Beastie Boys

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Beastie Boys
Beastie Boys
Beastie Boys
Herkunft: New York, USA
Aktiver Zeitraum: 19792012
Genres: Hip Hop, Crossover
Labels: Grand Royal
Capitol Records
Homepage: beastieboys.com
Line-Up:
Michael Diamond (Mike D)
Adam Yauch (MCA)
Adam Horowitz (Adrock)
Ehemalige Mitglieder:
John Berry (Gitarre)
Kate Schellenbach (Schlagzeug)

Die 1979 gegründete Brooklyner Institution Beastie Boys war einer der langlebigsten, wandlungsfähigsten und einflussreichsten Acts im Genre des HipHop im weiteren Sinne. Das Kerntrio um Mike D (Michael Diamond), Adrock (Adam Horowitz) und MCA (Adam Yauch) veröffentlichte wegweisende Alben wie "Licensed to Ill" und "Paul's Boutique" und schrieb mit Hits wie "Sabotage" auch Musikvideogeschichte. Tragischerweise erlag Adam Yauch am 4. April 2012 den Folgen seiner Krebserkrankung, so dass der Fortbestand der Band völlig ungewiss ist.

Bandgeschichte

19791983: Die frühen Hardcore-Jahre

Gestartet 1979 als Punk-Trio namens The Young Aborigines mit Michael Diamond am Bass, John Berry an der Gitarre und Kate Schellenbach am Schlagzeug (später bei den Beastie-Protegés Luscious Jackson), kam 1981 der Bassist Adam Yauch hinzu und mit ihm die Umbenennung in Beastie Boys. Man erspielte sich rasch einen Namen in der New Yorker Hardcore-Szene und spielte unter anderem als Vorband von den Bad Brains, den Dead Kennedys und den Misfits. 1982 erschien die erste EP "Pollywog Stew", nach deren Release Gitarrist Berry ausstieg und durch Adam Horowitz ersetzt wurde. In diese Zeit fällt auch die allmähliche Verwandlung der Gruppe vom Punkrock- zum HipHop-Act, denn auf der 1983 erschienenen 4-Track-EP findet sich mit Cooky Puss auch der erste Rap-Track der Beastie Boys, der auf einem Telefonstreich basierte und in der NY-Clubszene zu einem Hit wurde.

19841987: Rick Rubin, Def Jam und "Licensed to Ill"

Auf diese Weise wurde auch die heutige Produzentenlegende Rick Rubin auf die Beastie Boys aufmerksam und bot ihnen einen Plattenvertrag mit seinem just gegründeten Label Def Jam an, wo 1984 auch die EP "Rock Hard" erschien. Diese führte den Weg der Band Richtung HipHop/Crossover weiter, doch blieb Drummerin Kate Schellenbach dabei auf der Strecke, da sie nicht mit Rubins Konzept übereinstimmte und die Gruppe letztlich verließ. Folglich zum Trio aus Michael "Mike D" Diamond, Adam "MCA" Yauch und Adam "Adrock" Horowitz geschrumpft, konnten die Beastie Boys Tourplätze mit Madonna und Public Image Limited ergattern und damit ihren Bekanntheitsgrad deutlich steigern. Die Verwandlung zum erfolgreichsten weißen HipHop-Act überhaupt (bis Vanilla Ice kam) fand ihren krönenden Abschluss in dem 1986er Longplayer "Licensed to Ill", der zum Nummer-Eins-Hit in den Staaten wurde und der Band mit Singles wie (You Gotta) Fight for Your Right (To Party) oder No Sleep 'til Brooklyn weltweiten Erfolg bescherte. Die 1987 folgende Europatour zur Platte wurde zu einem der Skandal-Events des Pop-Jahres, als britische Behörden den Beastie Boys wegen der "Obszönität der Performance" die Einreise verweigern wollten – unter anderem kam ein gigantischer hydraulischer Penis als Bühnenrequisit zum Einsatz – und MCA schließlich sogar verhaftet wurde, nachdem es bei einem Konzert in Liverpool zu Ausschreitungen gekommen war. Nichtsdestoweniger machte "Licensed to Ill" die Beastie Boys zur globalen Marke und verkaufte mehr als fünf Millionen Einheiten.

