Doepfer MS-404: Unterschied zwischen den Versionen

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Das 19" Rackinstrument ist sehr einfach ausgestattet und glänzt vor allem durch den [[Oszillator|LFO 1]], der bis in die Mittenbereiche feineingestellt werden kann und damit Brechungen ermöglicht, die für andere Maschinen so kaum möglich sind.<ref>Ein deutliches Beispiel für eine solche Mittenfrakturierung per LFO 1 bei Budde / Osti – ''Obst'' ab Minute 4:00 genau [http://www.youtube.com/watch?v=zqE2Gj_HQsU] Video bei ''Youtube''</ref> Der LFO 1 ist allerdings auch entsprechend schwer zu bedienen. Beide LFOs modulieren die [[Oszillator|VCO]]s. Der Oszillator geht ein wenig in Richtung [[KORG MS-Serie|KORG]], aber Oszillatoren auf diesem Gebiet klingen meistenfalls sehr ähnlich. So gesehen kann man sich eigentlich auch irgendeinen monophonen Synthesizer anschaffen, wenn nur die Spezifika der Filter und ihrer Anordnung Sympathie erregen und der Oszillator fett genug ist. Wie so oft ist das äußere Design der Maschine bereits ein wichtiger Anhaltspunkt für wie sie dann klingt. Hier verhindert wahrscheinlich das einfache Design, dass die Maschine je als Kultsynthesizer verhandelt wird – zu simpel und ein wenig lieblos. Der Oszillator wird auch für das legendäre [[Doepfer A-100]] [[Modularsystem]] verwendet. Die 404 hat ein Audio-In, mit dem andere Instrumente anstelle des Oszillators tonangebend sein und anhand der Filter verändert werden können.
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Das 19" Rackinstrument ist sehr einfach ausgestattet und glänzt vor allem durch den [[Oszillator|LFO 1]], der bis in die Mittenbereiche feineingestellt werden kann und damit Brechungen ermöglicht, die für andere Maschinen so kaum möglich sind.<ref>Ein deutliches Beispiel für eine solche Mittenfrakturierung per LFO 1 bei Budde / Osti – ''Obst'' ab Minute 4:00 genau [http://www.youtube.com/watch?v=zqE2Gj_HQsU] Video bei ''Youtube''</ref> Der LFO 1 ist allerdings auch entsprechend schwer zu bedienen. Beide LFOs modulieren den [[Oszillator|VCO]]. Der Oszillator geht ein wenig in Richtung [[KORG MS-Serie|KORG]], aber Oszillatoren auf diesem Gebiet klingen meistenfalls sehr ähnlich. So gesehen kann man sich eigentlich auch irgendeinen monophonen Synthesizer anschaffen, wenn nur die Spezifika der Filter und ihrer Anordnung Sympathie erregen und der Oszillator fett genug ist. Wie so oft ist das äußere Design der Maschine bereits ein wichtiger Anhaltspunkt für wie sie dann klingt. Hier verhindert wahrscheinlich das einfache Design, dass die Maschine je als Kultsynthesizer verhandelt wird – zu simpel und ein wenig lieblos. Der Oszillator wird auch für das legendäre [[Doepfer A-100]] [[Modularsystem]] verwendet. Die 404 hat ein Audio-In, mit dem andere Instrumente anstelle des Oszillators tonangebend sein und anhand der Filter verändert werden können.
  
 
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Es gibt eine Auflage mit roten und eine mit gelben Potimarkierungen aus der Anfangszeit der Produktion sowie eine Sonderauflage in grünem Metall. Die Oktave ist auf etwa 1300 Cent verstimmmt, die Oktavreinheit also grundsätzlich nicht gegeben, deshalb sind größere Intervallabstände schwerer zu editieren. Mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher lässt sich die 404 öffnen, wo dann Mikropotentiometer mit einem Minischlitzschraubenzieher vertunet werden können oder es wird die Funktionalität der LFOs mit kleinen Jumpern zwischen Rechteck und Sägezahn umgesteckt.
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Es gibt eine Auflage mit roten und eine mit gelben Potimarkierungen aus der Anfangszeit der Produktion sowie eine Sonderauflage in grünem Metall. Die Oktave ist auf etwa 1300 Cent verstimmmt, die Oktavreinheit also grundsätzlich nicht gegeben, deshalb sind größere Intervallabstände schwerer zu editieren. Mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher lässt sich die 404 öffnen, wo dann Mikropotentiometer mit einem Minischlitzschraubenzieher vertunet werden können oder es wird die Funktionalität der LFOs mit kleinen Jumpern zwischen Rechteck und Sägezahn umgesteckt. Es wird empfohlen, das Gerät etwa 20 Minuten lang vorglühen zu lassen, bevor es verwendet wird – wenn die Maschine kalt ist, klingt sie womöglich ein wenig dünner.
  
