Chris Cornell

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chris Cornell
Chris Cornell beim Montreux Jazz Festival 2007
Chris Cornell beim Montreux Jazz Festival 2007
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Geboren: 20. Juli 1964 (52 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1984
Genres: Grunge
Alternative Rock
Singer/Songwriter
Instrumente: Gesang, Gitarre, Schlagzeug
Labels: A&M, Epic, Interscope
Homepage: chriscornell.com
Bands:
The Shemps (ca. 1983)
Center for Disease Control Boys (ca. 1984)
Soundgarden (1984–1997)
Temple of the Dog (1991)
M.A.C.C. (1994)
Audioslave (2001–2007)

Chris Cornell (eigentlich Christopher John Boyle) wurde am 20. Juli 1964 in Seattle geboren und war einer der erfolgreichsten Musiker aus der Region. Mit seiner Hauptband Soundgarden und dem von ihm maßgeblich geprägten Projekt Temple of the Dog prägte er entscheidend das Image und den Sound der als Grunge bezeichneten Musikbewegung der späten 1980er und frühen 1990er. Auch als Frontmann der Rage Against the Machine-Nachfolgeband Audioslave, deren Sänger er von 2001 bis 2007 war, konnte der Sänger und Gitarrist Erfolge feiern. Chris Cornell veröffentlichte insgesamt vier Soloalben und war seit Jahresbeginn 2010 auch wieder mit den wiedervereinigten Soundgarden unterwegs.

Chris Cornell starb am 17. Mai 2017 im Alter von 52 Jahren nach einem Konzert in Detroit.

Biographie

Die Soundgarden-Jahre (19841997)

Nach ersten Versuchen als singender Schlagzeuger – unter anderem in der bizarren Country-Punk-Band Center for Disease Control Boys – landete Cornell 1983 in der Coverband The Shemps, zu deren Mitgliedern auch Hiro Yamamoto und Kim Thayil gehörten. Mit diesen beiden gründete Cornell 1984 Soundgarden, zunächst immer noch als singender Trommler, bis schließlich Scott Sundquist und später Matt Cameron den Part am Schlagzeug übernahmen. Cornells mächtige Stimme wurde zu einem prägenden Bestandteil des Bandsounds, und die frühen, zwischen doomigem Metal und noisigem Punk oszillierenden Soundgarden-Songs erhielten einen entscheidenden Kick durch seine expressiven Vocals. Mit dem Wechsel zum Majorlabel A&M wurde seitens der Plattenfirma auch versucht, das Image Cornells als Sexsymbol zu pushen, wozu der charismatische und gut aussehende Sänger, der live auch gerne "oben ohne" auftrat, auch gut geeignet schien.

1990 starb Cornells Freund und Mitbewohner Andrew Wood an einer Heroin-Überdosis. Der Tod des Sängers der Seattle-Glam-Metalgruppe Mother Love Bone stürzte Cornell in eine tiefe Krise, aus der er sich mittels Songschreiben zu befreien versuchte. Daraus entstand das einmalige Bandprojekt Temple of the Dog, in dem der Sänger mit ehemaligen MLB-Musikern und Soundgarden-Bandkollege Matt Cameron seiner Trauer Ausdruck verlieh. Auf der positiven Seite heiratete Cornell im selben Jahr seine Freundin Susan Silver, die auch die Managerin von Soundgarden bleiben sollte.

Nach dem vorläufigen Durchbruch mit dem "Badmotorfinger"-Album von 1991 zog sich Cornell ein wenig aus dem Rampenlicht zurück und betätigte sich unter anderem als Songschreiber für Ozzy Osbourne und Alice Cooper. Er produzierte auch das Album "Uncle Anaesthesia" der befreundeten Seattle-Band Screaming Trees. Seinen ersten Solobeitrag – ein akustisches Stück namens Seasons – veröffentliche Cornell für den Soundtrack der Seattle-Beziehungs-/Musikszenekomödie "Singles", in der er auch eine kleine Nebenrolle übernahm. Aus dieser Zeit existiert zudem ein Bootleg namens "Stolen Prayers", auf dem diverse Rohversionen späterer Soundgarden- und Cornell-Solonummern zu hören sind (u.a. Spoonman und Fluttergirl).

