Benutzer:Radunze

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kronjuwelen 2017

Wollen wir vielleicht doch lieber in die Modebranche?
  • Gasandji - Le sacré

Mit 14 besitzt sie nur drei Toncassetten, die sie als Familiennachzüglerin zu ihrem Herrn Papa nach Frankreich mitnimmt. Anfangs nähert sie sich der Musik nur von der tänzerischen Seite bis sie an der ATLA Jazzschule in Paris ihre eigene Stimme entdeckt. Die vielen Kontakte an dieser Schule versetzen sie in die Lage, direkt als Choreografin und Produzentin ins Musikgeschäft einzusteigen.
Eine frühe Ep wird 2006 für das Viabenso Label aufgenommen, erblickt aber erst am 21. Februar 2009 das Licht der Öffentlichkeit. Das Debüt "Rêver" ist im Grunde französische Popmusik mit etwas Soul und Reggae. Die stark abweichenden Interpretationen ihrer Tourband kommen dann 2014 beim Afrika-Festival in Würzburg dermaßen gut an, dass ihr der Festivalpreis zuerkannt wird. Gasandji geht weiter auf Distanz zur französischen Popmusik und setzt sich für einen ausgedehnten Workshop in den Kongo ab. Hier lebt sie einige Zeit mit einem Pygmäenvölkchen und nimmt an diversen Festen und Zeremonien teil. Dabei entstehen viele Stunden an Feldaufnahmen, die clever montiert das Rückgrat der neuen Songsuite "Le sacré" bilden. Die einzelnen Songtitel hält sie zunächst geheim und liefert das Album digital an einem Stück, weil die Songs ineinander übergehen. Im Ergebnis hat sie letztlich auch den Montagestil von Holger Czukay und Can verarbeitet. Gasandjis musikalischer Ausdruck wird durch die persönlichen Kontakte mit dem Pygmäenvölkchen neu geerdet und wirkt alles andere als tauglich für die konventionellen Popcharts. Ein klarer persönlicher Favorit, der sich wegen fehlender Texte und Hintergrundinformationen noch nicht ganz erschlossen hat!

Musik-Nuggets 2016

Der Indiepedia-Boy hat sich ganz neu eingekleidet!
  • Die Krupps - Stahlwerkrequiem

Die Neueinspielung der Stahlwerksynfonie von 1981 zeigt einen spieltechnisch deutlich gereiften Jürgen Engler an der Gitarre, der das Herz mit klar strukturierten Improvisationen und vielschichtigen Klängen aus dem Pedalboard erfreut. Der relativ geringe Bekanntheitsgrad des dominanten, über weite Strecken bitonalen Bassthemas sorgt ebenfalls für den Eindruck von unverbrauchter Frische. Das Stahlwerkrequiem wirkt dadurch nicht so abgedudelt wie etwa das Gitarrenriff des Diskothekenklassikers Funkytown, das bereits ein Zitat des Doors Klassikers The Changeling war und dann später noch von Jello Biafra aufgegriffen wurde. Ob die von Peter Hein produzierte Stahlwerksynfonie nun wirklich die Initialzündung des Industrial Rock war, lässt sich nur anhand von Originalaussagen einschlägig bekannter Genreprotagonisten überprüfen. Ein flächendeckender Bekanntheitsgrad liegt jedenfalls nicht vor.

  • Maurice Louca - Garraya

Nordafrika und der Nahe Osten bringen auch stark elektronisch orientierte Musiker hervor. Maurice Louca ist so einer. Sein aktuelles Werk Garraya orientiert sich lose an den chronisch verzerrten Klängen des Digital Hardcore, hat aber auch neben brüllenden Dissonanzen ausgefeilte Harmonik und sogar Melodien zu bieten. Handgespieltes und elektronisch Prozessiertes werden klug miteinander verwoben, sodass hier tatsächlich sowas wie ein eigener Sound zustandekommt. Die tendenziell stolpernden Beats fußen eher auf Rhythmen der Region als dem Breakbeat-Sortiment des Instrumental Hip Hop.

