China

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Volksrepublik China
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Flagge: 200px-Flag of the People's Republic of China.svg.png
Hauptstadt: Peking
Einwohner: 1,38 Milliarden
Fläche: 9.571.302 km²
Weblink: wikipedia:China

Die Volksrepublik China ist der größte Staat Asiens und hat 2017 etwa 1,38 Milliarden Einwohner. Die Sprachvielfalt in China soll in etwa den Verhältnissen in Europa entsprechen. China gilt als ethisches Schwellenland und Fluchtpunkt einer dezentrierten Welt.

Wirtschaft und Umwelt

Die Volksrepublik China hat sich in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem wahren Giganten der Akkordarbeit entwickelt. Ausgehend von den wirtschaftlichen Reformen Deng Xiao Pings gab es zunächst ein Nebeneinander von planwirtschaftlichen und marktwirtschaftlichen Strukturen. Die älteste wirtschaftliche Sonderzone wurde in der Nachbarschaft der damaligen britischen Kronkolonie Hongkong errichtet. Da diese Zone unter dem Namen Shenzhen von Anfang an sehr erfolgreich war und ein rasantes Wirtschaftswachstum aufwies, gesellten sich schnell weitere Sonderwirtschaftszonen hinzu, die die maroden Staatsfinanzen sanieren helfen sollten. Waren es zuerst nur Städte und Provinzen mit Küstenanschluss, die nach anderem System arbeiteten, betrat ab der Jahrtausendwende mit Chongqing ein weiterer Gigant in der Landesmitte die marktwirtschaftliche Szene. Anders als die Küstenstädte bekam Chongqing durch ein Joint Venture mit der russischen Eisenbahn auch transkontinentale Schienenanschlüsse nach Mitteleuropa, von denen man in der Regel erst erfuhr, wenn sie schon fertiggestellt waren. Neueres Kartenmaterial zur Road and Belt Initiative relativiert allerdings die Ausnahmestellung Chongqings und zeigt eine großangelegte Verkettung chinesischer Industriezentren. [4]. Zur Zeit wird der Westen Chinas und dann auch Europa mit einem Fernstraßenprojekt, der neuen Seidenstraße, an den Osten angebunden. Die Benennung des Megaprojekts schafft durch den Touch des Mythischen die notwendige Zustimmung bei der Bevölkerung.

In der Bundesrepublik Deutschland wie auch in anderen europäischen Ländern kam es zu dem erstaunlichen Umstand, dass chinesische Haushalts-, Elektro- und Textilwaren schnell in der direkten Nachbarschaft verfügbar waren. Discounter und Ladenketten leisteten hier die Pionierarbeit. Da chinesische Firmen von Anfang an Produktionsmaschinen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz liebten, gab es hier auch kaum Widerstand. Mittlerweile kaufen diese Firmen allerdings nicht nur Produktionsmaschinen, sondern auch Markenrechte, Patentrechte oder gleich ganze Unternehmen.

Der steile wirtschaftliche Aufstieg brachte natürlich auch eine Reihe von Schattenseiten mit sich. Das soziale Stadt-Landgefälle wurde so unerträglich groß, dass es weite Teile der Landbevölkerung in die Wirtschaftszentren zog, wo sie mit meist nur saisonaler Bleibe und wenig Lohn sehr lange Arbeitstage durchzustehen hatten und ihre Familien nur selten sahen.

Der immense Bedarf an günstigen Rohstoffen führte zu einer rücksichtslosen Ausbeutung der heimischen Kohlereviere, die nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für den Weltmarkt produzierten. Veraltete Fördermethoden und fehlendes Fachwissen begünstigten in einigen Fällen die Selbstentzündung von Kohleflözen, die in den betroffenen Regionen für permanenten Smog sorgten und allem Anschein nach nicht mehr gelöscht werden können. Die Förderausfälle bei der Kohle machten vermehrte Importe billigen Schweröls notwendig, das unter anderem auch zur Herstellung geruchsintensiver Kunststoffe diente. Fehlende Kläranlagen und wilde Giftmülldeponien schränkten die Lebensqualität von Stadt- und Landbevölkerung lange Zeit sehr stark ein. Gleichzeitig führte der schlechte Gesundheitszustand vieler KP-Mitglieder zu einem erwachenden ökologischen Bewusstsein.

Musik

  • Ein Herr Zihao Chen wünscht dieses hübsche Popvideo zu teilen, auf das noch mehr positive Vorurteile in Umlauf kommen. Aber wie war noch gleich der Name der Gruppe?

Die Musikszene des Landes konzentriert sich auf die Metropolen Peking und Shanghai. In den letzten Jahren ist in diesen Städten (sicherlich auch durch die vielen „ex-pats“, westliche Ausländer) sogar eine kleine Indie-Szene entstanden. Einen Einblick in die Rock- und Punk-Szene Chinas gibt der 2005 gedrehte Dokumentarfilm Beijing Bubbles.[1] Der Film begleitet fünf Bands aus Peking auf Konzerten und Proben. Chinesische Musikerinnen und Musiker sind mittlerweile keine Hinterwäldler mehr, werden aber immer noch durch überraschende Zensurmaßnahmen behindert (ein Unding, wenn die chinesischen Equipmentbauer gleichzeitig als preisgünstige Techniklieferanten der weltweiten Musikszene auftreten wollen). Die chinesische Musikszene zeichnet sich durch einen Generationskonflikt aus, diejenigen, die noch zu Zeiten der Kulturrevolution gelebt haben und diejenigen, die danach geboren wurden.[2] Bei der Rezeption von Musik aus anderen Ländern muss die Politik der vorsichtigen Öffnung Chinas in Richtung Westen berücksichtigt werden:

