Babyshambles

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Babyshambles
Babyshambles am 23. Januar 2008 in Berlin
Babyshambles am 23. Januar 2008 in Berlin
Herkunft: London, England
Aktiver Zeitraum: seit 2003
Genres: Punk, Garage-Punk, Indierock
Labels: Rough Trade
Regal Records
EMI
Homepage: babyshambles.net
Line-Up:
Pete Doherty (Gesang, Gitarre)
Drew McConnell (E-Bass) (seit 2004)
Adam Ficek (Schlagzeug) (seit 2005)
Mik Whitnall (Gitarre) (seit 2006)
Ehemalige Mitglieder:
Steve Bedlow (Gesang) (2003)
Neil Thunders (E-Bass) (2003)
Peter Perret Jr (E-Bass) (2004)
Jamie Perret (Gitarre) (2004)
Gemma Clarke (Schlagzeug) (2004-2005)
Patrick Walden (Gitarre) (2004-2006)
Seb Rochford (Schlagzeug) (2003-2004)

In der an Irrungen und Wirrungen reichen Pete Doherty-Story nehmen die Babyshambles einen zentralen Platz ein. Im Prinzip gibt es vier Babyshambles-Inkarnationen.

Bandgeschichte

Zuallererst tritt der Name Babyshambles auf, als Pete in einem Hotel eine in der Zwischenzeit legendäre Session einspielt, die 43 Songs umfasst. Diese 3 CDs mit den "Babyshambles Sessions" drückt er in einer Hotellobby einem Fan mit der Bitte um Verbreitung in die Hand, da Rough Trade sich weigert, kurz nach dem Debut schon wieder ein Libertines Album zu veröffentlichen. Auf den Babyshambles Sessions finden sich nicht nur die spätere Zwischensingle Don't Look Back Into The Sun, sondern auch mehrere Tracks, die den Weg auf das zweite Libertines Album finden werden. Diese Sessions sind auch heute noch im Internet als mp3s in den einschlägigen Foren Arcadias zu finden.

Das erste mal als Band traten die Babyshambles auf den Plan als Carl Barat Pete Doherty vor einer Japan-Tour bei The Libertines hinauswarf. Pete stellte sich eine neue Band zusammen und kündigte an, selbst mit seiner neuen Band als "The Libertines" durch England zu touren. Nach einigem hin und her wurden Petes Libertines in Babyshambles umbenannt. Diese erste Babyshambles Inkarnation hat außer Pete mit den jetzigen Babyshambles nichts zu tun und war künstlerisch eher umstritten.

Nachdem Pete nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wieder bei den Libertines einstieg, handelte er mit Rough Trade aus, dass er parallel zu The Libertines mehrere limitierte Singles unter dem Namen Babyshambles veröffentlichen dürfe. Sein allererstes Release lief allerdings verwirrenderweise dann unter seinem eigenen Namen Pete Doherty, hatte aber als Liedtitel "Babyshambles".

Nach seinem letzten und endgültigen Rauswurf bei The Libertines gründete Pete die zweite Band-Version der Babyshambles, die dann auch die erste Single Killamangiro veröffentlichte, die sofort in die britischen Top10 schoss. Noch vor der zweiten Single Fuck Forever und dem Debutalbum stieg die Originaldrummerin Gemma aus und wurde durch Adam Ficek ersetzt. Das Debütalbum wurde wieder von Mick Jones produziert, der bereits bei den beiden Libertines-Alben verantwortlich war.

In alter Doherty-Tradition everything goes fucked up schneller als du Crack sagen kannst: ein Oasis-Support-Gig wird kommentarlos nicht gespielt, die Fuck-Forever-Tour wird abgesagt, die Single in verschiedenen Versionen abgemischt und ohne Petes Erlaubnis veröffentlicht, der daraufhin Band und Management feuert. Als alles endgültig vorbei scheint, spielen die Babyshambles aus dem Nichts einen Reunion Gig, ausgerechnet an dem Tag, an dem die Fuck Forever Tour an einem anderen Ort starten hätte sollen. Trotz allem bleibt die Band zusammen, spielt innerhalb von 24 Stunden für den Charity-Sampler "Bollywood To Battersea" ein und veröffentlicht im November 2005 die Single "Albion" (eigentlich ein zentraler Song in der Libertines-Mythologie, der bereits auf Libertines-Sessions erstmals gespielt wurde) und das Debut-Album "Down In Albion", das mit einem von Pete Doherty gestalteten Artwork zu überzeugen weiß.