Sumpflichter 2015

Desktop-Vorschlag Numero Uno: Aus einem total unscharf gezoomten Foto des Neusser Rheinufers wurde durch Übermalen, Verformen und Filtern dieser ansprechende Hybrid aus Action-Painting und hochwertiger Informel-Malerei.
  • Angel Dust Dealers - Euthanasia Broadcast Network

Einmal mehr coole instrumentale Giallo Soundtracks zu nicht existierenden Filmen. Traumhaft sichere Gitarrenführung und Gänsehaut-Synthesizer sind garantiert. Dass sowas gerade aus Moskau kommt, wundert dann doch etwas. Erhältlich zum freien Download bei Bandcamp!

  • Jen Brown - Rhythms of the Rain

Zum Glück gibt Jenny Braunschweig am Piano nicht gern die Tratschtante. So kann man in die Gesangslyrik ohne Reue eintauchen ohne sich kompromittiert zu fühlen. Der Geheimtipp aus Köln!

  • Nisennenmondai - Live at Clouds Hill

Die weibliche Muckibude aus Tokio veredelt gerne starre Technopattern auf Bass, Gitarre, Schlagzeug und liefert hier einen unwiderstehlich nach vorne treibenden Soundtrack für's Pedelec begeisterte Volk.

Klanggoldförderung 2014

Ehemals Geeta, heute Belle Scar!
  • Belle Scar - Light Bulbs

Geeta Pearson, eine Kanadierin mit indischen Wurzeln, die mittlerweile nach London übersiedelt ist, ist sowas wie eine ewige Newcomerin. Nicht nur, dass die ersten beiden Alben Travelling State of Mind und Plastified selbst in Insiderzirkeln unbekannt geblieben sind. Nein, auch das eifrig betourte Light Bulbs, das von dem Prude und Plastic Heroes Gitarristen Marc Olivier im Sommer 2014 in London produziert wurde, verfehlte bei Amazon bis zum Juli 2016 eine Platzierung. Nach über 200 Konzerten mit großer Garderobe und kompaktem Instrumentarium war sowas natürlich ein schwerer Schlag, der nicht ohne Konsequenzen bleiben konnte. Light Bulbs bringt sehr dunkel gefärbten Art Pop mit schmissigen Refrains und gut ausgearbeiteten Vokalarrangements. Geetas Alto Timbre ist dabei irgendwo zwischen Patti Smith, Lene Lovich und Siouxsie Sioux zu verorten, allerdings mit der Fähigkeit zum hysterischen Falsett. Light Bulbs klingt als fertiges Album irgendwie nach Gothic, hat sich aber in der Livepräsentation sehr oft dem limitierten Dresscode dieser Szene verweigert und wurde praktisch jeden Abend anders präsentiert. Ursprünglich unter dem Allerweltspseudonym Geeta veröffentlicht, verschwand es im Laufe des Jahres von den meisten Musikplattformen und ist nun wieder unter dem witzigen Namen Belle Scar über Bandcamp erhältlich.

