Deep Purple

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Deep Purple
Deep Purple 2003
Deep Purple 2003
Herkunft: Hertford, England
Aktiver Zeitraum: seit 1968
Genres: Hardrock, Progressive Rock, Proto-Metal
Labels: Edel Records, EMI, BMG, Polydor, Warner Bros., Tetragrammaton Records, Aquarius Records
Homepage: DeepPurple.com
Line-Up:
Ian Gillan: Gesang (1969–1973, 1984–1989, seit 1992)
Steve Morse: Gitarre (seit 1994)
Roger Glover: Bass (1969–1973, seit 1984)
Ian Paice: Schlagzeug (1968–1976, seit 1984)
Don Airey: Tasteninstrumente (seit 2002)
Ehemalige Mitglieder:
Ritchie Blackmore: Gitarre (1968–1975, 1984–1993)
Jon Lord: Tasteninstrumente (1968–1976, 1984–2001)
Rod Evans: Gesang (1968–1969)
Nick Simper: Bass (1968–1969)
Tommy Bolin: Gitarre (1975–1976)
Glenn Hughes: Bass (1973–1976)
David Coverdale: Gesang (1973–1976)
Joe Lynn Turner: Gesang (1989–1991)
Joe Satriani: Gitarre (1993–1994)

Deep Purple sind eine britische Band, die 1968 gegründet wurde und bei zahlreichen Lineup-Wechseln bis heute besteht. Sie sind eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten und gelten zusammen mit Black Sabbath und Led Zeppelin als die Gründerväter von Hardrock und Heavy Metal.

Bandgeschichte

Die über vierzigjährige Geschichte von Deep Purple ist vor allem von zahlreichen Lineup-Wechseln geprägt, deren verschiedene Inkarnationen der Fan-Volksmund als "Mark I" (Gründung 1968) bis "Mark VIII" (heute) bezeichnet. Die integralen Bestandteile der ersten Phase bis zur Hochzeit Mitte der Siebziger waren Keyboarder Jon Lord, Gitarrist Ritchie Blackmore und Schlagzeuger Ian Paice, die in der legendären "Mark II"-Formation ab 1969 durch Sänger Ian Gillan und Bassist Roger Glover ergänzt wurden. In dieser Besetzung gelang Deep Purple 1970 der Durchbruch als eine der wegweisenden Bands der Siebziger-definierenden Genres von Hardrock, Progressive Rock und Quasi-Metal. Blackmore und Lord wurden zu quintessenziellen Vertretern des Gitarren- bzw. Tastenvirtuosen (bezeichnenderweise bereitete Lords klassisch aufgebaute Suite "Concerto for Group and Orchestra" den Weg zum Erfolg), während Songs wie Child in Time, Black Night und natürlich der Schrecken aller Gitarrenhändler, Smoke on the Water zu millionenfach (nach-)gespielten Klassikern des Hardrock wurden. Ian Gillan machte Led Zeppelins Robert Plant Konkurrenz als heulender Wolf, und auch die Rhythmussektion Glover-Paice setzte Standards für den Punch der härter rockenden Zunft. Bis 1973 entstanden so Alben wie "In Rock" und "Machine Head", die bis heute zu den Klassikern ihres Genres zählen. Dann allerdings drehte sich das Purple-Personalkarussell weiter, und für Gillan und Glover (die sich mit Blackmore zerstritten hatten) kamen David Coverdale (später Whitesnake) und Glenn Hughes (später zur Konkurrenz von Black Sabbath in deren orientierungsloser Post-Ozzy-Phase gewechselt) und brachten Vokalharmonien sowie Einflüsse aus Funk und Blues mit. Das goutierten zwar die Plattenkäufer (die Alben "Burn" und "Stormbringer" knackten die US-Top Ten), nicht aber Gitarrist Blackmore, der 1974 mit den Worten "I don't like funky soul music" den Dienst bei Purple quittierte und stattdessen mit u.a. Ronnie James Dio (ebenfalls ein späterer Sabbath-Fronter und Erfinder des "teuflischen" Zweifinger-Metal-Grußes) die nicht minder erfolgreichen Rainbow ins Leben rief. Ersatzmann Tommy Bolin konnte den Untergang des schlingernden Purple-Tankers zwar verlangsamen (er mochte im Gegensatz zu Blackmore "funky soul music"), aber nicht aufhalten, so dass Deep Purple im Jahr 1976 vorerst zu den Akten gelegt wurden.