19881996: Stilistische Erweiterungen, Grand Royal und "Ill Communication"

Nach dem Rap-Rock-Durchbruch mit "Licensed to Ill" ging es dem Beastie-Trio nunmehr darum, ihr Sounduniversum auszubauen und Experimente zu wagen. Dies sollte auf dem 1989 erschienenen Album "Paul's Boutique" erste Früchte tragen, denn die Platte zeichnete sich durch ihren wegweisenden Umgang mit Samples aus. Kommerziell allerdings konnte die Platte den Erfolg des Vorgängers nicht wiederholen, obwohl sie letztlich – gestützt durch den Single-Erfolg der Auskopplung Hey Ladies – über eine Million Exemplare verkaufte. Von Kritikern wird "Paul's Boutique" jedoch nach wie vor als Meilenstein der HipHop-Geschichte gepriesen.

Das dritte Album mit dem Titel "Check Your Head" sollte 1992 dann Kritiker und Käufer wieder versöhnen, da Mike D, MCA und Adrock auf dieser Platte sowohl dem klassischen HipHop als auch neuen musikalischen Erkundungen in Richtung Funk und Jazz Rechnung trugen. So spielten die Drei unter anderem die Instrumente selbst ein, und mit "Money Mark" (Mark Ramos Nishita) am Keyboard und "Mario C" (Mario Caldato Junior) als Produzent sollten zwei langjährige Kollaborateure den Beastie-Kosmos betreten. Die Singles "Pass the Mic" und "So What'cha Want" wurden zu Erfolgen, und insgesamt wurde "Check Your Head" zur Blaupause des Beastie Boys-Sounds der Neunziger. Außerdem war es das erste Album, das auf dem bandeigenen Label Grand Royal erschien, welches bis zu seiner Insolvenz 2001 nicht nur alle weiteren BB-Releases veröffentlichen, sondern auch neue Talente wie Luscious Jackson und Sean Lennon beheimaten sollte. Zudem erschien auch ein Fanzine gleichen Namens, für das diverse Mitarbeiter des Grand Royal-Labels schrieben.

Ihre Fortführung und Verfeinerung erfuhr die klangliche Entwicklung mit dem vierten Beastie Boys-Album "Ill Communication", das 1994 erschien und erneut als eines der besten HipHop-Crossover-Alben der Neunziger gefeiert wurde. Mit dem von Spike Jonze gedrehten Videoclip zur Rap-Metal-Nummer Sabotage, in dem die Beasties als Darsteller einer fiktiven 70er-Jahre-Polizeiserie agierten, gelang der Band zudem ein MTV-Klassiker. Desweiteren flossen insbesondere MCAs Interesse und Engagement für die tibetische Kultur und den Kampf der Tibeter um mehr Autonomie in das Album mit ein, und mit Biz Markie und Q-Tip (A Tribe Called Quest) standen erneut namhafte Gast-MCs hinter den Mikros. Zudem übernahmen die Beastie Boys – gemeinsam mit den Smashing Pumpkins – den Headliner-Platz der 1994er Ausgabe des Lollapalooza-Festival-Spektakels.

In den folgenden Jahren widmeten sich die Beastie Boys diversen anderen Projekten, wobei die Tibet-Frage besondere Priorität genoss, als MCA die Tibetan Freedom Concerts ins Leben rief. Außerdem tourte die Band erstmals in Südamerika und Asien. Nebenher fiel zudem gelegentlich auch eine neue EP ihrer Hauptband ab (1995 die 11-Minuten-Hardcore-EP "Aglio e Olio"; 1996 die Instrumental-Kollektion "The In Sound From Way Out!").