  • Ray Wilson (USA) - Elevator Music: Experimental Electronic Compositions

Die MFOS-Synthesizermodule von Ray Wilson sind sicherlich der klangliche Kältepol innerhalb des Modellpools des analogen Synthesizers. Das Album Elevator Music zeigt den Meister nicht nur als äusserst fähigen Baumeister und Entwickler, sondern auch als visionären Komponisten, der der sogenannten Kosmischen Musik, auch bekannt als Berliner Schule durchaus eigene Ideen und Ansätze beigeben kann. Zwar faszinieren auch ihn der Weltraum und fantastische Geschichten, doch ist elektronische Musik gepaart mit schwarzem Humor eher selten zu finden. Im Eröffnungstrack Starlight Reaches funkelt das Sternenlicht noch gleissend und erwartungsgemäß. Doch schon der 21-minütige Blitzflug nach Tokio gerät zu einer Orgie aus Chaos und Zerstörung. Das regenreiche Environment Number One lässt dann schließlich zu trickreich moduliertem Donnerhall immer wieder Flugzeuge zur Landung ansetzen. Die bange Frage dabei lautet: Notlandung oder nicht? Diese Ungewissheit verleiht der halben Stunde Sturzregen eine sehr sublime Spannung. Das musikalische Gesamtwerk des Elektronikingenieurs Raymond Joseph Wilson mag wegen der Vielfalt der beruflichen Projekte eher schmal ausgefallen sein. Das Album Elevator Music gibt jedoch keinen Grund zur Beanstandung in Bezug auf unausgereifte Ideen.

  • John Southworth - Niagara

Dies ist auf jeden Fall ein reichhaltiges Doppelalbum mit querdenkenden Texten und klassischen Pop-Themen aus der Beziehungskiste. Inwieweit die Vibes der zwei verschiedenen Niagara Cities wirklich eingefangen wurden, kann man als unvoreingenommener Hörer wohl erst beurteilen, wenn die seltsamen Texte vorgelegen haben und zumindest eine gute Reportage gelesen, gesehen oder gehört wurde. Southworths Stimmlage ist in all ihrer Brüchigkeit irgendwo zwischen George Harrison und Bob Dylan angesiedelt. Kompositorisch gibt er sich auf "Niagara" gern als Nachfahre von Ray Davies und Harry Nilsson, hat aber eine stärkere Affinität zum Jazz.

  • Fragil - Fragil

Bildende Künstlerinnen und Künstler müssen nicht notwendigerweise singen und musizieren können, wenn sie ein CD-Album auf den Markt bringen. Das hat in der jüngeren Vergangenheit dazu geführt, dass für den Kunstmarkt auch CD-Dummies mit nicht ganz realen Interpreten konzipiert wurden, die nur Interviews geben und immer nur betonen, demnächst ins Studio zu wollen. Manchmal liegen solchen Publikationen auch nur Visitenkarten des verantwortlichen Medienkünstlers bei. Da die Preisgestaltung bei Medien-Dummies nach oben offen ist, kann der Erwerb einer solchen Attrappe bei Musikfreunden zu einem bösen Erwachen führen. Umso erfreulicher ist es, dass es an der Kunstakademie Düsseldorf wieder eine richtige Hausband gibt, die nun auch ein ambitioniertes Album vorgelegt hat. Fragil nennen sich vier Kunststudenten mit Hang zu Melodien und schrägen Tönen, die sich klanglich gleichermaßen in der Nähe von Andreas Dorau, Element of Crime oder Geschmeido angesiedelt haben. Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht spektakulär, gewinnt aber an Kontur, wenn man sich vergegenwärtigt, dass das klangliche Ideal von Fragil stets die gebrochene Harmonie bleibt. Im Song "Aus Liebe zur Pflicht" kommt einem gar die wodkaselige spätsowjetische Kassettenszene in den Sinn, so schrottig und schwungvoll wird hier musiziert.

  • Heavy Gummi - Gedanken in Aspik

Dieses flotte und clevere Album ist süffig und unkompliziert wie eine Flasche Kellergeister und könnte auch in Berlin - Wedding aufgenommen worden sein. Neben zahlreichen musikalischen Zitaten aus der Welt des Rhythm and Blues, der Cumbia, dem Reggae und Ska, sowie der Balkan-Melismatik und dem von Mikis Theodorakis entwickelten griechischen Sirtaki, gibt es mit "Laubbläser" auch eine textlich umgedeutete Fassung von "Ghost Riders in the Sky", sowie eine hochklassige Interpretation von Desmond Dekkers "Israelites". Sicher anzutreffen ist das kleine Gatefold-Album bislang nur bei Bibabuze in Düsseldorf-Bilk. Schade eigentlich!

