Clarence Barlow

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Clarence Albertson Barlow oder auch Klarenz Barlow (*27. Dezember 1945 in Kalkutta) ist einer der bekanntesten Komponisten Elektronischer Musik auf dem Gebiet der Computermusik, der Aleatorik und Spektralmusik.

Hintergrund

Barlow begann bereits im Alter von 11 Jahren zu komponieren, studierte indische Kunstmusik in Kalkutta und London und beschäftigte sich mit mittelalterlicher und zeitgenössischer Musik. Ab 1968 studierte er an der Hochschule für Musik Köln Komposition und Elektronische Musik bei Bernd Alois Zimmermann, Karlheinz Stockhausen und anderen.

Die meisten seiner Werke wurden für traditionelle Instrumente geschrieben. Er wendet Techniken der Spektralmusik ebenso an, wie Resynthesen der menschlichen Stimme.[1] 1979 erschien zunächst nach vierjähriger Bearbeitung Çoǧluotobüsişletmesi, ein Klavierstück, das sich mit Tonalität und Metrum auseinandersetzt.

1981 wurde ihm der Kranichsteiner Musikpreis in Darmstadt verliehen, im gleichen Jahr das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln. 1982-94 lehrte er im Rahmen der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, 1994-2006 besetzte er eine Professur für Komposition und Sonologie in Den Haag, seit 2006 lehrt er an der University of California in Santa Barbara.

1999 und 2000 reiste er von Deutschland über die Britischen Inseln, New England, Quebec, Illinois, Kalifornien, Tahiti, Neukaledonien, Neuseeland, Thailand und Indien und wieder zurück nach Deutschland und nahm auf der Reise umfangreiches Video- und Audiomaterial auf, das im Hörspiel Zero Crossing verwendet wurde. Außerdem interviewte er 20 Komponisten zu ihren Gefühlen zum 20. und 21. Jahrhundert.[2] Ebenfalls 2000 erschien das Album Josje Ter Haar / Job Ter Haar / John Snijders – Musica Derivata auf hat(now)ART.

Musik

"I have very frequently followed the thread "inspiration - imagination - development - realisation", meaning that a spontaneous compositional idea often gradually leads to concrete technical plans for its realisation."[3]

Barlow unterteilt sein musikalisches Schaffen in vier überlappende Gruppen: Parametrische Musik, Linguistische Musik, Derivative Musik und Kommentative Musik.[4]

<– ...until... Version 7 for guitar (1980)

Einflüsse

John Cage, Conlon Nancarrow, Henry Cowell

Schüler

Georg Hajdu, Juan Maria Solare, Juan Sebastián Lach Lau, Kristoffer Zegers, Patrick Saint-Denis, Gabriel Pareyon und Barak Perelman

Diskografie

  • Textmusik (für Klavier, 1971)
  • …until… (für ein Melodieinstrument, 1972)
  • Sinophonie II (elektronische Komposition, 1972)
  • Verhältnisse (für Melodieinstrumente, 1974)
  • Çoğluotobüsişletmesi (für Klavier, 1975-79)
  • CCU (Hörstück, 1979-80)
  • Im Januar am Nil (für Ensemble, 1981-84)
  • Variazioni e un piano meccanico (für Pianisten und selbstspielendes Klavier, 1986)
  • Fruitti d'Amore (für Violoncello und Computer, 1988)
  • Orchideæ Ordinariæ or the Twelfth Root of Truth (für großes Orchester, 1989)
  • Talkmasters Choice (Computer-Installation, 1992)
  • Farting Quietly in Church (Vortrag über "Haiku" für Bariton, selbstspielendes Klavier und Computer, 1994)
  • Klavierkonzert Nr. 2 "Aux fins des quelques siècles" (für Klavier, Quadrophonie und Orchester, 1961-63/75/97-98)
  • Josje Ter Haar / Job Ter Haar / John Snijders - Musica Derivata (2000)
  • Zero Crossing (Hörstück, 2000-01)
  • Le loup en pierre (Stück für zwei Orgeln, eine in mitteltöniger Stimmung, eine in wohltemperierter Stimmung, 2003).

Siehe auch

Algorithmische Komposition, Spektralmusik, Elektronische Musik, Schillinger-System, Computermusik.

Literatur

  • Claudia Maria Zey – Çoğluotobüsişletmesi und Autobusk [Medienkombination]: 1. Zum stochastischen Kompositionskomplex von Klarenz Barlow (1971 - 2000), 2. Quellentexte von und über Klarenz Barlow (1971 - 2000), Saarbrücken, 2008

Einzelnachweise

  1. Artikel Clarence Barlow [1] bei der en.wiki
  2. Dominy Clements – Clarence Barlow [2] bei Musicweb-international.com
  3. Dominy Clements – Clarence Barlow, ebd.
  4. Zur Kategorisierung der Musik vgl. [3] bei P-ART.Web

Weblinks

  • Homepage [4] bei clarlow.org
  • Unvollständige Diskografie [5] bei Discogs
  • Dominy Clements – Clarence Barlow (2009) [6] bei Musicweb-international.com

Links im Juli 2017.