Blues

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Abgrenzung
Ursprünge: Gospel
Herkunft: USA
Zeitraum: seit ca. 1900
Anders als: Jazz, Rock, R'n'B

Einführung und Geschichte

Der Blues war das Sprachrohr der schwarzen Bevölkerungsteile in den USA und entstand aus deren klagenden Spirituals und Arbeitsliedern, welche die Sklaven bei der Baumwollernte auf dem Feld sangen. Im Laufe des frühen 20. Jahrhunderts verselbständigte sich die Musikform als auf Gitarre oder Klavier basierendes Liedgut, das sich oft mit den Leiden des Daseins - feeling blue als Synonym für Melancholie - auseinandersetzt. Jedoch kann man Blues nicht darauf reduzieren, da im Blues auch durchaus humoristische, witzige, anzügliche, religiöse oder sonst wie gertete Stimmungen, Melodien und Texte zu finden sind. Das musikalische Schema des Blues ist seit seiner Entstehung im Wesentlichen unverändert: Drei Akkorde, welche nach einem 12-Takt-Schema abgespielt und ad infinitum wiederholt werden können, ergänzt durch Improvisationen musikalischer und textlicher Art

Nachdem der frühe Blues bis zum 2. Weltkrieg nahezu ausschließlich von Schwarzen für Schwarze gespielt und in den ländlichen Gebieten der USA tradiert worden war, erfuhr die Musikform ab den 1940er Jahren eine starke Diversifizerung. Legendäre Künstler wie Robert Johnson, Willie Dixon, Son House, Memphis Minnie, Blind Lemon Jefferson und Charley Patton hatten dafür die Grundlage gelegt, und sie waren es auch, deren Songs erstmals von den großen (sprich weißen) Plattenfirmen aufgenommen und veröffentlicht wurden. Ihre Nachfolger teilten sich in eine weiterhin akustisch spielende und eine auf die neuen elektrifizierten Instrumente - in erster Linie Gitarre, Mundharmonika und Bass - zurückgreifende Fraktion auf, die aufgrund ihrer geographischen Herkunft auch als Chicago Blues bekannt ist. Namen wie Muddy Waters, Howlin' Wolf, John Lee Hooker und B.B. King sind in diesem Kontext zu nennen, und diese Künstler waren es auch, die auf die Entwicklung der Rockmusik einen entscheidenden Einfluss nahmen. In den 1960ern wurden nämlich - neben der Wiederentdeckung alter Helden wie Robert Johnson - zahlreiche britische und US-amerikanische Bands wie Fleetwood Mac, The Yardbirds (die später zu Led Zeppelin wurden) und die Rolling Stones durch den elektrischen Blues dazu animiert, die Mischform des Bluesrock voranzutreiben.

Der Blues heute ist eine sehr vielfältige Szene, die traditionelle ebenso wie moderne Elemente in ihren einzelnen Spielarten verarbeitet. Musikhistorisch ist seine Bedeutung kaum zu unterschätzen, denn nahezu alle Formen dessen, was aus dem Blues/Country/R'n'B-Hybriden namens Rock'n'Roll hervorgegangen ist, gehen auf ihn zurück. Seine musikalische wie thematische Simplizität und Zeitlosigkeit sind ein Garant dafür, dass sich immer irgendwo auf der Welt eine klagende Stimme zur Gitarre erheben wird, wenn es gilt, dem Frust Ausdruck zu verleihen.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Künstler:

Wichtige Alben:

  • Robert Johnson: King of the Delta Blues Singers
  • B.B. King: A Heart Full of Blues
  • Muddy Waters: The Real Folk Blues
  • Willie Dixon: Willie's Blues
  • Charley Patton: Founder of the Delta Blues

Wichtige Songs

  • Robert Johnson: Crossroad Blues
  • B.B. King: Lucille
  • John Lee Hooker: Boom Boom

Vorläufer

  • Spirituals