Codeine

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Codeine
Codeine bei der Reunion 2012
Codeine bei der Reunion 2012
Herkunft: New York City
Aktiver Zeitraum: 19891994, 2012
Genres: Slowcore, Indierock, Post-Rock
Labels: Glitterhouse, Sub Pop, Simple Machines Records
Homepage: Fanpage
Line-Up:
Stephen Immerwahr: Bass, Gesang
John Engle: Gitarre
Douglas Scharin: Schlagzeug (1992-1994)
Ehemalige Mitglieder:
Chris Brokaw: Schlagzeug (1989-1992)

Codeine wurden 1989 in New York gegründet und lösten sich 1994 auf. Sie gelten als Mitbegründer von Slowcore und Post-Rock. Im Jahr 2012 kam die Band für wenige Auftritte wieder zusammen, um sich anschließend endgültig aufzulösen.

Bandgeschichte

Codeine waren eine der Bands, die aus dem Hardcore kamen und dessen Prinzip, dass Härte gleich Schnelligkeit bedeute, auf den Kopf stellten. Das Ergebnis nannte sich Slowcore (oder auch Sadcore) und war unglaublich langsam und deprimierend, dabei aber durch den schüchternen Gesang von Stephen Immerwahr von einer berückenden Schönheit, die Codeine neben Low und Come zu Exponenten dieser Stilrichtung werden ließen. Ihr Debütalbum "Frigid Stars" fand 1990 jedoch zunächst keinen Abnehmer in ihrer Heimat USA, erschien dafür aber beim deutschen Vorzeige-Indie Glitterhouse. (1991 wurde es dann doch noch bei Sub Pop in den USA veröffentlicht.) Zu hören war der seinerzeit völlig neue Ansatz, verzerrte Gitarren in extrem gedrosselter Geschwindigkeit mit melancholischen, nahezu gesprochenen Gesangslinien und zutiefst depressiven Texten zu paaren. 1992 folgte die EP "Barely Real", auf der das Rezept noch weiter verfeinert wurde und auf welcher David Grubbs (u.a. Gastr del Sol) einen Gastauftritt hatte. Die Bandchemie war allerdings nie die beste gewesen, was sich vorerst in der Nichtverwendung diverser Stücke für die EP äußerte. Danach verließ Schlagzeuger Chris Brokaw die Band, um sich mehr um sein Hauptinteresse bei Come zu kümmern. Mit Douglas Scharin war dann ein Drummer gefunden, mit dem Codeine 1994, nur fünf Jahre nach ihrer Gründung, bereits ihr Abschiedswerk einspielten: "The White Birch", das ebenso wie die Vorgänger auf Sub Pop erschien. Es handelte sich um den ausgereiftesten Entwurf ihrer Version von Slowcore und gilt als eines der zentralen Werke des Genres. Auch Elemente des Post-Rock, wie der abrupte Wechsel von leisen und verzerrten Passagen sowie die Demontage des klassischen Rocksongschemas, kommen auf "The White Birch" zur Entfaltung. Nach einer finalen Tour zum Album war im Sommer 1994 allerdings auch schon das Ende der Band gekommen. Stephen Immerwahr spielte danach bei der Gruppe Raymond, während Doug Scharin bei June of 44 einstieg.

Auf Wunsch der All Tomorrow's Parties-Kuratoren Mogwai vereinigten sich Codeine für ein Konzert in London im Mai 2012 wieder, gefolgt von wenigen exklusiven Shows u.a. in Belgien. Im Sommer 2012 erschien dann das üppig ausgestattete Box-Set "When I See the Sun", das die LPs "Frigid Stars", "Barely Real" und "The White Birch" in Vinyl- und CD-Form enthielt, ergänzt durch zahlreiche Bonustracks. Damit soll die Geschichte von Codeine abgeschlossen sein, da die Musiker nicht mehr unter diesem Bandnamen zusammenkommen wollen.

Kollaborationen

  • David Grubbs spielt Klavier bei dem Song W. (auf "Barely Real") und Gitarre bei Tom und Wird (auf "The White Birch")

Diskographie

Alben
Singles/EPs
Sonstige
  • 2012 When I See the Sun (3-LP/3-CD-Boxset, Sub Pop)

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Spex Spex
1992 Barely Real 24
Singles
1991 A L'Hombre De Nous (mit Bastro) 13

Kompilationsbeiträge

  • 1990 Castle auf "Endangered Species"
  • 1992 Cracked in Two auf "Revolution Come and Gone"
  • 1992 Castle auf "Afternoon Delight!"
  • 1994 Broken-Hearted Wine auf "The John Peel Sessions 1989-1993"

Referenzkasten

  • Kodein ist ein Schmerzmittel und Opiat, das unter anderem in manchen Arten von Hustensäften enthalten ist.

Trivia

  • Der von Immerwahr komponierte und von David Grubbs für die "Barely Real" EP arrangierte Song W. wurde unter dem Titel Wird für das Album "The White Birch" als Band-Werk noch einmal umarrangiert und mit Vocals versehen.

Referenzbands

Coverversionen

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Videoclips

Weblinks