Deftones

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Deftones
Deftones
Deftones
Herkunft: Sacramento, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1988
Genres: New Metal
Alternative Rock
Labels: Maverick
Homepage: Deftones.com
Line-Up:
Chino Moreno: Gesang, Gitarre
Stephen Carpenter: Gitarre
Sergio Vega: Bass (seit 2009)
Abe Cunningham: Schlagzeug
Frank Delgado: DJ
Ehemalige Mitglieder:
Chi Cheng: Bass (1998–2008)

Die Deftones wurden 1988 in Sacramento gegründet. Sie gehören zu den Pionierbands des New Metal und konnten mit Alben wie "Around the Fur" und "White Pony" dem Genre wichtige Platten hinzufügen.

Bandgeschichte

Die Deftones sind eine der eigenständigsten und langlebigsten Bands aus dem Un-Genre des New Metal, das uns schon solche Proll-Heroen wie Limp Bizkit oder Methods of Mayhem bescherte. Eher sind sie dem Kreis der intelligenteren Protagonisten wie Far, System Of A Down oder Incubus zuzurechnen, da auch diese irgendwann die formatierten Wege verließen und zu neuen Ufern aufbrachen. Mit Far und auch Korn teilen die Deftones die gemeinsame Herkunft aus Sacramento, da sich Ende der 80er bis Anfang der 90er dort eine Szene bildete, die ihre Einflüsse aus der ersten Crossoverwelle mit dem Funk-Rap-Metal-Gemisch der Hauptbands Red Hot Chili Peppers und Faith No More bezog, aber auch den neuen Metalsound von Bands wie Pantera und natürlich Grunge als Inspiration aufnahm. 1988 kam so die erste Inkarnation der Deftones zusammen, als die Schulfreunde Chino Moreno (Gesang und Gitarre), Abe Cunningham (Schlagzeug) und Stephen Carpenter (Gitarre) gemeinsam Musik zu machen begannen. Bis 1990 hatte sich dann die klassische Besetzung mit Chi Cheng am Bass – minus DJ Frank Delgado, der erst ab 2000 offizielles Bandmitglied wurde, die Band aber schon vorher live unterstützt hatte – versammelt, doch dauerte es noch bis 1993, als die regional bereits etablierte Band einen Plattenvertrag beim Madonna-Label Maverick ergattern konnte. 1995 erschien dann das vom erfahrenen Alternative Metal-Produzenten Terry Date (Pantera, Soundgarden) betreute Debütalbum Adrenaline, das mit seiner Mischung aus aggressivem, emotionalem Gesang und rifforientiertem Metal bereits viel vom Sound des New Metal der späten 90er vorwegnahm, seinerzeit aber wenig Resonanz hervorrufen konnte. Der Zweitling Around the Fur von 1997 stieß dann auf deutlich offenere Ohren, wozu sicherlich auch der Erfolg der befreundeten Korn beigetragen hatte. Songs wie My Own Summer (Shove It) und Be Quiet and Drive (Far Away) wurden zu Clubhits, und durch beharrliches Touren konnten die Deftones sich auch außerhalb der Staaten einen Namen machen. Besondere Aufmerksamkeit fanden Organ und Auftritt von Chino Moreno, der starke Expressivität zwischen poetisch gehauchten Zeilen und scheinbar außer Kontrolle geratenen Urschreien zeigte.

Für das nachfolgende Album ließ sich die Gruppe drei Jahre Zeit, in denen das Genre des New Metal bereits seinen Zenit überschritten zu haben schien, wurde es doch in erster Linie mit – gelinde formuliert, umstrittenen – Gruppen wie Limp Bizkit oder Linkin Park gleichgesetzt, deren Material nicht die Intensität und Experimentierfreude der Anfänge des Genres aufweisen konnte. Als White Pony schließlich im Sommer des Jahres 2000 erschien, waren sich Presse und Fans einig, dass hier ein Ausweg aus dem Dilemma vorgelegt wurde, denn die Songs des Albums pendelten zwischen experimentellen und eingängigen, sanften und unerträglich harten Klängen. Insbesondere das Duett The Passenger mit Tool-Sänger Maynard James Keenan verkörperte diese Atmosphäre sehr eindrücklich. Krönung dieses Erfolgs war – neben den hohen Verkaufszahlen (bis heute über 1,2 Millionen Kopien) und Platz 3 in den Billboard-Albumcharts – die Auszeichnung des Albumsongs Elite mit dem Grammy 2001.

