Elton John

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Biographie

Der Mann mit dem Piano, den unmöglichen Brillen und einer ebensolchen Kollektion an Haarteilen, den der Volksmund seit fast vierzig Jahren unter dem Alias Elton John kennt, gehört zu jener aussterbenden Art an Spätsechziger-/Frühsiebziger-Künstlern, die es trotz gelegentlicher Karriereknicks immer wieder nach oben geschafft haben. Nachdem er sich bis 1968 die Sporen in Bluesrockbands wie Bluesology verdient hatte, geriet der eigentlich Reginald Kenneth Dwight benamste Sänger und Pianist an den Texter Bernie Taupin. Daraus entwickelte sich eine kreative Partnerschaft, die zunächst für andere Pop-Künstler der späten 60er Jahre, ab 1970 dann auch für das Duo selbst Früchte tragen sollte. Nach dem 1969er Debüt Empty Sky von Elton John, das noch einige Zeit und intensives Touren in Amerika benötigte, bis es schließlich von der breiten Masse wahrgenommen wurde, purzelten ab 1971 die Nummer-Eins-Hits wie am Fließband: Alben und Songs wie Goodbye Yellow Brick Road, Bennie and the Jets, Rocket Man oder Crocodile Rock bestimmten die Radioprogramme und Hitlisten bis 1976. Dieses Jahr markierte einen Wendepunkt im Verhältnis zwischen Elton John und der Medienöffentlichkeit, denn in einem Interview mit dem Rolling Stone verkündete der Musiker, dass er bisexuell sei. In Verbindung mit dem übermäßigen Arbeitspensum sowohl auf Tour als auch mit Texter Taupin brachen die Verkaufszahlen stark ein, und es sollte bis 1983 dauern, bis der Name Elton John wieder eine Größe in den oberen Regionen der Charts werden sollte.

Ab jenem Jahr gelangen dem wiedervereinten Duo John-Taupin dann wieder Hits wie Nikita oder I'm Still Standing, doch hatte Elton John in den 80er Jahren mit starken persönlichen Problemen zu kämpfen. Neben Drogen- und Alkoholabhängigkeit war es nach wie vor die eigene Sexualität, die dem Sänger zu schaffen machte, war das "Geständnis" von 1976 doch nur die halbe Wahrheit gewesen. Doch anstatt sich zu seinem Schwulsein ganz zu bekennen, heiratete er 1984 die deutsche Tontechnikerin Renate Blauel, nur um sich vier Jahre später wieder scheiden zu lassen. Das Jahr 1988 war schließlich der Zeitpunkt, wo John mit sich ins Reine zu kommen versuchte, indem er u.a. seine extravaganten Bühnenkostüme und Brillen, die in den Siebzigern und Achtzigern sein Markenzeichen gewesen waren, allesamt verkaufte und einen erfolgreichen Drogen- und Alkoholentzug absolvierte. Die neue Klarheit schlug sich ab 1992 dann auch wieder in den Plattenverkäufen nieder, als Songs wie The One oder Can You Feel The Love Tonight wieder wie in alten Zeiten Platin einfuhren. Der größte Erfolg seiner Karriere stand Elton John jedoch noch bevor, wenn auch der Anlass ein trauriger war: Als die englische Prinzessin Diana 1997 tödlich verunglückte, spielte John, der eng mit ihr befreundet gewesen war, auf der Beerdigung seinen 1987er Hit Candle In The Wind (der ursprünglich Marilyn Monroe gewidmet gewesen war) mit neuem, auf Lady Di gemünzten Text. Der Song wurde als Single veröffentlicht und verkaufte sich innerhalb der ersten Woche nach Release mehr als drei Millionen mal allein in den USA. Seitdem ist Elton John, der sich inzwischen zu seiner Homosexualität bekannt und seinen Lebensgefährten geheiratet hat, endgültig als einer der größten Popkünstler überhaupt etabliert. Die Ernennung zum Ritter durch Königin Elizabeth II. von England war da nur das Tüpfelchen auf dem i.

Im Großraum Indiehausen ist der Name Elton John ein zwiespältiger: Einerseits ist der Mann in gewissem Sinne gleichbedeutend mit "Musik, die von Eltern gehört wird", was aber andererseits eine dermaßen langwierige Wirkungsgeschichte im Pop beinhaltet, so dass wohl kaum jemand, der in den letzten vierzig Jahren wenigstens aus Versehen mal einen Radiosender mit herkömmlichem Dudelfunk eingeschaltet hat, an Elton John vorbeigekommen sein dürfte. Zudem hat Johns Rolle als später, aber doch wirkungsmächtiger Repräsentant der Homosexuellen ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Relevanz, was u.a. das Duett mit dem bis dato als Schwulenfeind geltenden Rapper Eminem unterstrich. Schließlich gab es da noch das seit den späten Neunzigern einsetzende Siebziger-Pop-Revival, im Zuge dessen insbesondere die klassischen Hits des Musikers ein neues Publikum erreichten (siehe z.B. die Gruppenmitsingszene zu Tiny Dancer in Cameron Crowes Almost Famous), das zur Entstehungszeit der Songs teilweise noch nicht einmal geboren war. Sieht man sich dann noch die lange Reihe von Coverversionen aus dem Indie- und Alternative-Milieu an (da unten :-), dürfte auch dem letzten Zweifler klar sein, dass man, wenn man heute von populärer Musik spricht, auch als aufrechter Indieaner den Namen Elton John irgendwo immer doch mit meint.

Bands

  • Bluesology

Solo-Diskographie

  • 1969 Empty Sky
  • 1970 Elton John
  • 1971 Tumbleweed Connection
  • 1971 Madman Across The Water
  • 1972 Honky Château
  • 1973 Don’t Shoot Me I’m Only The Piano Player
  • 1973 Goodbye Yellow Brick Road
  • 1974 Caribou
  • 1975 Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy
  • 1975 Rock Of The Westies
  • 1976 Blue Moves
  • 1978 A Single Man
  • 1979 Victim Of Love
  • 1980 21 At 33
  • 1981 The Fox
  • 1982 Jump Up!
  • 1983 Too Low For Zero
  • 1984 Breaking Hearts
  • 1985 Ice On Fire
  • 1986 Leather Jackets
  • 1988 Reg Strikes Back
  • 1989 Sleeping With The Past
  • 1992 The One
  • 1993 Duets
  • 1995 Made In England
  • 1997 The Big Picture
  • 2001 Songs From The West Coast
  • 2004 Peachtree Road
  • 2006 The Captain And The Kid
  • 2010 The Union

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Musikexpress
Singles
1983 I'm Still Standing
25
-
-
1994 mit Ru Paul: Don't Go Breaking My Heart
-
13
-
1997 Candle In The Wind
-
-
8

All-Time-Charts

Goodbye Yellow Brick Road
Greatest Hits
Captain Fantastic and the Brown Dirt Cowboy
Honky Chateau
Tumbleweed Connection
Elton John
This Train Don't Stop There Anymore (Video, Regie: David LaChapelle)
Candle In The Wind (Song)


Trivia

  • Der Künstlername Elton John setzt sich aus den Vornamen des Bluesology-Saxophonisten Elton Dean und des Sängers Long John Baldry zusammen.

Referenzbands

Coverversionen

Elton John wird unter anderem gecovert von...

Videoclips

Weblinks