„Es kommen zur Zeit viele Kritiker aus den USA und Europa und wenn sie hierherkommen, sind sie alle erstaunt über die Frische der Szene. Es gab einen englischen Kritiker, der sagte: ‚Weißt Du, in England gibt es nichts, was man machen kann, das nicht eine lange Geschichte hätte, was immer man auch tut, irgendwer hat es bereits getan, was du auch denkst, irgendwer hat es vorher schon gedacht, damit liegt ein großes Gewicht auf allem. In China sieht man das ganz anders, mehr oder weniger alles wurde in den letzten zehn Jahren durchs Internet erfahren, deshalb gibt es hier viele Kids, die Phil Ochs und Strawinsky und The Velvet Underground gleichzeitig entdecken. Das eröffnet einen riesigen Spielplatz für all diese Kids, die kommen hier rein und alles ist interessant und aufregend‘.“[3]

Was den Durchschnitt der Bevölkerung betrifft, sind Remixe westlicher Pophits angesagt und "90 percent of the popular songs in China all come from Taiwan or Hongkong."[4] Wie die Musik, ist die Popkultur in China aktuell besonders stark vom K-Pop geprägt. Wer sich der Massenmedien bedient, wird, auch durch das Radio, deutlich mehr mit Gesprächen, Vorträgen und Werbung beschallt als das hierzulande der Fall ist. Eine spezifische Musikszene ausfindig zu machen, ist selbst in den Metropolen Chinas problematisch. Für Aufklärung sorgen drei populäre Webportale: QQ Music, Ali Music und Wangyi Music.

Bands

Cui Jian, der Udo Lindenberg Chinas, berichtet, dass er 1985 zum erstenmal Rockmusik gehört hat[5], Cobra, Dear Eloise, Duck Fight Goose, Hang on the Box, Joyside, Lonely China Day, New Pants, Sha Zi, T9, Hanggai Band, Snapline, P.K. 14, The Gar, Demerit, Hedgehog

Orte

  • Wode Maja: Interessante Perspektiven auf das tägliche Leben in Guangzhou.

Aus Peking, der Hafenstadt Tianjin und der Provinz Hebei wird demnächst die 130-Millionen-Metropole Jing-Jin-Ji. Nach einigen in der Steppe errichteten Geisterstädten ohne konkrete Verkehrsanbindung ist dies nach längerer Zeit mal wieder ein rational nachvollziehbares Projekt. Peking versucht so einen Großteil der täglichen Pendlerströme an sich vorbeizulenken und die maximale Fahrzeit von und zum Arbeitsplatz auf täglich 2 Stunden zu begrenzen. Zudem wird eine ab 2019 geltende Mindestverkaufsquote für Elektro- und Hybridfahrzeuge von zunächst 10 Prozent für etwas genießbarere Luft sorgen. Bis 2020 steigt diese Pflichtquote auf bereits 12 Prozent aller verkauften Fahrzeuge und wird danach höchstwahrscheinlich noch einige Male angehoben werden. Das erklärt die schweißtreibende Hektik in der weltweiten Automobilindustrie. Auch Indien baut mittlerweile Elektrofahrzeuge selbst und möchte aus Selbsterhaltungsgründen den Gebrauch von Dieselfahrzeugen und Benzinern eindämmen.

Chengdu, Chongqing, Guangzhou, Harbin, Hongkong, Nanjing, Peking, Shanghai, Shenzhen, Tianjin, Wuhan, Xi'an

Festivals

Midi Modern Music Festival, Modern Sky Festival

Indie-Labels

Scream Records, Harbour Records, Magic Stone, Maybe Mars [5], Red Star, So Rock! Records, Tag Team Records, Thirteenth Month

Songs, Texte und Alben über China

Songs mit China im Titel
Alben mit China im Titel
Bands mit China im Titel
Sonstiges

Einzelnachweise

  1. Susanne Messmer and George Lindt – Beijing Bubbles (2005) [1] Trailer Beijing Bubbles bei Youtube
  2. Beijing Punk, Dokumentation, bei 6:00 min.
  3. ebd.: Beijing Punk, Michael Pettis bei 22:06 min.
  4. ADVChina – What Music Do Chinese People Listen To? (2016) [2] bei Youtube
  5. Sue Williams – China A Century of Revolution 3 Born Under The Red Flag 1976 1997 (1997) [3] ab min. 55:24 bei Youtube

Weblinks

Allgemein

  • [6] Exklusive Datenbank zur chinesischen Pop- und Rockmusik
  • [7] Pangbianr, E-Zine aus Peking
  • [8] bei imdb
  • Angela Köckritz – Die Angst zurückzubleiben (2018) [9] „Alle rennen, und du rennst mit, du hast immer Angst, etwas zu verpassen [...], bei Zeit online

Videodokumentationen

  • [10] Trailer Beijing bubbles
  • [11] Doku: Minimal China - Techno im Reich der Mitte
  • [12] Beijing Bubbles Punk in China, 10min
  • [13] Hanggai Band im Kaffee Burger, Berlin, aus Beijing Bubbles
  • [14] Beijing Punk, Dokumentation, 70 min.
  • [15]《老外》, Fabien Gaillard – Foreigner (2010), Film über eine Liebesbeziehung zwischen einem Musiker aus Frankreich und einer Chinesin in Shanghai und Wuhan
  • [16] Kanal ADVChina – China per Bike, Dokumentationen, en. Ein Duo, das den American Dream direkt vor den Augen der chinesischen Bevölkerung austrägt und sich wundert, dass es Anfeindungen gibt.

Links im Juli 2017.