  • Natalie Kies - Storyteller

Dieses Album ist als Kurzfassung ein echter Leckerbissen: Wenn Kate Bush oder Tori Amos eine Jazz-Identität hätten, so könnten sie wohl klingen. Bevorzugte Tracksequenz: 1-2-5-8-11-12.

  • 10 000 Russos (Portugal) - 10 000 Russos

Aus Porto kommt diese unmögliche Mixtur aus epischem Kraut Rock und lärmigem Shoegaze. Zwei längere Stücke, nämlich "Spartak Hunger" und "Lokomotiv Gobi" sind auch noch mit einer verschleppten Twist Rhythmik unterlegt. Das hätte sich Chubby Checker niemals träumen lassen! Ein weiterer Nugget aus der Bandcamp Goldgrube.

  • Niasony - Afroplastique

Es ist schon erstaunlich, wie aus der eher durchschnittlichen Reggae Gruppe Jin Jin ein Experten-Gremium für populäre afrikanische Musikstile werden konnte. Zwar wird nicht alles weiterentwickelt, dafür aber vieles kompetent interpretiert. Zusammen mit den ungeschminkten, oft bitteren Texten von Niasony Okomo in der selten zu hörenden Kongo Sprache Lingala entsteht so etwas wie eigenständige Authenzität. Mein persönliches Problem mit dem Album ist, dass ich viel zu lange darauf warten musste.

  • Nausica - The Molecules Fall Closer

Der zweite Act des Kölner Woda Kolonska Labels verwandelt sich auf seiner zweiten EP von der Raupe zum Schmetterling. Wirkte das Debüt noch etwas pretentiös und schwerfällig, zeigt die trinationale Gruppe aus dem niederländischen Arnheim hier ein Gespür für mitreißende Grooves, einprägsame Hooklines und überraschende Genrestaffetten. Dass sie im letzten Stück "World Wide" in der bassigen Kontrapunktik patzen, beweist, dass sie noch in der Entwicklung sind.

  • Chelan - Equal Under Pressure

Anders als auf dem sehr stringenten Vorgänger "Summer Machines" gibt es auf Chelans aktuellem Output diesmal gute bis sehr starke Indiepop Songs mit Electro Pop Nummern wild durcheinandergewürfelt: Das macht den schrägen Charme dieses Albums aus. "Pretend We Live Forever" könnte es sogar in die Permanent Rotation Listen der Hochschulradios schaffen, um dann hemmungslos abgedudelt zu werden. Aber noch ist es ja nicht so weit: Der Chelan Wein will noch entdeckt werden. Das hübsche "Patterns of Light" ist ein kleiner Ausflug in die melodiöse Welt der Americana Songs und somit ein Stilbruch. Allen Songs gemeinsam ist eine herbstlich melancholische Grundstimmung, die auch labiles Gedankengut und zerstörerische Visionen über ein Fotofreakpärchen mit einschließt. Hier die frisch entwickelte alternative Titelfolge, die etwas Ordnung in das kreative Chaos dieses Duos aus dem kalifornischen Joshua Tree zu bringen versucht: 8-4-3-5-7-1-6-2

  • Schön - Schön komplett

Der Musik Express war damals (1981) ziemlich angetan von dieser norddeutschen NDW-Kapelle mit den drei Gesangsstimmen. Der Rest der Welt ignorierte sie dennoch. Der gesammelte Nachlass fällt überraschend umfangreich aus, ist aber trotz schwankender Klangqualität mit Genuss anzuhören.

Die Düsseldorfer Sängerin und Songschreiberin Crystin (Crystin Fawn) hat eine Vergangenheit als hypersensible und wehleidige Piano-Pop-Schnepfe mit einem starken Hang zur Ich und Du Lyrik. Mit dem Elektronikenthusiasten Marco Petracca hat sie nun einen kreativen Partner gefunden, der ihren überquellenden Emotionen ein ganz neues Fundament gibt. Langsame, verzogene Breakbeats sorgen dafür, dass dieses Werk in der anthrazitfarbenen Box nur bedingt tanzbar ist und einiges an Konzentration einfordert.

