Bob Marley

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Bob Marley
Bob Marley
Bob Marley
Herkunft: Kingston, Jamaica
Geboren: 6. Februar 1945
Gestorben: 11. Mai 1981 (36 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19621981
Genres: Reggae
Instrumente: Gesang, Gitarre
Labels: Tuff Gong, Trojan Records, Island Records
Homepage: BobMarley.com
Bands:
The Wailers

Bob Marley, der 1945 auf Jamaica geboren wurde in 1981 im Alter von 36 Jahren an Krebs verstarb, ist wohl der bedeutendste und einflussreichste Reggae-Musiker der Musikgeschichte. Er machte nicht nur das Genre weltweit populär, sondern wurde durch seine Aktionen und seine Texte auch ein Symbol der Freiheitsbewegungen in der Dritten Welt.

Biographie

Robert Nesta Marley wurde 1945 als Kind eines weißen britischen Offiziers und einer schwarzen jamaikanischen Mutter geboren. Seine Kindheit und Jugend war von Armut und der allgegenwärtigen Gewalt in der Inselhauptstadt Kingston geprägt, doch gelang es ihm mit 16 Jahren zumindest seiner Wunschvorstellung näher zu kommen, professioneller Musiker zu werden. Er arbeitete früh mit Jimmy Cliff zusammen und veröffentlichte schon als Siebzehnjähriger seine ersten Singles. Schließlich lernte er Peter Tosh, Junior Braithwaite und andere Musiker kennen, mit denen er 1963 The Wailers gründete. Diese spielten zunächst den damals populären Ska, doch mit dem Zusammentreffen mit Dub-Legende Lee "Scratch" Perry sowie der Integration von afrikanischen Elementen entwickelte sich der Sound der Wailers schließlich zu dem, was später weltweit als Reggae populär werden sollte. Schließlich überkam Marley Mitte der 1960er auch noch die religiöse Offenbarung des Rastafari-Glaubens, worauf er sich Dreadlocks zu wachsen lassen begann und seine Texte fortan stark von der spirituellen Befreiung der Schwarzen sowie dem Glauben an Haile Selassie und die Rückkehr nach Afrika geprägt wurden.

Mit den Wailers veröffentlichte Marley 1973 die Alben "Catch a Fire" und "Burnin'" mit den Klassikern I Shot the Sheriff (später u.a. durch Eric Clapton popularisiert, der den Ursprung und die Message des Songs allerdings durch rassistische Aussagen pervertierte) und der Widerstands-Hymne Get Up, Stand Up, doch bald danach dividierte sich die Gruppe wegen Egostreitereien auseinander, und neben Tosh begann auch Bob Marley eine Solokarriere. "Natty Dread" erschien 1974 mit dem ebenfalls gerne gecoverten No Woman, No Cry, gefolgt 1975 von einem Livealbum sowie der 1976er LP "Rastaman Vibration". Alle bis dato erschienenen Marley-Alben wurden mit Lobeshymnen seitens der Kritik und stetig wachsenden Verkaufszahlen bedacht, doch Ende 1976 holte die gewalttätige jamaikanische Realität den Musiker ein: Im Dezember des Jahres drangen Bewaffnete in Marleys Haus ein, schossen auf ihn, seine Frau Rita sowie seinen Manager und verletzten diese zum Teil schwer. Die Hintergründe dieses Attentats sind bis heute nicht aufgeklärt; die Palette der Erklärungsversuche reicht von politischen Gegnern aus dem rechtskonservativen Lager über die CIA bis hin zu simplen persönlichen Streitigkeiten.

In Reaktion auf das Attentat zog Bob Marley eine Zeitlang nach London, wo ihn seine Eindrücke von der dortigen Punk-Szene unter anderem zu dem Stück Punky Reggae Party inspirierten und er seine nächsten beiden Alben "Exodus" und "Kaya" aufnahm. "Exodus", das 1977 veröffentlicht wurde, enthielt unter anderem eine Kollaboration mit Curtis Mayfield namens One Love/People Get Ready und wurde unter anderem vom Time Magazine zum besten Album des 20. Jahrhunderts gewählt. "Kaya" von 1978 zeichnete sich hingegen nicht nur durch die ganz offene Glorifizierung von Marihuana (das Backcover zeigt einen brennenden Joint, der Titel bezeichnet einen Begriff aus dem jamaikanischen Patois, der ebenfalls "Hanf" bedeutet), sondern auch durch erstmals eher lauwarme Kritiken aufgrund seiner kommerziellen Ausrichtung aus. "Survival" von 1979 erntete dann wieder positivere Reaktionen und enthielt auch die inoffizielle Nationalhymne der ehemaligen britischen Kolonie Zimbabwe in Afrika, welche kurze Zeit nach dem Albumrelease ihre Unabhängigkeit erlangte. Aufgrund ihrer politischen Sprengkraft wurde die Platte in großen Teilen Afrikas verboten, da die Noch-Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich Aufstände fürchteten.

"Survival" war ursprünglich als erster Teil einer Albumtrilogie geplant gewesen, doch erschien nur noch der zweite Teil "Uprising" zu Bob Marleys Lebzeiten. Die 1980 veröffentlichte LP enthielt unter anderem die Hits Could You Be Loved? und Redemption Song, doch fiel ihr Release mit der Diagnose von Hautkrebs bei Marley zusammen. Da sich zum Zeitpunkt der Entdeckung der Krankheit schon Metastasen gebildet hatten und alle Last-Minute-Therapien, von denen er die allerletzte in Deutschland absolvierte, fehlschlugen, verstarb Bob Marley am 11. Mai 1981 in Miami – den Rückflug nach Jamaika hatte er nicht mehr geschafft.

Seitdem läuft – ähnlich wie bei Jimi Hendrix – auch bei Bob Marley die posthume Verwertungsmaschine, wobei immerhin nur zwei von seiner Frau Rita Marley zusammengestellte Studioalben ("Chances Are" von 1981 sowie "Confrontation" von 1983) nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Die Best Of "Legend" von 1984, welche alle großen Hits des Reggae-Messias versammelte, wurde zu einem der bestverkauften Greatest-Hits-Alben überhaupt und gab der globalen Marley-Verbreitung noch einmal einen entscheidenden Kick. Bob Marley genießt bis heute ungebrochene Verehrung in der Reggae-Szene und auch darüberhinaus; in Jamaika ist er der Nationalheld schlechthin.

Solo-Diskographie

Referenzbands

Siehe auch

Weblinks