Auto-Tune

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Seit Ende der 1990er Jahre bis etwa zur letzten Dekadenwende hatte das Auto-Tune einen, aufgrund der Radikalität des Effekts, unerwarteten Siegeszug in der Populären Musik vorzuweisen. Es kann behauptet werden, dass das Auto-Tune über die Musikszenen hinaus ein Stück Popkultur der 2000er Jahre darstellt und den Lifestyle zu jener Zeit deutlich repräsentiert. Automatische Tonhöhenkorrektur gibt es bereits seit den 1950er Jahren, die Geschichte der digitalen Tonhöhenkorrektur beginnt in den 1970er Jahren. 1996 wurde das Auto-Tune der Firma Antares als VST-Plug-in auf den Markt gebracht und zum „Standard-Werkzeug von Musikstudios zur Korrektur von Gesangspassagen“.[1] Inzwischen gibt es mehrere Anbieter für diesen Effekt. Erst berüchtigt, dann berühmt, wurde das Auto-Tune durch Chers Megahit Believe von 1998, der Effekt wurde hier deutlich übertrieben in den Mittelpunkt der Bearbeitung gestellt. Auf diese Weise wurde auch eine Virtualisierung der Stimme, wie mit dem Vocoder, erreicht.

<– Cher – Believe (mit dem sogenannten Cher-Effekt)

2009 erschien ein thematischer Rap von B.O.B., der sich kritisch-humoristisch mit der fast allgegenwärtigen Präsenz des Auto-Tune in den Charts auseinandersetzte und das Ende des Hypes markierte:

<– B.O.B. – Auto-Tune (2009)

Trotzdem hält sich das Auto-Tune als Hitgarant bis in die Gegenwart. Bei vielen, Ende der zweiten Dekade des Jahrhunderts aktiven, sehr erfolgreichen Musikern, wie Kanye West, Drake oder The Weeknd, wird es jedoch zunehmend subtil jenseits des Effekts zur Stimmhöhenkorrektur verwendet.

Effekt

Im Resultat verändert das Auto-Tune Glissandi in Portamenti, verschweigt die diskreten Anteile eines Tonhöhenverlaufs, und fügt zu Beginn einer jeden Tonhöhenkorrektur eine Art schnell abklingendes Schimmern hinzu. Der zunehmenden Digitalisierung der Umwelt wird auf diese Weise entgegengekommen. Vielleicht ist es deshalb auch so schwierig, sich von dem Effekt zu verabschieden, er will vielmehr komplett absorbiert werden. Die Tonhöhenkorrektur verläuft weitgehend latenzfrei und in Echtzeit, wobei der Effekt oft so eingesetzt wird, dass das „nahezu“ zum Ausdruck kommt. Eine Echtzeitmanipulation ist 2018 nicht ohne den typischen Verfremdungseffekt möglich. Es werden somit die Schwächen des Effekts akzentuiert. Erstes Ziel ist es, eine Echtzeitkorrektur zu ermöglichen, die als Korrektur des natürlichen Gesangsverlaufs nicht erkannt wird.

Einzelnachweise

  1. Artikel Antares Auto-Tune [1] bei der de.wiki

Weblinks

  • Weiterführender Artikel Auto-Tune (Antares) [2] bei der de.wiki
  • Weiterführender Artikel Auto-Tune [3] bei der en.wiki
  • Homepage [4] Auto-Tune bei Antares
  • B.O.B. – Auto-Tune lyrics (2009) [5] bei genius.com

Links im Mai 2017.