1997-2004: Von "Hello Nasty" zu "To the 5 Boroughs"

1997 wurden dann die Pläne für einen neuen Beastie-Longplayer konkret, der 1998 schließlich unter dem Namen "Hello Nasty" in die Läden kommen sollte. Auf ihm erweiterte das Trio nochmals seine stilistische (mit I Don't Know hielt die erste Akustikballade Einzug in den BB-Sound) und (mit Gästen wie Lee "Scratch" Perry und dem neuen DJ Mix Master Mike) personelle Bandbreite. Die Auskopplungen Intergalactic sowie ein Fatboy Slim-Remix des Tracks Body Movin wurden sowohl zu Chart- wie auch zu MTV-Erfolgen, da die Clips (Godzilla-Trash-Hommage einerseits, Sixties-Agentenfilm-Parodie andererseits) erneut durch Originalität und Witz bestachen. Das Album brachte den Beastie Boys auch diverse angesehene Auszeichnungen ein; unter anderem gelang ihnen das Kunststück, sowohl mit dem Grammy für das beste Alternative-Album als auch das beste HipHop-Album prämiert zu werden. Live wurde "Hello Nasty" von einer weltweiten Tournee sowie weiteren Tibetan Freedom Concerts begleitet.

Ein erster Karriererückblick wurde 1999 mit der Doppel-CD "The Sounds of Science" veröffentlicht, und zwei der Beastie Boys veröffentlichten auch Nebenprojekte: Mike D schuf sich – ganz Ween-mäßig – ein Country-Alter Ego namens "Country Mike", als welcher er diverse Songs in dieser Stilrichtung aufnahm, die 2000 auch halboffiziell ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden. Adrock tat sich mit dem Schlagzeuger Amery "AWOL" Smith (u.a. Suicidal Tendencies) als BS 2000 zusammen und nahm ein Album mit dem Titel "Simply Mortified" auf.

Das Jahr 2001 wurde auch und gerade für die drei New Yorker Homeboys durch die Anschläge des 11. September erschüttert, und noch im Oktober des Jahres organisierten die Beastie Boys ein Konzert gegen Gewalt und Hass (MCA hatte sich schon 1999 gegen die Generalverdächtigung aller Muslime als Terroristen ausgesprochen). Die Aufnahmen zum sechsten BB-Studioalbum wurden entsprechend ebenfalls von 9/11 und den Folgen beeinflusst (unter anderem erschien der Anti-Irakkriegs-Protestsong In a World Gone Mad 2003 kostenlos als Download im Netz), und schließlich wurde die 2004 veröffentlichte LP "To the 5 Boroughs" von dem roten Faden der herrschenden Ereignisse durchzogen. Insbesondere die Single "An Open Letter to NYC" brachte die Einstellungen der Beastie Boys stark zum Ausdruck und enthielt auch heftige Kritik am US-Präsidenten George W. Bush. Das Album wurde erneut ein weltweiter Erfolg, stieg gleich auf dem ersten Platz der US-Billboard Charts ein und erreichte die Top 5 in vielen anderen Ländern. Die Singleauskopplung Ch-Check It Out konnte ähnlich abräumen.

Eine weitere Best Of der Beastie Boys kam im Jahre 2005 unter dem Titel "Solid Gold Hits" heraus, enthielt im Gegensatz zu "The Sounds of Science" allerdings ausschließlich Top-Ten-Erfolge des Trios.

20062012: "The Mix-Up", "Hot Sauce Committee Part Two" und Tod von Adam Yauch

2006 nahmen die Beastie Boys die Arbeit an einem neuen Album auf, das schon im Vorfeld für Aufregung sorgte, als das Gerücht umging, es werde sich um ein reines Instrumentalalbum handeln. Diese Gerüchte stellten sich letztlich als zutreffend heraus, und so waren auf dem im Sommer 2007 veröffentlichten "The Mix-Up" ausschließlich instrumentale Stücke zwischen Funk, Jazz und sogar Post-Rock zu hören. Der kommerzielle Erfolg der Platte blieb dementsprechend aus, doch konnten sich Mike D, MCA und Adrock dafür mit dem Gewinn des Grammys für das beste instrumentale Album des Jahres 2007 trösten.

