Blood Circus

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blood Circus
Die "Six Foot Under"-Single von Blood Circus
Die "Six Foot Under"-Single von Blood Circus
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Aktiver Zeitraum: 19881990
Reunions 1992 und 2007
Genres: Grunge
Labels: Sub Pop
Homepage: BloodCircusUSA.com
Line-Up:
Michael Anderson: Gesang, Gitarre
Geoff Robinson: Gitarre
Tracy "T-Man" Simmons: Bass
Doug Day: Schlagzeug

Blood Circus waren eine Band aus Seattle, die für kurze Zeit in den späten 1980er Jahren die aufblühende Sub Pop/Grunge-Szene der Stadt mit charakterisierte, sich jedoch aufgrund mangelnden Erfolgs rasch wieder auflöste.

Bandgeschichte

"Blood Circus, along with Mudhoney, were the epitome of 'grunge version 1.0' – bludgeoning sledgehammer riffs combined with deep guttural growls from singer Michael Anderson." (Rod Moody, Deranged Diction/Swallow)[1]

1988 war das Jahr des Releases der ersten Mudhoney-Single, des Erscheinens der Kompilation "Sub-Pop-200" und des geschickten PR-Kniffs des seinerzeit finanziell extrem klammen Indielabels Sub Pop, den britischen Musikjournalisten Everett True vom Melody Maker einfliegen zu lassen, um dies alles zu dokumentieren. All dies bewirkte, dass die musikinteressierte Welt erstmals einen genaueren Blick auf Seattle im abgelegenen pazifischen Nordwesten der USA warf. Zu den Bands auf dem genannten Labelsampler gehörten auch die seinerzeit eben erst gegründeten Blood Circus, deren Sänger und Gitarrist Michael Anderson kurz zuvor noch bei Swallow gesungen hatte und der nun mit Geoff Robinson, Tracy "T-Man" Robinson und Doug Day eine eigene Formation auf die Beine gestellt hatte. Musikalisch waren Blood Circus im nachgerade Seattle-typischen Kreuzfeuer aus Lärm, Punk und Metal einzuordnen, und ihre erste Single "Two Way Street/Six Foot Under" war nicht nur aufgrund des Labels (besagtes Sub Pop), sondern auch durch die Lyrics voller Lebensverdruss und Generation X-Depression ein Prototyp des Grunge. Noch bis zum Erscheinen ihres Debüt-"Longplayers" – eigentlich eher eine EP – mit dem Titel "Primal Rock Therapy" 1989 galten Blood Circus als Hoffnungsträger der aufblühenden Musikszene Seattles, und zu ihren Vorbands gehörten keine Geringeren als Mudhoney und Nirvana.[2] Allerdings wurde die Platte von der Kritik seinerzeit niedergemacht und wurde zu einer der schlechtestverkauften Platten der Sub Pop-Gerschichte, was – zusammen mit einer katastrophal organisierten US-Tour – mit dazu beitrug, dass sich Blood Circus bereits 1990 wieder auflösten.[3] Michael Anderson spielte danach mit ehemaligen Swallow-Mitgliedern bei Hard Belly Lloyd, "T-Man" Simmons in der Cat Butt-Nachfolgeband Yummy; beide Projekte erhielten jedoch kaum Resonanz.[4]

Zwei Jahre später, auf der Höhe der Grunge-Hysterie, brachten Sub Pop "Primal Rock Therapy" um fünf Bonustracks erweitert auf CD erneut heraus, und wundersamerweise fielen die Kritiken dieses Mal geradezu hymnisch aus.[3] Aus diesem Grunde reformierten sich Blood Circus 1992, was jedoch trotzdem nicht lange währte; ein Auftritt aus dieser Zeit mit dem unveröffentlichten Titel Calling for Lisa ist im 1996 erschienenen Grunge-Panorama "Hype!" zu sehen. Danach dauerte es bis zum "Geezerfest" 2007, dass Blood Circus sich erneut zusammenfanden, um gemeinsam mit anderen alten Haudegen wie Love Battery und Coffin Break eine Liveshow zu spielen.[5] Eine dauerhafte Reunion ergab sich daraus allerdings nicht.

2012 gab Geoff Robinson auf Facebook bekannt, dass Produzent Jack Endino mit dem Remastern von diversen unveröffentlichten Blood Circus-Songs beschäftigt sei.

Diskographie

Singles/EPs
  • 1988 Two Way Street/Six Foot Under (7", Sub Pop)
  • 1989 Primal Rock Therapy (5-Track-EP, Sub Pop)
Sonstige
  • 1992 Primal Rock Therapy: Sub Pop Recordings: '88-'89 (CD-Re-Release mit fünf Bonustracks, Sub Pop)

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Der Bandname ist einem Trash-Science-Fiction-Film namens "Blood Circus" entnommen.[4]

Referenzbands

Weblinks

Quellen

  1. Greg Prato: Grunge Is Dead: The Oral History of Seattle Rock Music. ECW Press, Toronto 2009, S. 149.
  2. Bandbio bei MySpace
  3. 3,0 3,1 Artikel über die Blood Circus-Reunion 1992
  4. 4,0 4,1 Blood Circus bei Lamestain
  5. Geezerfest-Artikel bei Lamestain