Billy Bragg

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Billy Bragg wurde als Steven William Bragg am 20. Dezember 1957 in Barking, Essex, England geboren.

Bragg ist ein politisch sehr aktiver, englischer Songwriter, der – neben einer Gabe für anspielungsreiche Protestsongs – auch ein großes Talent für Liebeslieder hat. Sein bekanntester Song "A New England" fällt denn auch in letztere Kategorie. In jüngster Vergangenheit tat Billy Bragg sich durch seine Zusammenarbeit mit der amerikanischen Band Wilco hervor, mit der er Texte der Songwriterlegende Woody Guthrie vertonte.

Biographie

Nach fünf Singles mit seiner ersten von The Clash inspirierten Band Riff Raff, die sich 1981 auflöste, trat Billy Bragg in die englische Armee ein – nach eigenen Angaben um Panzer fahren zu können. Dieser Karriereschritt endete nach 90 Tagen und der Zahlung von 175 Pfund. Hier zeigen sich Parallelen zu Braggs großem Vorbild Phil Ochs, der ebenfalls zuerst der Armee angehörte, um schließlich als spitzzüngiger, bürgerrechtsbewegter Liedermacher seine Bestimmung zu finden.

Bragg trampte durch Großbritannien, schrieb Lieder und trat allein mit seiner Gitarre auf. Als "One-Man-Clash" bezeichnet, verbindet er in seinen Texten Engagement, Wut und Witz mit einem Hang zu persönlichen Inhalten. 1983 nahm er für "Utility", ein Indiesublabel von Charisma, seine erste Platte "Life's a riot with spy vs. spy" auf, die auch sein bis heute bekanntestes Stück "A New England" enthält. Dass dieses Trennungslied das Markenzeichen eines politischen Liedermachers ist, scheint kurios. Mehr noch durch die untypische Refrainzeile: "I don't want to change the world! / I'm not looking for a new England. / I'm just looking for another girl". In einer leichten, poppigen Coverversion von Kirsty MacColl gelangte der Song 1985 bis in die britischen Top Ten.

Dominierten auf "Life..." noch die Liebeslieder, veränderten sich Braggs' Songinhalte spätestens ab 1984. Mit dem niedergeschlagenen Bergarbeiterstreik und Margareth Thatchers Politik der eisernen Hand, politisierte sich Billy Bragg. Die Alben "Brewing up with Billy Bragg" und "Between the Wars" tragen dem Rechnung.

Bragg trat in der Folgezeit auf Wahlveranstaltungen auf und gab Benefizkonzerte. Außerdem spielte er eine führende Rolle in der "Red Wedge"-Kampagne, einer Initiative, die junge Wähler dazu zu bewegen wollte, für "Labour" zu stimmen. An der "Red Wedge"-Kampagne nahmen neben ihm außerdem Style Council, Madness, The Communards und Morrissey teil. Die Bemühungen scheiterten, die Konservativen siegten erneut und Billy Bragg antwortete mit dem Album "Talking with the taxman about poetry". Dank zahlreicher Gastmusiker wie Kirsty MacColl wirkt der sonst sehr reduzierte, sparsame Sound vomn Billy Bragg hier voller. Die Single "LeviStubbs' Tears" erreichte Platz 29 in den britischen Charts, die Zusammenarbeit mit Johnny Marr ("Greeting to the new brunette") hingegen kam nur die unteren Regionen der Verkaufscharts.

Im Mai 1988 nahm Billy Bragg ein Duett mit Cara Tivey für die B-Seite der Wet Wet Wet Benefizsingle "With a little help from my friends" auf und fand sich mit der Beatles-Coverversion "She's leaving home" auf Platz 1 der Charts. Die Einnahmen gingen komplett an das Kinderhilfsawerk CHILDLINE. Doch Bragg sorgte sich auch um die Kinder andernorts, wie das Minialbum "Help save the youth of America" dokumentiert. Mit zwei inhaltlich sehr unterschiedlichen Album beendete Billy Bragg die Dekade. Während "Worker's Playtime" trotz des Titels mehrheitlich Liebeslieder enthält, ist die Richtung auf "The Internationale" klar politisch.

1991 erschien "Don't try this at home". Das von Grant Showbiz produzierte Album ist ein poppiges, ambitioniertes Werk, das neben neuerlichen Gastauftritten von Marr und MacColl auf der späteren Single "You woke up my Neighbourhood" die Herren Michael Stipe & Peter Buck von R.E.M. mitwirken lässt. In den 90er Jahren zieht sich Billy Bragg mehr ins Familienleben zurück, lässt diese neuen Erfahrungen aber auf den 1996er Lebenszeichen – dem Album "William Bloke" und dem Minialbum "Bloke on Bloke" – einfließen.