Es folgte die erfolgreichste Zeit mit Soundgarden zur 94er-"Superunknown"-Ära, während derer Cornell zum Aushängeschild der überlebenden Seattle-"Big Four" wurde, nachdem die Frontmänner der anderen großen Bands Nirvana, Pearl Jam und Alice in Chains sich entweder umgebracht oder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatten. Cornell selbst blieb bis zur Bandauflösung 1997 Haupttexter und einer der wichtigsten Songwriter innerhalb des sonst sehr auf demokratische Aufgabenverteilung ausgerichteten Soundgarden-Bandgefüges.

Erste Solokarriere (19972001)

Nach dem Ende von Soundgarden begann Chris Cornell mit der Arbeit an einem Soloalbum, vorbereitet durch Beiträge zu Compilations wie "A Very Special Christmas" und dem Soundtrack zu "Great Expectations". Nach einiger Verspätung erschien 1999 sein mit "Euphoria Morning" betiteltes Debüt, das der Sänger unter anderem mit Alain Johannes und Natasha Shneider von Eleven sowie seinem alten Ex-Soundgarden-Kollegen Matt Cameron einspielte, dem ein breitenwirksamer Erfolg jenseits der alten Soundgarden-Fanschichten allerdings verwehrt blieb. Mittlerweile gilt das stark von Singer-Songwritern wie Jeff Buckley (dem Cornell das Stück Wave Goodbye widmete) und seinerzeit bahnbrechenden Acts wie Radiohead beeinflusste Album aber als bemerkenswerte Platte, die Cornells Songwriting zwischen Blues, Psychedelic und klassischem Rock verortet zeigt. Trotz der Geburt seiner Tochter Lillian im selben Jahr verfiel Cornell in der Folge in Depressionen und sah seine Karriere vor dem Aus.

Audioslave (20012007)

Im Jahr 2001 allerdings kam eine Anfrage der Instrumentalsektion von Rage Against the Machine, deren Sänger Zack de la Rocha im Jahr 2000 seinen Ausstieg aus der Band verkündet hatte, ob Cornell es sich vorstellen könne, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Nach einigen Querelen bezüglich unterschiedlicher Managements und der illegalen Veröffentlichung von Demotracks über das Internet nahm das erste Album der Band allmählich Formen an. Zunächst noch unter dem Namen Civilian arbeitend, nannte man sich schließlich Audioslave und ließ die Aufnahmen zum Debüt von Produzenten-Papst Rick Rubin beaufsichtigen. Mit dem überraschenden Erfolg des Albums kam für Cornell allerdings nicht nur der Superstarstatus zurück, sondern auch der Rückfall in Alkoholabhängigkeit und schließlich die Trennung von seiner Frau Susan.

Erst zur Zeit des zweiten Audioslave-Albums "Out of Exile", das 2005 erschien, kam Cornell auch privat wieder zur Ruhe. Er heiratete die 25-jährige Journalistin Vicky Karayiannis, mit der er bisher zwei Kinder bekam. Bereits 2006 wurde das dritte Audioslave-Werk "Revelations" veröffentlicht, dessen Release jedoch bereits im Zeichen neuer Soloaktivitäten des Sängers stand. So wurde nicht nur für den Anfang des Jahres 2007 der Nachfolger zu "Euphoria Morning" angekündigt, sondern Cornell auch die Ehre zuteil, den Titeltrack für den neuen James Bond-Film "Casino Royale" – ein klassisches 007-Thema namens You Know My Name – zu übernehmen. Im Februar desselben Jahres gab Cornell dann seinen Ausstieg bei Audioslave bekannt, der Erfolg der Bond-Single und die Reunion von Rage Against the Machine spielten dabei wohl eine Rolle.

Wieder solo (seit 2007)