Don Shiva ist das Elektronikpseudonym von Jost Saggau, der schon 1980 bei ZickZack mit der NDW-Kapelle Schön die Single "Tanz doch" veröffentlichte. Mit "New York Tango" fügt er seiner an Brüchen reichen Diskografie einen weiteren Bruch hinzu. Diesmal ließ er seinem alten Kumpel und Tanzklub-Tingler Gerrit Moldenhauer beim Komponieren freie Hand und beschränkte sich auf die Bass- und Rhythmusarbeit. Auch die deutsch-türkische Soulsängerin LayG zeigt hier einmal ein breiteres Spektrum ihres Könnens. Die beachtliche Version von Sades "Smooth Operator" changiert stylistisch irgendwo zwischen Deep House und Tango Nuevo. Es wird wirklich Zeit, dass dieses fantastische Trio vom breiten Publikum entdeckt wird und sich nicht mehr in irgendwelchen Tingeltangel-Klubs verdingen muss. Weitere Bands mit Jost Saggau alias Don Shiva: Die Segeberger und Fetish Drums.

  • Killing Joke - In Dub

Killing Joke als Dubmuzak Produzenten. Dieses Mammutalbum stört nicht. Wirklich nicht! Dazu kann man Karten spielen, Zeitung lesen, Bier spucken. Alles ist möglich! Manche der Remix-Künstler wurden offensichtlich nur deshalb nicht abgewiesen, weil sie nette Kerle sind. Da muss das geneigte Publikum schon selbst eine Titelfolge schreiben, wenn es keine Oberflächlichkeiten hören will. Für ausreichende Substanz ist dennoch gesorgt!

  • Hanna Fearns - Sentimental Bones

Dieses nette kleine Digipäckchen könnte das solideste Countryalbum des Jahres sein! Neben dem von Dolly Parton natürlich...

  • Monster Ceilidh Band - Charge

Diese in Deutschland noch weitgehend unbekannte Acid Croft Truppe aus Newcastle lieferte im Januar 2014 das erste echte Klassealbum des Jahres. Hier spürt man unglaublich viel rhythmischen Schwung gepaart mit einem spektakulären Sinn für eingängige Hooklines. Monster Ceilidh konzertiert auch als reine Akustikgruppe und dürfte dann vom Sound gut bekannter keltischer Tanzshows wie Gaelforce oder Riverdance nicht weit entfernt sein.

  • Neneh Cherry - Blank Project

Frau Karlsson zeigt hier nur in Begleitung von Bass, Percussion und etwas Mikroelektronik, was gesanglich in ihr steckt. Jenny Thiele aus Köln brachte sowas auch schon mal.

  • Niels Klein Tubes and Wires - Niels Klein Tubes and Wires

Der frisch gebackene BuJazzO Chef schaffte 2014 zusammen mit Lars Duppler, Hanno Busch und Jonas Burgwinkel endlich den Anschluss an seine private Musiksammlung. Außerordentlich hörenswert! Da die Vier nicht unbedingt nur auf Harmonien und Melodien fixiert sind und mitunter extensiv den Richtlinien der Inside/Outside Improvisation folgen, werden sich ungeschulte Gehöre beim Abhören dieses Albums möglicherweise wie besoffen vorkommen.

