, veröffentlicht werden sollte, bestand Saville darauf, ihr die Katalognummer FAC 2 zu geben, weil sein Plakat FAC 1 gewesen sei. Von da an konstruierte Factory seine eigene Geschichte durch Katalogisieren von nicht nur Tonträgern und Videos, sondern auch wichtigen Ereignissen, Postern, Buttons, Fernsehsendungen, Konzerten, T-Shirts, Gebäuden, Briefpapier, Werbekampagnen, Weihnachtskarten usw.. Als dann noch Rob Gretton, Manager von New Order und Joy Division, dazukam, war das Line-up für eines der einflussreichsten Labels in der englischen Musikgeschichte komplett.

Ende 1992 musste das Label mit Schulden in Höhe von 2.500.000 englischen Pfund Konkurs anmelden. Ein Rettungsversuch in letzter Minute durch London Records scheiterte, als herauskam, dass New Order, und nicht Factory, das Recht an ihrem Material besaßen.

Zwischen 1994 und 1998 startete Tony Wilson mit Factory Too und Factory Once zwei Versuche, das Label wiederzubeleben. Im Januar 2005 kündigte Wilson "the fourth iteration of the Factory imprint" an: F4 Records.

Die Geschichte von Tony Wilson und Factory Records, Punk und Madchester erzählt der sehr empfehlenswerte Spielfilm 24 Hour Party People von Michael Winterbottom.

Bands auf Factory Records:

Filme, Bücher, etc

Weblinks