Coverversion

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Definition

Als Coverversion bezeichnet man die Neuinterpretation eines Songs durch andere Musiker. Im Gegensatz dazu spricht man von der Originalversion als der Version, in der ein Lied bekannt wurde (vor der Erfindung von Tonträgern durch Bühnenshows) bzw. derjenigen, die zuerst auf Tonträgern veröffentlicht wurde.

Historie

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es bei den Plattenfirmen gängige Praxis, die Hits ihrer Konkurrenten von eigenen Interpreten neu einspielen zu lassen. Da der Vertrieb noch bei weiten nicht so schnell und umfassend wie heute war, konnten in Teilen Coverversionen ihr Publikum vor der Originalversion erreichen. Vor allem zu Beginn war also die Coverversion ausschließlich kommerziell motiviert. Für diese Vorgehensweise gibt es selbst heute noch ab und an Beispiele: der Novelty-Hit "Dragostea Din Tei" wurde in Deutschland zunächst von Haiducci veröffentlicht und erreichte Platz 2 in den deutschen Single-Charts bis kurz darauf das Original der moldawischen Band O-Zone für 14 Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts verweilte.

Der Begriff selbst wird seit den 1940er Jahren des 20. Jahrhunderts verwendet. Zur Herkunft des Begriffes Cover Version gibt es mehrere Theorien, aber keine endgültig bestätigte. Das am häufigsten gecoverte Stück aller Zeiten soll Gloomy Sunday von Rezső Seress (im Original: Szomorú Vasárnap) sein, nach anderen Informationen The BeatlesYesterday.[1] Vanilla Fudge sind als eine der ersten Bands verzeichnet, die eine deutlich und absichtsvoll vom Original abweichende Coverversion eines Originalhits, Keep me hanging on von den Supremes in einer Psychedelic Rock-Version, vorstellten. Gleichfalls Deep Purples spektakuläre Version von Hey Joe, das zuvor durch Jimi Hendrix in die Aufmerksamkeit der Musikszenen gelangte. Nachhaltig geprägt wurde der Umgang mit Coverversionen durch die Residents, deren verfremdender und in erster Linie ironischer Umgang mit Hits nicht nur der 1960er Jahre stilprägend genannt werden kann. In diesem Zusammenhang können auch zwei Coveralben der Flying Lizards (s/t von 1979 und Top Ten) erwähnt werden.

Theorie

Coverversionen unterliegen im Allgemeinen eher den stilistischen Vorstellungen der Coverbands als dass sich die strukturellen oder textuellen Elemente durchsetzen würden. So gibt es im Punk, Hardcore-Punk und auch Hardcore das Uptempo-Cover, bei dem Stücke mittleren Tempos aus den Charts als Highspeed Versionen gespielt werden. Insbesondere der Funpunk tut sich auf diese Weise hervor. Da aber beim Hören auch das Original und eine Einstellung zum Original mitrezipiert wird, ist auch die Rede von einer „Überblendung“ der Coverversion durch das Original, wodurch die Authentizität des Ergebnisses in vielen wenn nicht den meisten Fällen hinterfragt werden kann.

Coveralbum

Es gibt im Prinzip zwei Arten von Alben, die ausschließlich aus Coverversionen bestehen: ein Musiker interpretiert ausschließlich fremde Songs neu, zumeist als eine Art Ehrerbietung an die eigenen Idole (siehe zum Beispiel Patti Smiths Coveralbum Twelve). The Bollock Brothers haben das gesamte erste Sex Pistols Album gecovert, Camper van Beethoven die ganze DoLP Tusk von Fleetwood Mac. Eine weitere Art ist das sogenannte Tribute-Album, bei dem verschiedene Künstler je ein Stück eines bestimmten anderen Künstlers neu aufnehmen.

Am Beispiel der Ramones kann man beide Möglichkeiten vergleichen: Acid Eaters ist ein Album, das die Ramones aufgenommen haben und das ausschließlich aus Neuinterpretationen fremder Songs (von The Who bis zu The Seeds) besteht, wohingegen We're A Happy Family von anderen Bands wie U2, Red Hot Chili Peppers, Green Day oder Tom Waits aufgenommen wurde, die je einen Ramones-Song covern.

Eine wahrscheinlich eher singuläre Herangehensweise bietet die Monty Python-Band Rutles, die in Anlehnung an Beatles Platten (auch das Cover ist der Magical Mystery Tour entlehnt) viele Songs der Beatles völlig neu interpretieren und allein den Habitus der jeweiligen Songs repräsentieren.

Remix

Der Remix ist von der Coverversion zu unterscheiden, für den Musikern stehen hier zumeist die Originalspuren zur Verfügung und der Remix muss dementsprechend von den Schöpfern der Originale autorisiert werden, leistungsfähige Programme, mit denen Einzelspuren aus einer Summe freigestellt werden können, gibt es zur Zeit noch nicht, Remixe erfolgen daher entweder als Auftragsremix oder Remix-Contest, bei denen die Einzelspuren zur Verfügung gestellt werden oder im Internet hinterlegt sind.

siehe auch

Einzelnachweis

  1. Artikel [1] bei The New Yorker

Weblinks

  • Cover vs. Original – Der große Songcontest [2] bei Cover vs. Original.de
  • Vanilla Fudge – Keep me hanging on [3] bei Youtube
  • The Residents – Nobles of the Mystic Shrine [4] John Philip Sousa durch die Residents bei Youtube
  • Lydia Lunch – Gloomy Sunday [5] Video bei Youtube