  • Andrea Schroeder - Where the Wild Blackbirds End (Privathybridalbum)

Die Berliner Chanteuse Andrea Schroeder liegt stimmlich in der Altlage von Marlene Dietrich und Hildegard Knef, folgt aber musikalisch gern den Trekkingrouten von Nick Cave, Mick Havey und Crime & the City Solution. Obwohl sie im Rockbereich mit ihrem Gitarristen Jesper Lehmkuhl sehr harte Bretter liefern kann, dominieren bei ihr stilistisch düstere, aber auch zärtlich melancholische Akustikballaden, die in rhythmischer Hinsicht allerdings kaum Tempo machen, sodass sich die Idee eines persönlichen Querschnitts geradezu aufdrängt. Folgende Titelfolge funktioniert ganz gut ohne vom Temperament her abzusacken:

  • Track 1: Blackberry Wine
  • Track 2: Bebop Blues
  • Track 3: Dead Man's Eyes
  • Track 4: Where the Wild Oceans End
  • Track 5: The Spider
  • Track 6: The Rattlesnake
  • Track 7: Walk into the Silence
  • Track 8: Dark Nightingales
  • Track 9: Kälte
  • Track 10: Blackbird

Angespülte und gekaufte Höhepunkte 2013

Desktop-Vorschlag Numero Due: Aus einem total unterbelichteten Abendfoto der Fleher Brücke entstand mit Hilfe einer grafischen Hochleistungsengine diese reizvoll gekippte Abstraktion aus Formen und Farben.

Alte Slade Hits im Merseybeat Garagen Sound. Ja, das hatte noch gefehlt!

Obwohl sich hier drei gestandene Schlagzeuger in spieltechnischer Hinsicht kein Bein ausreissen, überträgt sich der Spaßfaktor dieser Spontansession auf rhythmisch orientierte Hörerinnen und Hörer fast sofort. Schon nach kurzer Zeit können selbst Ungeübte klappernde Geräusche beisteuern.

Die besten Ausgrabungen 2012

Fetziges Mixtape der Jahrtausendwende

Hier eine Auswahl an Alben, Boxen und Ep's, die mir in guter Erinnerung geblieben sind. Reine Online-Audio-Datenströme ohne Download-Möglichkeit wurden nicht berücksichtigt.

White Reggae ist nur interessant, solange es nicht zu poppig wird. 2012 hatte der GDC noch die richtige Balance!

Weibliche Stimmen ohne quiekende Girlie Attribute:

Elektronik:

Radunzes Top of the Kotz 80

Inspiriert von der Amsterdamer Puke 50 Liste hier nun eine Aufstellung von Titeln, zu denen der Autor dieser Zeilen bewusst Abstand hält. weil sie entweder durch überzogenes oder verlogenes Pathos auffallen oder eine gewisse geistige Ödnis hinterlassen. Manche Songs wirken anfangs frisch und bekommen mit der Zeit den Charme eines alten Kaugummis. Andere existieren in mehreren Versionen, von denen eine die schlimmste ist. Auch sie sind hier gelistet:

