Captain Beefheart

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Captain Beefheart
Herkunft: Kalifornien, USA
Geboren: 15. Januar 1941
Gestorben: 17. Dezember 2010 (69 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19641982
Genres: Psychedelic, Avantgarde, Garage-Rock
Instrumente: Gesang, Gitarre, Saxophon, Keyboard, Mundharmonika
Labels: A&M, Buddah Records, Blue Thumb, ABC Records, Reprise, Straight Records, Virgin, Mercury, DiscReet, Warner Bros., Atlantic, Epic
Homepage: Beefheart.com
Bands:
Magic Band

Captain Beefheart, alias Don Van Vliet, war ein amerikanischer Musiker, der mit seinem experimentierfreudigen Soundmix aus Jazz, Blues, Rock und Avantgarde, mit seiner Freude an absurden Texten und Grenzüberschreitungen viel zu späteren Entwicklungen wie Punkrock oder Post Rock beigetragen hat.

Bandgeschichte

Der 1941 geborene Don Glenn Vliet (er änderte seinen Namen erst in den 60ern zu Don Van Vliet) galt bereits mit vier Jahren als Wunderkind und wuchs in einem künstlerisch anspruchsvollen Umfeld auf. 1954 zog seine Familie sich in die unwirtliche Mojave-Wüste zurück, wo Don den jungen Frank Zappa kennenlernte. Don begann sich selbst Saxophon und Mundharmonika beizubringen und in Rhythm and Blues-Bands zu spielen. Nach der Highschool zogen er und Zappa nach Kalifornien, um einen Film namens Captain Beefheart Meets the Grunt People zu drehen, der aber nie fertig werden sollte. Stattdessen gründete Zappa in Los Angeles die Mothers of Invention und Van Vliet kehrte in die Wüste zurück, wo er den Namen Beefheart annahm und 1964 die Magic Band gründete. Die Gruppe machte sich in der Gegend einen Namen als Bluesrockband und hatte schnell einen Plattenvertrag bei A&M Records, bei der sie die Hit-Single "Diddy Wah Diddy" veröffentlichten.

Das darauf folgende, bereits experimentellere Album wurde vom Label jedoch entsetzt abgewiesen. Erst 1967 erschienen die Songs komplett neu überarbeitet unter dem Titel Safe as Milk, allerdings von einer weitgehend anderen Band und mit der Hilfe von Gitarrist Ry Cooder. Auch das zweite Album Strictly Personal brachte wenig Glück, es wurde ohne Beefhearts Zustimmung neu gemischt, worauf der Künstler das Handtuch warf. Erst sein alter Freund Frank Zappa war bereit, ihm bei seinem neu gegründeten Label Straight Records die künstlerische Kontrolle über seine Aufnahmen zu lassen. Beefheart soll daraufhin in einer Art kreativem Anfall 28 Songs in nur neun Stunden geschrieben haben. Außerdem reaktivierte er die Magic Band mit alten und neuen Musikern und nahm 1969 das Doppelalbum Trout Mask Replica auf. Dieses gilt mit seiner Kombination aus bizarren Texten, unkonventionellen Ehythmen und experimentellem Songwriting als eines der einflussreichsten Underground-Alben aller Zeiten und inspiriert bis heute Künstler von Progressive Rock bis zu Punk.

In den 70er-Jahren gab es ein Auf und Ab mit geplatzen Plattenverträgen, aufgelösten Bands, einer mehr oder weniger erfolglosen wie künsterlisch zweifelhaften Alben und mehreren Auszeiten. Erst 1978 fand Beefheart mit Shiny Beast (Bat Chain Puller) zu alter Form zurück. Dennoch zog er sich 1982 komplett aus dem Musikgeschäft zurück, um zu Malen und das nicht ohne Erfolg. Nachdem man jahrelang nichts mehr von ihm gehört hatte, veröffentlichte der inzwischen an Multipler Sklerose erkrankte Musiker 1999 die fünf CDs umfassende Box Grow Fins und die Anthologie The Dust Blows Forward, die seine Musik wieder ins Gedächtnis riefen. Er starb am 17. Dezember 2010 im Alter von 69 Jahren in Kalifornien.

Kollaborationen

  • Captain Beefheart arbeitete auf seinen Alben immer wieder mit Musikern zusammen, die später mit anderen Projekten berühmt wurden, z. B. Ry Cooder (Gitarre auf „Safe as Milk“, 1967), der dem Buena Vista Social Club weltweit zu Ruhm verhalf, oder dem Multiinstrumentalisten und Produzenten Eric Drew Feldman (Bass und diverse Tasteninstrumente auf „Shiny Beast (Bat Chain Puller)“, 1978, „Doc at the Radar Station“, 1980 und „Ice Cream for Crow“, 1982), der später mit Indie-Ikonen wie Frank Black und dEUS zusammenarbeitete.
  • Sehr bekannt sind seine Gastauftritte bei Frank Zappas Alben „Hot Rats“ (1969, Gesang bei Willie The Pimp), „Bongo Fury“ (1975, u. a. Gesang/Prosa bei Sam With the Showing Scalp Flat Top und Man With the Woman Head) sowie bei der Sammlung „The Lost Episodes“ (1996, Gesang bei Lost In A Whirlpool, Tiger Roach, Alley Cat, I'm a Band Leader und The Grand Wazoo). Frank Zappa produzierte das Beefheart-Album „Trout Mask Replica“ (1969).

Diskographie

Studioalben

  • 1967 Safe As Milk
  • 1968 Strictly Personal
  • 1969 Trout Mask Replica
  • 1970 Lick My Decals Off, Baby
  • 1972 The Spotlight Kid
  • 1972 Clear Spot
  • 1974 Unconditionally Guaranteed
  • 1974 Bluejeans & Moonbeams
  • 1978 Shiny Beast (Bat Chain Puller)
  • 1980 Doc at the Radar Station
  • 1982 Ice Cream for Crow

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH SV F NOR FIN NZ
1969 Trout Mask Replica - - 21 - - - - - - -
1971 Lick My Decals Off Baby - - 20 - - - - - - -
1972 The Spotlight Kid - 131 - - - - - - - -
1973 Clear Spot - 191 - - - - - - - -
1974 Unconditionally Guaranteed - 192 - - - - - - - -
1975 Bongo Fury (mit Frank Zappa) - 66 - - - - - 11 - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts
NME
1978 Shiny Beast
14
1980 Doc at the Radar Station
31
Singles
1978 Hard Workin' Man
29

All-Time-Charts

Trout Mask Replica
Safe As Milk
Shiny Beast (Bat Chain Puller)

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Coverversionen

Captain Beefheart covert...

Captain Beefheart wird gecovert von...

  • The Fall – Beatle Bones 'n' Smokin' Stones
  • The White Stripes – Ashtray Heart (2000) und China Pig
  • Mark Lanegan – Clear Spot (2003)
  • The Kills – Dropout Boogie (2002, live)
  • Joan Osborne – Electricity His Eyes Are A Blue Million Miles (1993) (heißt im Original "HER Eyes...")
  • The Tubes - My Head Is My Only House Unless It Rains (1977, Album "Now")
  • Working Week – Too Much Time (1986, Album Compañeros; 1986 Single Too Much Time/Soul Train)
  • von verschiedenen Künstlern auf „Fast 'n' Bulbous – A Tribute to Captain Beefheart“ (1988, u. a. mit Sonic YouthElectricity) und auf „Neon Meate Dream Of A Octafish: A Tribute To Captain Beefheart & His Magic Band“ (2003, u. a. mit Mike Watt)

Weblinks