Bad Religion

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Bad Religion
Bad Religion
Bad Religion
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien
Aktiver Zeitraum: seit 1979
Genres: Punkrock, Hardcore
Labels: Epitaph, Sony Music, Atlantic
Homepage: Offizielle Homepage
Line-Up:
Greg Graffin: Gesang
Brett Gurewitz: Gitarre (1979-1984, 1986-1995, seit 2001)
Brian Baker: Gitarre (seit 1995)
Greg Hetson: Gitarre (seit 1984)
Jay Bentley: Bass (1979-1983, seit 1986)
Brooks Wackerman: Schlagzeug (seit 2002)
Ehemalige Mitglieder:
Jay Ziskrout: Schlagzeug (1979-1982)
Davy Goldman: Schlagzeug (1983-1984)
Tim Gallegos: Bass (1984-1986)
Pete Finestone: Schlagzeug (1982-1983, 1984-1985, 1986-1991)
John Albert: Schlagzeug (1985-1986)
Lucky Lehrer: Schlagzeug (1986)
Bobby Schayer: Schlagzeug (1991-2002)
Paul Dedona: Bass (1983-1984)

Die 1979 in Los Angeles gegründeten Bad Religion sind eine der dienstältesten und erfolgreichsten Punkrock- und Hardcorebands. Ihr melodischer, eingängiger Stil mit dem harmonischen Gesang und oftmals politisch kritischen Texten wirkte prägend auf zahlreiche weitere Bands des Genres.

Bandgeschichte

Fragt man einen durchschnittlichen Punk heute nach den Opas des Genres (England und die Ramones mal außen vor gelassen), wird mit ziemlicher Sicherheit der Name Bad Religion fallen – sind diese doch nicht nur die langlebigste (und das ohne zwischenzeitliche Auflösung), sondern auch nach wie vor eine der erfolgreichsten Punk-Bands, die aus der kalifornischen Spätsiebziger/Frühachtziger-Hardcore-Szene hervorgegangen sind. Ganz zu schweigen von dem Einfluss des Sextetts um Brett Gurewitz und "Dr." Greg Graffin auf die Legionen an melodischen Neo-Punk-Combos, die seit Mitte der 90er mit dem Revival des Genres Radio, Musikfernsehen und Armeerucksäcke weltweit eroberten. Die Geschichte von Bad Religion beginnt 1979 in Los Angeles, als die Schulfreunde Greg Graffin (Gesang), Brett Gurewitz (Gitarre), Jay Bentley (Bass) und Jay Ziskrout (Schlagzeug) zusammenfinden, um sich der formierenden Cali-Punk-Gemeinde anzuschließen. 1981 erscheint die erste, selbstbetitelte EP, zu deren Veröffentlichung Gurewitz auch gleich ein eigenes Label namens Epitaph gründet, das sich in der Folgezeit zu einem der wichtigsten Punkrock-Labels überhaupt entwickeln sollte. Das Debütalbum How Could Hell Be Any Worse? ist bereits kurz nach seinem Erscheinen einer der Klassiker der Melodic Hardcore-Geschichte, verkauft beeindruckende 10.000 Kopien und enthält die noch heute beliebten Stücke We're Only Gonna Die und Fuck Armageddon, This Is Hell. Dem gegenüber steht die nach Bandmeinung schlechteste Bad Religion-Platte überhaupt von 1983, Into The Unknown, auf der die Band zum einen von internen Spannungen belastet war und zum anderen unausgegorene Experimente mit Psychedelic Rock und New Wave veranstaltet. (Sinnigerweise zelebrierte die Band ihre Sühne für den Fehltritt mit der nächstjährigen EP Back To The Known.) Dennoch gab es eine fast dreijährige Veröffentlichungspause, bis alle persönlichen (der zwischenzeitlich ausgeschiedene Jay Bentley war wieder, Greg Hetson von den Circle Jerks als zweiter Gitarrist neu an Bord) und künstlerischen Auseinandersetzungen soweit geklärt waren, dass eine neue LP erscheinen konnte. Mit Suffer von 1988 gelang Bad Religion dann allerdings auch ein weiterer großer Erfolg, da das Bandrezept von schnellen, harten Gitarren, melodischen Songs, mehrstimmigem Gesang und wütenden politischen Lyrics hier erstmals voll ausgereift zum Ausdruck kam. Die Platten No Control (1989) und Against The Grain (1990) verfeinerten die Mischung noch weiter und verkauften sich ebenfalls sehr gut.

Mit den Neunzigern bahnten sich wieder Veränderungen für das Cali-Quintett an, denn der Grunge-Durchbruch ließ auch Bad Religion nicht unbeeindruckt. So näherten sich die Alben Generator (1991) und Recipe For Hate (1993) soundmäßig dem neuen Stil aus Seattle an, und selbst Grunge-Musiker wie Eddie Vedder von Pearl Jam leisteten Gastbeiträge. Dies war jedoch nur der Vorlauf zu der musikalischen Welle, die Bad Religion selbst mit verursacht hatten: 1994 erschien das bisher erfolgreichste Bad Religion-Album Stranger Than Fiction, das mit 21st Century Digital Boy einen der größten Hits der Bandgeschichte beinhaltete und voll mit in die Neo-Punk-Welle geriet, während andere altgediente Punk-Recken wie die Circle Jerks, Descendents oder Leatherface nur kleine Krumen vom großen Green Day/Offspring-Kuchen abbekamen. Der Erfolg hatte jedoch auch für Bad Religion Schattenseiten, denn durch die totale Überlastung des kleinen Epitaph-Labels – bei dem ja auch noch der Offspring-Megaseller Smash erschienen war – musste dessen Hauptmanager Brett Gurewitz sich aus dem aktiven Banddienst zurückziehen und geriet dazu auch noch an die Nadel. Das Album selbst erschien schließlich auf dem Major Sony.