Mehr Spaß mit Schallplatten: Rechts der Tonarm eines riemengetriebenen Plattenspielers, links unten die Rillen einer Vinyl Lp, im Zentrum ein großer Wecker gegen die Langeweile...
  • Abba - The Winner Takes It All (1980)
  • Peter Alexander - Die kleine Kneipe (1976)
  • Ambrose Slade - If This World Were Mine (1969)
  • Christian Anders - Es fährt ein Zug nach Nirgendwo (1972)
  • Baccara - Yes Sir, I Can Boogie (1977)
  • Bachman-Turner Overdrive - You Ain't Seen Nothing Yet (1974)
  • Bee Gees - Stayin' Alive (1977)
  • Bee Gees - Tragedy (1979)
  • Pat Benatar - Love Is a Battlefield (1983)
  • Roy Black - Ganz in Weiss (1966)
  • Black Föös - Mer losse d'r Dom in Kölle (1977)
  • Blondie - Heart of Glass (1979)
  • David Bowie - Let's Dance (1983)
  • Glen Campbell - Rhinestone Cowboy (1975)
  • René Carol - Du braune Madonna der Südsee (1960)
  • Howard Carpendale - Ti amo (1977)
  • Chicago - If You Leave Me Now (1976)
  • Phil Collins - In the Air Tonight (1981)
  • Dead Kennedys - Viva Las Vegas (1980)
  • DJ Ötzi - Ein Stern (der deinen Namen trägt) (2007)
  • DJ Ötzi - Hey Baby (2001)
  • Nino de Angelo - Jenseits von Eden (1983)
  • Deep Purple - Smoke on the Water (1973)
  • Derek and The Dominos - Layla (1971)
  • Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft - Fußball ist unser Leben (1973)
  • Die Doraus und die Marinas - Fred vom Jupiter (1981)
  • Bob Dylan - Times They Are A-Changin' (1965)
  • EFF - Stimme (2015)
  • Electric Light Orchestra - Confusion (1979)
  • Erdmöbel - Ding ding dong (Jesus weint schon) (2013)
  • Family 5 - Stein des Anstoßes (1984)
  • Fischer-Z - Marliese (1981)
  • Frankie Goes to Hollywood - The Power of Love (1984)
  • Gloria Gaynor - Never Can Say Goodbye (1974)
  • Gebrüder Blattschuss - Kreuzberger Nächte (1978)
  • Rex Gildo - Fiesta Mexicana (1972)
  • Gary Glitter - I'm the Leader of the Gang (I Am!) (1973)
  • Dieter Hallervorden & Helga Feddersen - Du, die Wanne ist voll (1978)
  • Harpo - Moviestar (1975)
  • Heintje - Mamatschi (1968)
  • Hot Chocolate - You Sexy Thing (1975)
  • Jethro Tull - Too Old to Rock 'n Roll: Too Young to Die (1976)
  • The Killers - Human (2008)
  • Piet Klocke - Sklaven der Liebe (1983)
  • Kraftwerk - Autobahn (1975)
  • Lake - Jesus Came Down (1977)
  • Les Humphries Singers - Mama Loo (1973)
  • Udo Lindenberg & Das Panik Orchester - Alles klar auf der Andrea Doria (1974)
  • Andrew Lloyd Webber & Tim Rice - Overture: Jesus Christ Superstar (1971)
  • Penny McLean - Lady Bump (1975)
  • Peter Maffay - Über sieben Brücken mußt Du gehn (1980)
  • Mando Diao - Dance With Somebody (2009)
  • Barry Manilow - Mandy (1974)
  • Manfred Mann - Do Wah Diddy Diddy (1964)
  • Nazareth - Love Hurts (1974)
  • Nichts - Radio (1981)
  • Harry Nilsson - Without You (1971)
  • Opús - Live Is Life (1984)
  • Elvis Presley - In the Ghetto (1969)
  • Prince - Purple Rain (1984)
  • Rolling Stones - Angie (1973)
  • Helge Schneider [With Hardcore] - Katzeklo (1993)
  • Simple Minds - Promised You a Miracle (1982)
  • Frank Sinatra - My Way (1969)
  • Slade - My Oh My (1983)
  • Smokie - Living Next Door to Alice (1976)
  • Status Quo - Rockin' all Over the World (1977)
  • Donna Summer - Love to Love You Baby (1975)
  • Sweet - Hell Raiser (1973)
  • Die Toten Hosen - Hier kommt Alex (1988)
  • Die Toten Hosen - Tage wie diese (2012)
  • T. Rex - Get It On (1971)
  • U2 - Pride (In the Name of Love) (1984)
  • Unheilig - Geboren um zu leben (2010)
  • Unheilig - Wir sind alle wie eins (2014)
  • Uriah Heep - Lady in Black (1971)
  • Vader Abraham - Das Lied der Schlümpfe (1978)
  • Village People - In the Navy (1979)
  • Johanna von Koczian - Das bißchen Haushalt ... sagt mein Mann (1977)
  • Gottlieb Wendehals - Polonäse Blankenese (1982)