Für eine Reunion gab es zunächst wenig Anlass, da die einzelnen Mitglieder mit ihren jeweiligen neuen Eigenprojekten oder Fremdverpflichtungen gut beschäftigt waren. 1984 ließ sich dann das klassische "Mark II"-Lineup aber dann doch von den Schecks der Plattenfirma locken, ging auf ausverkaufte Welttournee und nahm auch erfolgreich neue Alben auf ("Perfect Strangers" und "The House of Blue Light"). 1989 hatten sich sich Gillan und Blackmore allerdings aufs Neue zerstritten, und diesmal war es der Sänger, der gehen musste, um ausgerechnet von Ex-Rainbow-Vokalist Joe Lynn Turner ersetzt zu werden. Nach Ende der Tour wurde Turner – kein feiner Zug – gefeuert, und sowohl Plattenfirma als auch Lord, Paice und Glover wollten Gillan wieder in der Band haben, was Blackmore grummelnd (und gegen eine Viertelmillion Dollar "Entschädigung") akzeptierte. 1993 allerdings verließ der Gitarrist just während einer weiteren Welttournee wieder und diesmal endgültig Deep Purple. Saitenhexer Joe Satriani füllte für die restlichen Livedates den Gitarristenposten aus und hätte nach Meinung der übrigen Tiefvioletten ruhig auch noch länger bleiben können, war jedoch vertraglich anderweitig gebunden, so dass Ex-Kansas/Dixie Dregs-Gitarrist Steve Morse seit 1994 mit an Bord ist.

Seitdem war der einzige größere seismische Schock in der Purple-Geschichte der Ausstieg von Jon Lord im Jahr 2001, welcher allerdings freundlich vonstatten ging und dem der langjährige Bandfreund Don Airy an der Klaviatur folgte. Deutlich mehr Trauer erzeugte hingegen Lords Tod am 16. Juli 2012, als der an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidende Ex-Keyboarder im Alter von 71 Jahren einer Embolie erlag.

Diskographie

Alben
  • 1968 Shades of Deep Purple
  • 1968 The Book of Taliesyn
  • 1969 Deep Purple
  • 1970 Deep Purple in Rock
  • 1971 Fireball
  • 1972 Machine Head
  • 1972 Made in Japan
  • 1973 Who Do We Think We Are
  • 1974 Burn
  • 1974 Stormbringer
  • 1975 Come Taste the Band
  • 1984 Perfect Strangers
  • 1987 The House of Blue Light
  • 1990 Slaves & Masters
  • 1993 The Battle Rages On
  • 1996 Purpendicular
  • 1998 Abandon
  • 2003 Bananas
  • 2005 Rapture of the Deep

Referenzkasten

  • Deep Purple ist der Name eines populären britischen Schlagers aus den 1930er Jahren, der das Lieblingslied von Ritchie Blackmores Großmutter war.
  • Die Metal-Band Machine Head benannte sich nach dem gleichnamigen Deep Purple-Album.

Trivia

  • Das Riff des wohl bekanntesten Deep-Purple-Songs Smoke On The Water wurde angeblich von Maria Moite von Astrud Gilberto und Gil Evans geklaut. Auch andere ihrer Songs weisen Ähnlichkeiten zu älteren Jazz-Songs auf. Black Night etwa zu Ricky Nelsons Summertime, Burn zu George Gershwins Fascinating Rhythm, Child in Time zu Bombay Calling von It's A Beautiful Day. Sänger Ian Gillan gab später zu, sich für Deep-Purple-Songs bei anderen Musikern bedient zu haben.[1]

Referenzbands

Weblinks

Quellen

  1. http://www.cracked.com/article_18500_the-5-most-famous-musicians-who-are-thieving-bastards_p2.html