Elektronische Tanzmusik

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Elektronische Tanzmusik (EDM, Dance Music, Club Music, Dance) ist die zum Tanzen bestimmte Ausprägung der Elektronischen Musik. Elektronisch bedeutet hier, dass an einem Musikstück, im Gegensatz zur traditionellen „akustischen“ oder auch der Elektroakustischen Musik, ein qualitatives Übergewicht elektronischer Komponenten feststellbar ist.

Hintergrund

Von den traditionellen linearen Anforderungen der Musik wird hin zu Klangsituationen verschoben. Der (vertikalen) Klanggestaltung wird gegenüber der traditionell linearen Entwicklung – einem Ideal der abendländischen Musiktradition – so ein Vorteil zugestanden. Auch die Makroformen bekannter Genres werden auf diese Weise oft strapaziert. Die Elektronische Tanzmusik erhält ihre Spannungsbögen auf Grundlage eines Kontrasts repetitiver und progredierender Elemente, bei dem die repetitiven Elemente gewöhnlich die Basis der progredierenden ausmachen. Beim Tanz wirkt die Motorik oft vermittelnd. Klassische Songstrukturen kommen ebenfalls vor.

Keine Geschichte

Die Elektronische Tanzmusik verfügt über keine eigene Geschichte, da die tanzbaren Aspekte bereits vor ihrer Entwicklung zum Beispiel durch Kraftwerk immer wieder als Techniken anderer Musikrichtungen zur Diskussion standen. Diese Geschichtslosigkeit zeigt sich in der am ehesten schwammig zu nennenden Gegenüberstellung von tanzbar / nicht tanzbar, die ihr Pendant unmittelbar in der rhythmischen Gestaltung der jeweiligen Musik findet. Aus diesem Grund sind auch die Generationen der Elektronischen Musik und der Elektronischen Tanzmusik in etwa parallel mit der Entwicklung von der Klangsynthese als Grundlage hin zur Frage nach der Verfügbarkeit von Klängen (II. Generation) anzusetzen. In Richtung Stile und Genres verhält sich der Begriff wie ein Sammelbegriff, die derzeit gängigsten Tanzformen sind mit Dubstep, House, Techno, Breakbeat, Garage und Trance umrissen.

Nachbarschaften

Abgesetzt wird die Elektronische Tanzmusik zum einen von der Elektronischen Musik, der rhythmisch unabhängigeren Variante, sowie von der traditionellen akustischen Musik und auch der E-Gitarren-Fraktion, soweit sie nicht ins Experimentelle, zum Beispiel in Richtung der Computermusik greift. Wo die reine Verstärkung nicht als elektronische Komponente zählt, stellt sich die Frage nach der Zugehörigkeit zum Beispiel der E-Gitarre, ähnlich bei einem Roland Jazz-Piano. Die Elektronische Tanzmusik wird weniger scharf von der Computermusik abgesetzt, die mit ihren Mitteln eine Imitation und Fortführung der allgemeinen Tanzaspekte elektrisch erzeugter Musik ermöglichen kann. Im Gegensatz zum Elektro-Pop steht bei der Elektronischen Tanzmusik die Tanzbarkeit grundsätzlich im Vordergrund. Kaum plausibel erscheint eine Absetzung von der IDM, die zugehörigen Auffassungen erschöpfen sich in spekulativen Differenzen.

Trivia

Im englischen Sprachraum wird Electronic dance music deutlicher an historischen und wirtschaftlichen Dispositionen festgemacht.[1] Etwa um das Jahr 2009 wurde der Begriff EDM von der Musikindustrie aufgegriffen und zur Unterscheidung von anderer tanzbarer Musik verwendet (Rock, Jazz, Folk, Country, Hip Hop).

Einzelnachweise

  1. Siehe den Artikel Electronic dance music [1] bei der en.wiki

Weblinks

  • Artikel Elektronische Tanzmusik [2] bei der de.wiki
  • Artikel Electronic dance music [3] bei der en.wiki
  • Timeline of Electronic Music Genres [4] bei der en.wiki
  • Leo Merz – Digital Vintage (2007) [5] PDF bei roglok.net

Links im Juni 2017.