Ende 2006 folgt die EP The Blinding, die die erste Veröffentlichung Dohertys außerhalb des Rough Trade-Umfeldes ist und am 1. Oktober 2007 erscheint das zweite Album Shotters Nation bei Parlophone, welches von Stephen Street produziert wird. Seitdem ist es etwas ruhig um die Band, jedoch veröffentlichen sowohl Adam Ficek (als Roses Kings Castles -> RKC) und Pete Doherty Soloalben.

Kollaborationen

Diskografie

Diskografie [1] bei Discogs

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV F NOR FIN NZ
2005 Down In Albion 46 10 - 52 93 46 72 - - -
2006 The Blinding EP - 62 - - - - - - - -
2007 Shotters Nation 18 5 - 14 29 13 17 32 - -
2008 Oh What a Lovely Tour - - - - - - 87 - - -
Singles
2004 Babyshambles - 32 - - - - - - - -
2004 Killamangiro - 8 - - - - - - - -
2005 Fuck Forever - 4 - - - - - - - -
2005 Albion - 8 - - - - - - - -
2006 Janie Jones (Strummerville) - 17 - - - - - - - -
2006 The Blinding EP 66 - - 44 - - - - - -
2007 Delivery - 6 - - - 52 84 - - -
2007 You Talk - 54 - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Spex NME Musikexpress Intro Visions Les Inrocks Spex Musikexpress Intro Rolling Stone Visions
2005 Down In Albion
-
9
12
-
19
-
30 6 25 22 18
2007 Shotters Nation
-
14
14
-
-
33
20 7 15 7 13
Singles
2004 The Man Who Came To Stay
-
45
-
-
-
-
- - - - -
2004 Killamangiro
-
-
-
-
-
14
- - - - -
2005 Fuck Forever
48
6
-
23
-
16
19
1
6 12 -
2005 Albion
-
-
-
-
-
-
- - 48 - -
2007 Delivery
-
-
-
-
-
-
37 3 5 2 13

All-Time-Charts

Down in Albion

Kompilationsbeiträge

  • Bring Your Own Poison – Live At The Rhythm Factory: Killamangiro
  • Help: A Day in the Life: From Bollywood To Battersea

Referenzkasten

Down In Albion

  • La Belle Et La Bete:
    • ist aus der Songskizze Conversation Diva entstanden und erzählt unter anderem vom Doherty-Drogenkumpan Wolfman
    • La Belle Et La Bete ist natürlich die berühmte Geschichte "Die Schöne und das Biest" von Jeanne Marie Leprince de Beaumont
    • Is She More Beautiful Than Me ist aus Schneewittchen
  • A Rebours:
    • lautet wie das zentrale literarische Werk der Dekadenz von Joris-Karl Huysmans (auf deutsch: Gegen den Strich). Hier ein von Pete danach benanntes Tagebuch als zip-Datei [2]
    • Der Song selbst ist aus den beiden Songskizzen "Curtain Call" und "If You Fall" entstanden. Der If-You-Fall-Teil beginnt ab 1:58.
  • Sticks & Stones: bezieht sich auf den eigenen Libertines Hit "Don't Look Back Into The Sun" mit der Zeile "Don't look back into the motherfuckin sun"
  • What Katie Did Next:
    • zitiert einmal die Stone Roses mit Good Times (Babyshambles: "Hell hath no fury like a woman scorned / I'll tell you my story, it'd make you wish you'd never / wish you wish you'd never never, wish you'd never been born" – Stone Roses: "Hell hath no fury like a woman scorned / I'll tell you my story, man I wish I'd never been born") und ist eine Referenz an The Mourning Bride von William Congreve ("Hell hath no fury like a woman scorned")
    • spielt auf den Romantitel "What Katy Did Next" von Susan Coolidge an (siehe auch Libertines-Referenzkasten)
  • Merry Go Round: die Stelle "What I like most about you, Pete, is your girlfriend and your shoes" zitiert die letzte Single der Specials "What I Like Most About You Is Your Girlfriend"

Shotters Nation

Album:

  • "Shotter" ist ein britisches Slangwort für Drugdealer
  • Das Coverartwork ist dem Werk "Death of Chatterton" von Henry Wallis nachempfunden und verfremdet (Vgl: Coverart und Originalwerk). Thomas Chatterton war ein Dichter des 18. Jahrhunderts, der bereits mit 17 Jahren – Darstellung auf dem Bild – an einer Arsenvergiftung starb. Ungeklärt ist bis heute, ob es sich dabei um Selbstmord handelte.