 
== Musiker, die die 404 verwenden ==
 
== Musiker, die die 404 verwenden ==

Version vom 29. Januar 2013, 03:28 Uhr

Doepfer MS-404, rote Potentiometer
Die Doepfer MS-404, kurz: 404, ist ein monophoner Synthesizer, der 1994 als einer der zahlreichen zu etwa der Zeit erschienen midifähigen Roland TB-303-Klone auf den Markt gekommen ist und sich einer gewissen Beliebtheit erfreute. Bei Markteinführung kostete die 404 etwa 600 DM, die 303 dagegen ein vielfaches. Das Verhältnis hat sich bis heute nicht geändert. 2012 kostete der Expander etwa 200€ gebraucht.

Sound

Das 19" Rackinstrument ist sehr einfach ausgestattet und glänzt vor allem durch den LFO 1, der bis in die Mittenbereiche feineingestellt werden kann und damit Brechungen ermöglicht, die für andere Maschinen so kaum möglich sind.[1] Der LFO 1 ist allerdings auch entsprechend schwer zu bedienen. Beide LFOs modulieren den VCO. Der Oszillator geht ein wenig in Richtung KORG, aber Oszillatoren auf diesem Gebiet klingen meistenfalls sehr ähnlich. So gesehen kann man sich eigentlich auch irgendeinen monophonen Synthesizer anschaffen, wenn nur die Spezifika der Filter und ihrer Anordnung Sympathie erregen und der Oszillator fett genug ist. Wie so oft ist das äußere Design der Maschine bereits ein wichtiger Anhaltspunkt für wie sie dann klingt. Hier verhindert wahrscheinlich das einfache Design, dass die Maschine je als Kultsynthesizer verhandelt wird – zu simpel und ein wenig lieblos. Der Oszillator wird auch für das legendäre Doepfer A-100 Modularsystem verwendet. Die 404 hat ein Audio-In, mit dem andere Instrumente anstelle des Oszillators tonangebend sein und anhand der Filter verändert werden können.

Trivia

Es gibt eine Auflage mit roten und eine mit gelben Potimarkierungen aus der Anfangszeit der Produktion sowie eine Sonderauflage in grünem Metall. Die Oktave ist auf etwa 1300 Cent verstimmmt, die Oktavreinheit also grundsätzlich nicht gegeben, deshalb sind größere Intervallabstände schwerer zu editieren. Mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher lässt sich die 404 öffnen, wo dann Mikropotentiometer mit einem Minischlitzschraubenzieher vertunet werden können oder es wird die Funktionalität der LFOs mit kleinen Jumpern zwischen Rechteck und Sägezahn umgesteckt. Es wird empfohlen, das Gerät etwa 20 Minuten lang vorglühen zu lassen, bevor es verwendet wird – wenn die Maschine kalt ist, klingt sie womöglich ein wenig dünner.

Musiker, die die 404 verwenden

Hardfloor, Josh Wink, Tok Tok, 100records Berlin, Passive Musik Berlin

Musikbeispiele

  • Synthetic Machines – MS-404 [2] Liebhabertrack nur mit Sounds der 404 bei Youtube und Anmerkungen zu den Features
  • Budde / Osti & N "No" oK – The Circumferential Mind & Freestyle Addendum [3] Video bei Youtube mit insgesamt drei 404en am Start

Einzelnachweise

  1. Ein deutliches Beispiel für eine solche Mittenfrakturierung per LFO 1 bei Budde / Osti – Obst ab Minute 4:00 genau [1] Video bei Youtube

Weblinks

  • Artikel Doepfer MS-404 [4] bei Vintagesynth
  • Artikel Doepfer MS-404 [5] bei Synthesizer Magazin amazona.de
  • MS-404 Monophoner Analog-Synthesizer [6] bei Doepfer
  • Umbau zu einem 2-oktavigen Keyboard mit Holzgehäuse [7] bei Synthproject.de