Disco

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Abgrenzung
Ursprünge: Funk, Soul, Rhythm and Blues
Herkunft: New York / Italien
Zeitraum: Hochphase 1974 bis 1979
Anders als: Techno, Schlager, House

Disco bezeichnet eine Form der Tanzmusik, die in den mittleren 1970er Jahren zunächst in den USA und dann sehr rasch auch in Europa und der Welt beliebt wurde. Ein durchgehend tanzbarer Beat und die Verwendung in den namensgebenden Diskotheken waren – in Verbindung mit einem besonderen Kleidungsstil – die Hauptmerkmale des Genres, das etwa ab 1980 von anderen Formen der Tanzmusik wie beispielsweise dem aus Disco hervorgegangenen House oder auch dem Synthie-Pop abgelöst wurde.

Hintergrund

Der Ursprung des Disco-Sounds geht auf die – insbesondere homosexuelle – Clubszene im New York der frühen 1970er Jahre zurück. In den nun entstehenden Diskotheken (die sich durch die Verwendung von Schallplatten anstelle von live spielenden Gruppen auszeichneten) bildete sich ein eigener Sound heraus, der vor allem von Soul, Funk und teilweise auch eingängigem Hardrock geprägt war und zu dem man gut tanzen konnte. Ab 1974 entwickelte sich Disco zu einem internationalen Phänomen, und zahlreiche noch heute gespielte Klassiker des Genres entstanden in den mittleren und späten Siebzigern. Mit der globalen Verbreitung kristallisierten sich auch lokale Phänomene heraus (z.B. Italo Disco in Italien, die alles in Grund und Boden megasellenden Abba aus Schweden oder die legendäre westdeutsche Fernsehsendung "Disco" mit Ilja Richter). Seinen popkulturellen Höhepunkt erreichte das "Disco-Fieber" mit dem 1977 gedrehten Film Saturday Night Fever, in dem John Travolta in seinem ikonisch weißen Anzug mit schwarzem Hemd einen Disco-König darstellt. Der zugehörige Soundtrack, angeführt von „der“ Disco-Nummer überhaupt, nämlich Stayin' Alive von den Falsett-Päpsten, den Bee Gees, wurde zu einer der meistverkauften Schallplatten der 1970er. Zudem galten Diskotheken wie das New Yorker "Studio 54" mit seiner extrem elitären "Du-kommst-hier-nicht-rein"-Hauspolitik als Tempel der Coolness und des Styles, was noch in der letzten Provinz-Zappelbude zu imitieren versucht wurde. Selbst Hardrock-Bands wie Kiss (I Was Made for Lovin' You) und Queen (Another One Bites the Dust) oder die vormalige Bluesrockröhre Rod Stewart (Da Ya Think I'm Sexy?) hopsten in jenen Jahren mit auf den Disco-Zug auf.

Ab 1980 geriet Disco almählich aus der Mode, da sich mit New Wave und Synthie-Pop neue Formen der Pop-Tanzmusik etablierten. Noch direkter in der Disco-Nachfolge stehen allerdings Dance, House und Techno, die die Beat-Orientierung des Vorgängergenres noch weiter und zum Teil ins Extrem führten. Heute gibt es mit Acts wie Scissor Sisters, Daft Punk oder Hercules and Love Affair auch wieder Vertreter eines klassischeren, wenn auch postmodern gefilterten Disco-Sounds.

Akteure, Alben und Songs (Auswahl)

Wichtige Bands und Künstler:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

Vorläufer

Wichtige Labels