Songs:

  • "Delivery": das Riff aus "Delivery" ist bewusst dem Gitarrenriff aus "All Day And All Of The Night" der Kinks nachempfunden ("we decided our favourite rhythm of all time was "All Day And All Of The Night" and we decided to do something like *that*", Peter Doherty)
  • "Unbilotitled": Bilo ist der Nickname von Peter Doherty, im Text wird zudem Co-Songwriter Wolfman genannt ("Wolfman and Bilo on the run / Wolfman said to Bilo, "I'm calling it on.").
  • "French Dog Blues":
    • French Dog ist der Name des Hundes, den Doherty auf das Down In Albion Cover gezeichnet hat.
    • Eine Stelle in "French Dog Blues" zitiert "Deep Pile Dreams" von Ian Brown ("I only ever wanted the one with the flag / All you ever wanted was a 60 dollar bag / And a cheap limousine for your deep pile dreams on the highway / on the highway / highway, oh")
  • "The Lost Art Of Murder": bezieht sich auf ein Essay George Orwells mit dem Namen „The Decline of the English Murder“ von 1946, das hier in Gänze zu lesen ist.

Singles und B-Seiten

  • At The Flophouse: "I took one draught of life / paid only the market price" zitiert Emily Dickinsons Gedicht "Luck Is Not A Chance" (dort: "I took one Draught of Life, I'll tell you what I paid, precisely an existence, the market price, they said.")
  • East of Eden: ist der Titel eines Romans von John Steinbeck
  • Monkey Casino: der in Monkey Casino besungene Billy Bilo ist Pete Doherty selbst: Bilo ist Dohertys Spitzname.
  • My Darling Clementine: ist ein Film mit Henry Fonda
  • Wolfman: der Song Wolfman ist nach dem gleichnamigen Sänger, Kollaborateur und Freund Dohertys benannt

Trivia

  • die beiden Perrett-Brüder, die in einem der frühen Line-Ups Babyshambles Mitglieder waren, sind die Söhne von Peter Perrett, dem Leadsänger der Punklegende The Only Ones. Auf dem Rhythm Factory Sampler Bring Your Own Poison spielen die Perrett-Söhne und Peter Perrett selbst bei dem The Only Ones Cover "Another Girl Another Planet" der Libertines mit

Down In Albion

  • als Pete Doherty befragt wurde, was denn das Konzept hinter dem "dreiteiligen Konzeptalbum" Down In Albion sei, antwortete er: "Boy meets girl, boy gets banged up, then something else happens"
  • die Albumversion von Killamangiro unterscheidet sich von der Single. Die Single wurde von Paul Epworth produziert, die Album-Version von Mick Jones und ist deutlich weniger poppig.
  • Back From The Dead: wurde auch als b-Seite von Wolfmans Pete Doherty Kollaboration "For Lovers" in einer anderen, poppigeren Version veröffentlicht, damals noch mit Carl Barat (!) an der Gitarre.
  • im Intro von Loyalty Song versteckt sich der rückwärts gespielte Refrain: "We're on the one road / Maybe the wrong road / It's the road to fuck knows where"
  • "Merry Go Round" hieß zu Libertines-Zeiten noch "That Bowery Song"
  • das Cover des Debutalbums wurde von Doherty selbst gemalt und zeigt seinen "French Dog" (wie auch das komplette Artwork von Down In Albion von Doherty selbst ist)
  • die Fotos im Down In Albion Booklet stammen vom Pariser Modedesigner Hedi Slimane

Singles

  • die Fuck Forever b-Seite "Monkey Casino" hieß ursprünglich "Pipey McGraw" bzw "Pipey O'brady" und ist unter anderem auf den Babyshambles HQ Sessions enthalten.
  • die Fuck Forever b-Seite "Babyshambles" wurde als Solo-Single von Pete Doherty 2004 bereits einmal limitiert in einer völlig anderen (besseren) Version veröffentlicht.
  • die Albion b-Seite "Wolfman" wurde auch als b-Seite der Ice Cream Guerilla Single von Wolfman veröffentlicht – dort von ihm aufgenommen

Referenzbands

Coverversionen

Babyshambles covern...

Babyshambles werden gecovert von...

  • Baby – Fuck Forever: White Label Electro-Remix, laut Rough Trade steht hinter dem Pseudonym ein "well known german DJ"
  • Tim Arnold, der ein 8-Track-Album mit Babyshambles-Covern aufgenommen hat

MP3s

Weblinks