Country

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Abgrenzung
Ursprünge: Folk, Volksmusik
Herkunft: USA
Zeitraum: 1800 bis heute
Anders als: Folk, Blues, Rock'n'Roll

Country oder auch Country & Western ist eine traditionelle Musikform aus den USA, die ihrem Namen entsprechend mit den ländlichen Gebieten der Vereinigten Staaten verknüpft ist.

Einführung und Geschichte

Ursprünge (1800–1930)

Country Music wird gemeinhin als "der Blues des Weißen Mannes" und Volksmusik der einfachen Menschen in den USA bezeichnet. In der Tat gehen die Ursprünge dieses Musikstils auf das ländlich-dörfliche Leben in den Appalachen, dem Mittleren Westen oder dem Süden der Vereinigten Staaten zurück. Die dort lebenden Menschen pflegten eine Form der Hausmusik, die auf althergebrachte (meist aus England stammende) Melodien, einfaches Instrumentarium und Texte nah an der Lebenswirklichkeit der Musizierenden und Zuhörer basierte. Gespielt wurde hauptsächlich die Fiddle (eine Form der Violine), Banjo, Kazoo (Maultrommel) sowie mitunter auch Zither und Gitarre oder improvisierte Instrumente wie das Waschbrett oder der Tonkrug. In dieser Form existierte die Country Music mit lokalen Ausprägungen seit dem 19. Jahrhundert, wobei nicht immer genau zwischen Country, frühem Folk und anderen Formen amerikanischer Volksmusik zu trennen ist. Country weist auch Kennzeichen indianischer Musik vor.

Popularisierung und Diversifizierung (1930–1960)

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts geriet auch die Countrymusik in den Kreislauf von Massenmedien und Tonträgerherstellung. Ab den 1930er Jahren wurde Country dann durch seinen ersten Superstar, den Sänger und Gitarristen Jimmie Rodgers, erstmals landesweit und vor allem in den urbanen Zentren der USA beliebt. Ihm folgte die Carter Family, die von den 1930er Jahren an eine der formativen Gruppen im Countrybereich sein sollte. Mit der landesweiten Radiosendung "Grand Ole Opry" erhielt Country eine feste mediale Plattform und immer größere Beliebtheit, und Künstler wie Roy Acuff und Hank Williams wurden wie Popstars gefeiert.

In den 1940er und 1950er Jahren begann sich das bis dato relativ homogene Genre zu diversifizieren, was letzten Endes zu einer Zweiteilung in einen traditionellen Zweig mit u.a. Honky Tonk, Bluegrass sowie traditionellen Gesangstechniken, wie dem im Country von Beginn an als Gesangstechnik beliebten Jodeln (vgl. Jimmie Rodgers oder Slim Whitman)[1] einerseits und einen moderner orientierten Zweig andererseits führte. Letzterer war vor allem durch die Entstehung der modernen Popmusik und insbesondere des Rock'n'Roll beeinflusst, was zu einem glatteren und produktionstechnisch aufwändigerem Klangbild führte. Auch hielten nun elektrifizierte Instrumente aus dem Rock'n'Roll-Kontext wie E-Gitarre und E-Bass, Rock-Schlagzeug und Keyboards Einzug in das Country-Kontinuum. Während also auf der einen Seite Künstler wie Conway Twitty, Tammy Wynette oder George Jones weiterhin die klassischen Countrythemen wie Fernfahrer-Einsamkeit, Cowboyleben oder das gute, einfache, traditionelle Zuhause besangen, wandten sich die sogenannten "Outlaws" wie Johnny Cash, Willie Nelson, Merle Haggard oder Kris Kristofferson auch ernsteren Themen zu und erwiesen sich auch stilistisch als Grenzgänger zwischen Country, Folk, Rock und Pop.

Country-Rock und andere Genremischungen (19601980)

In den 60er Jahren wurde dann erstmals der Versuch gemacht, den Country mit Strömungen der aktuellen populären Musik zu vermischen. Wegbereiter hierfür waren vor allem The Byrds mit ihrem Kurzzeit-Mitglied Gram Parsons, aber auch Bands wie Crosby, Stills & Nash, die im Hippie-Kontext das gute, einfache Leben auf dem Lande besangen. Auch der Southern Rock der 70er, wie ihn Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet spielten, griff auf viele Elemente des Country zurück. Experimente mit härteren Musikrichtungen wie Punkrock blieben jedoch zunächst aus, was auch auf die starken ideologischen Differenzen zurückzuführen ist; galt Country doch als Musik von konservativen, engstirnigen Rednecks, die alles Progressive hassten und in traditionellen Schablonen verharrten. (In Deutschland ist dieses "Feindbild" des unsäglichen Deutsch-Country der Marke Truck Stop, Tom Astor oder Gunter Gabriel nach wie vor existent, auch wenn Bands wie Fink einen Indie-kompatiblen Gegenentwurf präsentierten.)

Aktuelle Entwicklungen (1980–heute)

Neben den weiterhin bestehenden Zweigen des klassischen Country (mit Garth Brooks als erfolgreichstem Traditionalist und dem verstorbenen Johnny Cash als Ikone des progressiven Arms) haben auch die jüngeren Entwicklungen in der (Indie-)Pop- und Rockmusik das Genre nicht unberührt gelassen. Als ganzes Subgenre ist Alternative Country (oft auch Alt.Country abgekürzt) zu nennen, dessen Exponenten Wilco, Uncle Tupelo oder Ryan Adams seit den späten 1980er Jahren an einem Indierock-affinen Gegenentwurf zum klassischen Nashville-Sound arbeiteten. Lyle Lovett hat den Country mit Jazz- und Big Band-Elementen versorgt und später auch mit Streicherensembles gespielt. Hinzu kommt noch das Genre Americana, eine klanglich im Süden der USA beheimatete Stilart, deren Vorreiter Howe Gelb mit Giant Sand sowie Calexico sich auf den Urvater Ry Cooder beziehen. Seit den 80ern gibt es auch noch das Genre des Cow-Punk, der Elemente aus Hardcore und Country vermischt und zu dessen wichtigsten Bands die Meat Puppets, Jon Wayne oder DM Bob & the Deficits zählen. Eugene Chadbourne spielt oft Countrysongs auf sehr experimentelle Art und Weise.

Akteure, Alben und Songs

Bands
Songs

Vorläufer

Einzelnachweise

  1. Slim Whitman – Cattle Call Original 78 RPM [1] bei Youtube, Uploader: ferrarial