1997 beginnt er mit der amerikanischen Alternativcountry-Band Wilco an einem Tributalbum für Woody Guthrie zu arbeiten. "Mermaid Avenue", das im Folgejahr 1998 erscheint, basiert auf Texten Guthries' die auf seinem Dachboden gefunden und von Bragg & Wilco in Musik gesetzt wurden, später folgte der Nachfolger "Mermaid Avenue Vol.2".

Diskographie

Alben
EPs
Singles
  • 1985 Between The Wars EP (7", Go! Discs)
  • 1988 Days Like These (7", Go! Discs)
  • 1986 Levi Stubbs' Tears (7"/12", Go! Discs)
  • 1986 Greetings To The New Brunette (7"/12", Go! Discs)
  • 1988 She's Leaving Home (7", Childline)
  • 1988 Waiting For The Great Leap Forwards (7", Go! Discs)
  • 1988 She's Got A New Spell (7", Go! Discs)
  • 1991 Sexuality (7"/Kassette/12"/CDsingle, Go! Discs)
  • 1991 You Woke Up My Neighbourhood (7"/Kassette/12"/CDsingle, Go! Discs)
  • 1992 Accident Waiting To Happen (Red Star Version) (7"/12"/CDsingle(Live-CDsingle, Go! Discs)
  • 1996 Upfield (7"/Kassette/CDsingle, Cooking Vinyl)
  • 1997 The Boy Done Good/Sugardaddy Re-mix (CDsingle, Cooking Vinyl)
  • 1997 The Boy Done Good/Sugardaddy (CDsingle, Cooking Vinyl)
  • 1998 Billy Bragg & Wilco – Way Over Yonder In The Minor Key (CDsingle, Elektra)
  • 2002 Billy Bragg and The Blokes – England, Half English/St Monday (CDsingle, Cooking Viny)
  • 2002 Billy Bragg and The Blokes – Take Down The Union Jack (CDsingle, Cooking Vinyl)
  • 2005 Rosetta Life featuring Billy Bragg – We Laughed (mp3s: iTunes Music Store / CDsingle: Cooking Vinyl)
  • 2007 Old Clash Fight Song (als Johnny Clash) (20. August)
Best-Ofs
Live-CDs
  • 1978 The Peel Sessions (Strange Fruit Music)
  • 1991 The Peel Sessions Album (CD/LP, Srange Fruit)
  • 1995 Billy Bragg and The Red Stars – No Pop, No Style, Strictly Roots (Mailorder-CD, BB5107)
  • 1999 Billy Bragg and The Blokes – Mermaid Avenue Tour (Mailorder-CD, BB5108)
  • 2002 Billy Bragg Live Solo Bootleg. Going To A Party Way Down South (CD, BB5109)

Kollaborationen

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV F NOR FIN NZ
1984 Life's A Riot With Spy vs. Spy - 32 - - - - - - - -
1984 Brewing Up With Billy Bragg - 16 - - - - - - - -
1986 Talking With The Taxman About Poetry - 8 - - - - - - - -
1987 Back To Basics - 37 - - - - - - - -
1988 Workers' Playtime - 17 - - - - - - - -
1990 The Internationale - 34 - - - - - - - -
1991 Don't Try This At Home - 8 - - - - - - - -
1996 William Bloke - 16 - - - - - - - -
1998 Mermaid Ave. (mit Wilco) - 34 90 - - - - - - -
2000 Mermaid Ave. Vol.2 (mit Wilco) - - 88 - - - - - - -
2008 Mr. Love & Justice - 33 - - - - - - - -
Singles
1985 Between The Wars EP - 15 - - - - - - - -
1986 Levi Stubb's Tears - 29 - - - - - - - -
1988 She's Leaving Home (mit Cara Tivey) -
1
- - - - - - - -
1989 Won't Talk About It - 29 - - - - - - - -
1991 Sexuality - 27 - - - - - - - -
1992 Accident Waiting To Happen - 33 - - - - - - - -
2002 Take Down The Union Jack - 22 - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Musikexpress Rolling Stone Rolling Stone
1983 Life's A Riot With Spy vs. Spy
3
-
-
-
-
1984 Brewing Up With Billy Bragg
6
29
-
-
-
1986 Talking To The Taxman About Poetry
22
-
-
-
-
1988 Workers Playtime
34
-
-
-
-
1991 Don't Try This At Home
19
-
-
-
-
1998 Mermaid Ave. (mit Wilco)
-
-
38
10
10
2000 Mermaid Ave. Vol.2 (mit Wilco)
-
-
-
11
17
Singles
1986 Levi Stubb's Tears
9
-
-
-
-
1991 Sexuality
11
-
-
-
-

All-Time-Charts

Talking To The Taxman About Poetry

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Coverversionen

Billy Bragg covert u.a.:

Billy Bragg wird gecovert von...

Trivia

  • Erstes Radio-Airplay erhält Billy Bragg, indem er John Peel ein Currygericht (und sein Demotape) in den Sender bringt.

Weblinks