Corporate Rock

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Corporate Rock ist ein abwertender Ausdruck für den Stadionrock oder MOR vor allem der 1970er und 1980er Jahre, der durch überdimensionale Tourneen in besagten Arenen und Stadien gekennzeichnet war. Oftmals ursprünglich aus dem Progressive Rock-Bereich kommende Bands wie Journey, REO Speedwagon, Mr Mister oder Foreigner, die vor allem in den USA Millionen von Platten verkauften, glätteten ihren Sound und reicherten ihn um eingängige Hardrock-Elemente an, so dass eine möglichst breite Konsumentenschicht angesprochen wurde. Der Name "Corporate Rock" bezieht sich dabei auf die Zusammenarbeit mit Sponsoren, welche die Kosten für die aufwändigen Tourneen mitfinanzierten, aber auch auf die Bereitschaft der zugehörigen Bands, auf Anweisungen der Musikindustrie und ihrer großen Majorlabels einzugehen, um kantige oder kontroverse Elemente aus ihrem Sound zu entfernen, um kommerziell möglichst erfolgreich zu sein.

Als direkte Gegenbewegung zum Corporate Rock ist der Punkrock mit seinen Nachkommen aus Post-Punk, Indierock und generell allen Musikarten, die auf die Basis des Do It Yourself-Ethos verweisen, zu verstehen. Eine besonders zwiespältige Rolle im Konflikt zwischen Corporate und Punk kam dabei dem Grunge der frühen 1990er zu, der mit seinen Exponenten Nirvana, Pearl Jam oder Soundgarden eigentlich für das Gegenteil von Corporate Rock stand, letztlich aber durch seinen eigenen Massenerfolg – symbolisiert in der Übernahme der Pole Position in den US-Albumcharts durch Nirvanas zweites Album (und Majordebüt) "Nevermind" sowie die extrem populäre Single Smells Like Teen Spirit – ebenfalls Mainstreamstatus erlangte und in seiner Folgegeneration von Alternative Rock letztlich nur eine neue Art des populären Stadionrocks darstellte.