Bis 2003 widmeten sich die Mitglieder der Deftones in erster Linie ihren Nebenprojekten, wobei vor allem Team Sleep – für das beispielsweise der White-Pony-Track Teenager ursprünglich vorgesehen gewesen war – von Chino Moreno sowie Phallucy von Abe Cunningham hervorzuheben sind. Danach fühlte man sich aber offensichtlich verpflichtet, nach dem Erfolg des dritten Albums einen weiteren Gang an Extremität und Intensität nachzulegen, und so wurde der unbetitelte vierte Longplayer entsprechend härtere Kost. Die Plattenverkäufe gingen trotz überwiegend positiver Reaktionen von Fans und Kritikern entsprechend nach unten, woran bislang weder eine 2005 herausgebrachte B-Seiten-Kollektion (auf der die Band u.a. ihre Helden wie The Cure, Helmet und Jawbox, aber auch überraschende Künstler wie The Smiths, Duran Duran oder Sade covert) noch das jüngste, erstmals nicht von Terry Date, sondern Bob Ezrin produzierte Album Saturday Night Wrist (2006) mit Gastauftritten von Serj Tankian (System Of A Down) und Jonah Sonz Matranga (Ex-Far) etwas ändern konnten. Nichtsdestoweniger sind die Deftones nach wie vor einer der wenigen Bands, die in Zeiten formatierter schwerer Rockmusik eigene Akzente zu setzen vermögen. Im November 2008 wurde Bassist Chi Cheng in einen Unfall verwickelt und liegt seitdem im Koma. Für Chi wurde ein Spendenprojekt mit dem Namen One Love For Chi ins Leben gerufen. In diesem Rahmen nehmen etwa verschiedene Musiker der Bands Korn, Slipknot und Sevendust einen gemeinsamen Song auf oder Deftones-Gitarrist Stephen Carpenter remixt unter dem Alias Sol Invicto einen Song der Deftones um den Erlös aus den Verkäufen davon Chi als Unterstützung zukommen zu lassen.[1][2] Das für 2009 angekündigte Album Eros wird wegen des tragischen Zwischenfalls vorerst auf Eis gelegt, jedoch spielt die Band weiterhin Konzerte mit Sergio Vega (ehemals Quicksand) am Bass und nahm außerdem zusammen mit Produzent Nick Raskulinecz ein neues Album namens Diamond Eyes auf, welches im Mai 2010 erscheinen soll. Ein erster Song namens Rocket Skates erschien am 23. Februar als Gratis-Download auf gunsrazorsknives.com. Über den derzeitigen Zustand Chi Chengs wurden bisher keine weiteren Informationen bekannt gegeben, ebenso ist weiterhin ungewiss, was aus dem geplanten Album Eros wird.[3]

Nach der Veröffentlichung des 6. Deftones-Albums tat sich Sänger Chino Moreno mit Shaun Lopez von Far um das Projekt Crosses ††† ins Leben zu rufen. Ihre erste EP namens erscheint im Juli als Gratis-Download im Internet.[4]

Kollaborationen

Diskographie

Alben

Singles/EPs

  • 2000 Mini Maggit (EP, Maverick)

Sonstige

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV F NOR FIN NZ
1997 Around the Fur - - 29 - - - 41 - 32 -
1998 Live - - - - - - 49 - - -
2000 White Pony 11 13 3 39 68 35 6 3 13 14
2001 Back to School (Mini Maggit) - 35 - 64 - - 64 - - -
2003 Deftones 8 7 2 20 19 23 14 18 9 2
2005 B-Sides & Rarities 85 - 43 54 93 - 59 - - -
2006 Saturday Night Wrist 24 33 10 18 31 35 33 32 33 8
2010 Diamond Eyes 8 26 - - - - - - - -
Singles
1998 My Own Summer (Shove It) - 29 - - - - - - - -
2003 Minerva - 15 - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Visions Plattentests Online Visions Plattentests Online
1997 Around The Fur
-
-
-
9 -
1998 Around The Fur
-
-
-
16 -
2000 White Pony
15
ohne Rang
9
1
3
2003 Deftones
-
35
-
9 -
2006 Saturday Night Wrist
-
15
-
11 9
Singles
1997 Mascara
-
-
-
20 -
2000 Digital Bath
-
-
6
- -
2000 The Passenger
-
-
-
- 10
2003 Minerva
-
-
-
7 -
2006 Hole In The Earth
-
-
1
4 -

All-Time-Charts

Around The Fur
White Pony

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Der Bandname entstand aus einer Wortspielerei des HipHop-Slangwortes "def" mit dem Suffix "-tones", das insbesondere bei den Surfbands der späten 50er und frühen 60er Jahre (z.B. Deltones) beliebt war. Eine andere Lesart ist "deft ones", was ganz grob mit "die, die es drauf haben" zu übersetzen wäre.

Referenzbands

Coverversionen

Die Deftones covern...

Videoclips

Weblinks

  • http://visions.de/news/11206/Newsflash
  • http://www.visions.de/news/13669/Deftones-Nebenprojekt-hilft-Chi-Cheng
  • http://www.visions.de/news/12414/Deftones-Neuer-Song-fuer-Umme
  • http://www.visions.de/news/14730/Crosses-Symbol-einfuegen