Die Karriere der Band im weiteren Verlauf der 90er war dementsprechend disparat: Zwar konnte mit Brian Baker (zuvor bei Dag Nasty und Minor Threat) ein Ersatzgitarrist gefunden werden, doch war Bad Religion nun einer der beiden Hauptsongwriter abhanden gekommen – ein Verlust, den Greg Graffin nun nahezu im Alleingang ausbügeln mußte. Zwar konnte das 1996er Album The Gray Race noch einmal vor allem kommerziell punkten – die sowohl in Englisch wie auch Deutsch (!) aufgenommene Single Punk Rock Song tat das Ihrige dazu – doch waren vor allem die Kritiker von der beobachteten Gleichförmigkeit der folgenden Alben No Substance (1998) und The New America (2000) enttäuscht. Insofern muß es sowohl Band als auch Fans wie ein Segen vorgekommen sein, dass der heftig vermißte und inzwischen von seiner Drogensucht kurierte Brett Gurewitz auf The New America zumindest als Co-Autor eines Stückes wieder mit an Bord war. Zeitgleich mit dem Auslaufen des Majorvertrages 2001 kehrte Gurewitz auch offiziell wieder zu Bad Religion zurück, und auch wenn Schlagzeuger Bobby Schayer, der seit 1994 dabei war, aufgrund einer Armverletzung die Band verlassen musste – der aktuelle Drummer heißt Brooks Wackerman – klangen die neuen Platten The Process Of Belief (2002) und The Empire Strikes First (2004) wieder frischer denn je. Die nächste Bad Religion-Scheibe erschien am 10. Juli 2007 und trägt den Titel New Maps Of Hell – ein Zeichen dafür, dass die Band offenbar nach wie vor etwas am Zustand der Welt auszusetzen hat.
Im September 2009 veröffentlichte Epitaph die Alben "How Could Hell Be Any Worse?", "Suffer" und "No Control", in einer Stückzahl von jeweils 300 Schallplatten, wieder.

Diskographie

Alben
  • 1982 How Could Hell Be Any Worse? (LP, Epitaph Records)
  • 1983 Into The Unknown (LP, Epitaph Records)
  • 1988 Suffer (LP/CD, Epitaph Records)
  • 1989 No Control
  • 1990 Against the Grain
  • 1992 Generator (LP/CD, Epitaph Records)
  • 1993 Recipe For Hate (LP/CD, Epitaph Records)
  • 1994 Stranger Than Fiction (LP/CD, Sony/Atlantic Records)
  • 1996 The Gray Race (LP/CD, Sony/Atlantic Records)
  • 1998 No Substance (LP/CD, Sony/Atlantic Records)
  • 2000 The New America (LP/CD, Sony/Atlantic Records)
  • 2002 The Process Of Belief (LP/CD, Epitaph Records)
  • 2004 The Empire Strikes First (LP/CD, Epitaph Records)
  • 2007 New Maps of Hell (LP/CD, Epitaph Records)
  • 2010 The Dissent of Man (LP/CD, Epitaph)
Singles/EPs
  • 1981: Bad Religion (EP, Epitaph Records)
  • 1984: Back To The Known (EP, Epitaph Records)
Sonstige
  • 1991: 80-85 (Epitaph Records)
  • 1995: All Ages (Best Of, Epitaph Records)
  • 1997: Tested (Live) (Sony/Atlantic Records)
  • 2002: Punk Rock Songs (The Epic Years) (Best Of, Sony/Atlantic Records)

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F P DK NOR FIN AUS NZ
1992 Generator 49
1993 Recipe For Hate 34
1994 Stranger Than Fiction 6 87 27 28 6
1995 All Ages 20
1996 The Gray Race 11 56 15 21 6 61 2
1997 Tested 74 49 25
1998 No Substance 28 78 18 54 17
2000 The New America 16 88 47 69 53 38
2002 The Process Of Belief 13 49 41 37 39 35
2004 The Empire Strikes First 28 40 82 42 99 177
2007 New Maps Of Hell 37 35 64 49 41 29
2010 The Dissent of Man 33 35
Singles
1995 21st Century (Digital Boy) 23
1996 Punk Rock Song 29 21 5
1998 Raise Your Voice 92

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Visions Spex Visions
1989 Suffer
23
1994 Stranger than Fiction
48
7
1996 The Gray Race
17

All-Time-Charts

Against The Grain
Stranger Than Fiction
The Gray Race
Kyoto Now! (Song)

Referenzbands

Coverversionen

Bad Religion covern...
  • We're A Happy Family von den Ramones
Bad Religion werden gecovert von...

Videoclips

Literatur

Weblinks