In der Folge konzentrierte sich Chris Cornell wieder auf seine Solokarriere, und im Mai 2007 erschien schließlich sein zweites Soloalbum namens "Carry On", das Platz 17 der Billboard Charts erreichte und unter anderem mit dem besagten Bond-Song und dem überraschenden Michael Jackson-Cover Billie Jean aufwartete. Die Kritiken waren hingegen eher durchmischt, wenn auch die zugehörige Tournee sehr erfolgreich verlief. Das dritte Soloalbum von Chris Cornell mit dem Titel "Scream" sollte ursprünglich im Herbst 2008 erscheinen, was sich aus Firmengründen jedoch auf das Frühjahr 2009 verschob. Im Vorfeld sorgte bereits die Nachricht für Aufsehen, dass die Platte vom HipHop-Produzenten Timbaland betreut wurde und laut Cornell eine radikale Abkehr von seinem bisherigen Schaffen in Richtung mehr R'n'B, Dance und Pop darstellen solle. Auch die Ankündigung von eher unerwarteten Gastmusikern wie Nelly Furtado, Justin Timberlake und den Pussycat Dolls standen nicht gerade für die bisherige Grunge/Alternative-Historie des Sängers. Als Vorgeschmack auf "Scream" wurden 2008 insgesamt fünf Albumtracks als Download veröffentlicht, welche die angekündigte Neuorientierung auch bestätigten. "Scream" erschien schließlich im März 2009 und stieg auf Platz 10 der US-Albumcharts ein, fiel jedoch schon in der darauf folgenden Woche um sagenhafte 55 Plätze. Viele Fans waren entsetzt über die "unnatürliche" Soundveränderung, während andere Kritiken Cornells Mut zum Stilwechsel lobten, und Trent Reznor führte das Cornell-Bashing via Twitter-Diss und gefaketer Veröffentlichung eines "Scream"-Parodie-Albums namens "Strobe Light" zu neuen Höhen bzw. Tiefen. Schließlich holte den Sänger auch noch seine Grunge-Vergangenheit ein, als Ende März 2009 seine ehemaligen Mitstreiter Kim Thayil, Ben Shepherd und Matt Cameron zu einer von Cornells Ex-Audioslave-Kollege Tom Morello initiierten Quasi-Soundgarden-Reunion mit Tad Doyle (TAD) als Gastsänger zusammenkamen. (Siehe hierzu auch "Als Tadgarden das Crocodile rockten".)

Soundgarden-Reunion und "Songbook" (seit 2010)

Pünktlich zum Neujahrstag 2010 ließ Chris Cornell über seine Homepage durchsickern, dass Soundgarden wieder zusammen spielen würden. Nach einigen Wochen und Monaten mit eher zähen Informationsfluss wurde schließlich der Headliner-Slot des Lollapalooza-Festivals 2010 für Soundgarden bekannt gegeben, und am 16. April stand Cornell erstmals seit 1997 wieder gemeinsam mit Kim Thayil, Ben Shepherd und Matt Cameron auf einer Bühne, um in der Showbox in Seattle unter dem Pseudonym "Nude Dragons" (ein Anagramm von "Soundgarden", wer hätte es gedacht) alte Bandklassiker zum Besten zu geben. Weitere Shows mit der Band folgten, allerdings verfolgte Cornell daneben auch weiterhin seine Solokarriere. Im Frühjahr 2011 ging er unter dem Motto "The Songbook Tour" auf Solo-Konzertreise, um ausschließlich akustische Versionen von Songs aus allen seinen Schaffensphasen vorzutragen. Auf Tonträger wurden diese Auftritte im Dezember 2011 veröffentlicht und kamen unter dem Titel "Songbook" in die Läden. Neben fünfzehn Livetracks befand sich auch der Song The Keeper auf dem Album, den Cornell für den Soundtrack zum Filmdrama "Machine Gun Preacher" geschrieben hatte und der auch eine Golden Globe-Nominierung erhalten hatte.

Tod

Chris Cornell starb am 17. Juni 2017 im Alter von 52 Jahren in Detroit, nachdem er zuvor dort noch ein Konzert gegeben hatte. Als Todesursache wurde unter anderem Selbstmord nicht ausgeschlossen.

Solo-Diskographie

Alben

Singles

  • 1999 Can't Change Me
  • 1999 Flutter Girl (Promo)
  • 1999 Preaching the End of the World (Promo)
  • 2006 You Know My Name
  • 2007 No Such Thing
  • 2007 Arms Around Your Love
  • 2007 She'll Never Be Your Man

Kompilationsbeiträge

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F NOR FIN AUS NZ
1999 Euphoria Morning 33 18 31 - 49 10 26 8 - - 15
2007 Carry On 62 17 25 74 35 8 131 2 6 27 34
2009 Scream 46 10 70 47 28 - - - 18 - -
Singles
1999 Can't Change Me - - 62 - - - - - - - -
2006 You Know My Name 15 79 7 18 10 21 51 5 3 - -
2009 Part of Me 24 - 78 31 19 - - - 10 - -

Jahrescharts

Jahr Titel Leser Charts
Visions
1999 Euphoria Morning 16

Referenzbands

Referenzkasten

Coverversionen

Chris Cornell covert...

Chris Cornell wird gecovert von...

Videoclips

Weblinks