Anfang 2009 wurde bekannt, dass noch im selben Jahr ein neues Album erscheinen soll. Zuerst wurde als voraussichtlichrer Albumtitel Tadlock's Glasses genannt, mit der Fertigstellung des Albums verkündete die Band jedoch den neuen Titel Hot Sauce Committee. Zuvor wurden noch die Alben Paul's Boutique und Check Your Head in einer aufwendigen Vinyl-Version wiederveröffentlicht auf welchen auch zuvor unveröffentlichte Songs wie Lee Majors come again oder B-Boys in cut zu finden sind.[1]

Im Juli 2009 stellten die Beastie Boys eine Videobotschaft ins Internet, in der Adam Yauch (MCA) verkündet, dass bei ihm eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, die glücklicherweise jedoch behandelbar ist und nur einen kleinen Teil an seinem Hals bisher angegriffen hat. Ihre künftigen Tourdaten musste die Band jedoch bis auf Weiteres absagen.

Am 4. Mai 2012 wurde bekanntgegeben, dass Adam Yauch an den Folgen seiner Krebserkrankung verstorben ist. Er wurde 47 Jahre alt.

Kollaborationen

Diskographie

* für eine ausführliche Diskographie siehe den Artikel Beastie-Boys-Diskographie

Remixe

Remixe der Beastie Boys gibt es für folgende Bands:

Coverversionen

Beastie Boys werden gecovert von...

  • AnthraxLooking Down the Barrel of a Gun (auf dem 1993er Kompilationsalbum „The Beavis and Butt-Head Experience“)
  • Beatsteaks - Sabotage (auf der Demons Galore EP)
  • Coldplay - Fight for your Right (live)
  • Jay-Z - No Sleep Til Brooklyn (live)
  • Richard CheeseBrass Monkey (auf Aperitif for Destruction), Fight for Your Right (auf Lounge Against the Machine)

Referenzkasten

  • Cypress HillKronologik: "Chillin' with the Beastie Boys, smokin' lots of weed / But it was time to hit the studio for another LP"
  • Manic Street PreachersFreedom Of Speech Won't Feed My Children: "Little boys with dangerous toys / All bow down to the Beastie Boys"
  • M.I.A.Fire Fire: "Laying low and jacking up to Lou Reed / Chasing out to Pixies and the Beasties"
  • Urban Dance SquadDemagogue: "You figure, you're bigger when you fill the void / I got the stacks to check your head / Like the Beastie Boys"
  • Der Name der 1987er Single "No Sleep 'til Brooklyn" kann als Referenz an das Album "No Sleep 'til Hammersmith" (1981) von Motörhead verstanden werden.

Trivia

  • siehe Bandkriege
  • Nachdem sie Def Jam verlassen hatten, gründeten die Beastie Boys ihr eigenes Label Grand Royal, das 2001 geschlossen wurde
  • Unter dem Namen Grand Royal erschien eine Zeitschrift, die von der Band geschrieben und herausgebracht wurde.
  • Sie beteiligten sich an der Modemarke X-Large.
  • Unter dem Namen Nathaniel Hörnblowér drehte Adam Yauch zahlreiche Videos der Beastie Boys und protestierte 1994 auf der Bühne der MTV Video Music Awards, als R.E.M. den Preis für Everybody Hurts erhalten.
  • veranstalteten seit 1996 die Tibetan Freedom Konzerte
  • Angeblich wählten sie den Namen Beastie Boys nur aufgrund der mit der von ihnen sehr verehrten Band Bad Brains gleichen Initialen BB.

Referenzbands

Weblinks

Quellen

  1. http://www.tonspion.de/neues/neueste/247854