Archy Marshall

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Archy Marshall (*1994) war unter den Pseudonymen Zoo Kid, Edgar the Beatmaker und DJ JD Sports aktiv, bevor er sich 2011 das Pseudonym King Krule zulegte. Er veröffentlicht seit etwa dem Dekadenwechsel Musik, deren Zentrum die Singer/Songwriter sind und deren Sphäre zum Teil durch Einflüsse aus dem Hip Hop, dem Dubstep und Cool Jazz durchsetzt ist. Als King Krule und unter seinem bürgerlichen Namen (2015) gab es eine Rückbesinnung auf das mehr klassische Inventar der Singer und Songwriter. Sein erstes Demo hat er im Alter von acht Jahren aufgenommen.[1]

Hintergrund

Die erste Single U.F.O.W.A.V.E. wird 2010 ohne Label und Vertrieb gepresst[2], die erste offizielle Single Out Getting Ribs erscheint im gleichen Jahr. Aufgenommen und gemixt wird die Single bei Archy Marshall zuhause. 2011 erscheint die EP s/t bei True Panther, einem Sublabel von Matador. 2012 Rock Bottom/ Octopus auf Rinse. Stilistisch wird Marshalls Musik zum Teil, aufgrund seiner desperaten Texte, als Dark Wave beschrieben. Er sieht sich inspiriert durch zum Teil sehr gegensätzliche Einflüsse wie die Pixies oder Fela Kuti[3] auf der einen Seite sowie Paul Weller und Morrissey auf der anderen. Das erste Album 6 Feet Beneath the Moon erscheint 2013 unter dem Namen King Krule. Der Name bezieht sich auf den Elvis-Film King Creole von 1958. Ebenfalls 2013 wird Marshall für die Sound-of-2013-Umfrage der BBC nominiert und als die neue Stimme Englands gehypt.[4] 2015 erscheint das zweite Album A New Place 2 Drown unter seinem bürgerlichen Namen. Hier arbeitet er mit seinem Bruder Jack Marshall zusammen.

Musik

„Auf wundersame Weise wachsen immer wieder junge Menschen in ihren späten zehner oder frühen zwanziger Jahren nach, die bestehende musikalische Genres umkrempeln oder neue begründen. Zuletzt waren das Jamie T mit seinen per Gitarre oder Sampler aufgenommenen „Panic Prevention“-Stücken, Dubstep-Star James Blake und der pilzköpfige Rock ’n’ Roll-Erneuerer Jake Bugg. In diese Ahnengalerie reiht sich jetzt Archy Marshall ein ...“[5]

Eine gewisse Unentschiedenheit, was die musikalische Ausrichtung betrifft, ist deutlich zu bemerken. Marshall hat an der Performing Arts Brit School studiert, "which taught Adele and Amy Winehouse."[6] Eine schwierige Ausbildung, die ihn mit Weltmusik konfrontiert, an Fela Kuti mag er die Rauhheit, den Funk, den Rhythmus und die Melodien.[7] Die sanglichen Qualitäten Marshalls werden von der Kritik durchaus unterschiedlich bewertet. So ist die Rede von einem "new Joe Strummer", auch mit Tom Waits wird er verglichen, was am hohen Grad der Standardisierung der verwendeten Gesangsfloskeln liegen mag, einem zuweilen stereotypen, sprechaktverbundenen Tenor: „Ich nehme die Bassline vom Dub, die Tonalität vom Jazz, die Gitarren von Funk und Ska und die Vocals von Punk und Rockabilly.“[8] Genretypische Aspekte erscheinen oft dezidiert und über Strecken genau rekonstruiert.

King Krule – Rock Bottom (2012)

  • Out Getting Ribs (2010) [9]
  • Trailer A new Place to Drown (2015): [10]

Edgar The Beatmaker – Darkest Shades of Blue (2013)

Sangliche Eigenheiten und Fertigkeiten sind stark konturiert und werden mehrfach verwendet, dazu kommt ein atemintensives Aus-sich-heraus-singen: "His barked out lyrics are first person and loop through cryptic, emotionally raw experiences. A dubstep influence is there, but mostly in his modern sensibility as his music is guitar-anchored."[9]

"Many reviewers and journalists have noted King Krule's unusual transcendence and appropriation of disparate genres. His music has been described mainly with jazz derivatives such as punk jazz and jazz fusion, but also as darkwave, post-punk, and hip hop. Writers have also noted elements of trip hop, jazz rap, and dub in individual songs of his. Jason Lymangrover of allmusic states that his songs are mainly in the form of ballads with major seventh chords, but by contrast there is also a ‘grittiness’ to Archy's voice and persona, portraying him as ‘the type of kid who would be quick to throw a punch without asking questions.’"[10]

Diskografie

Einflüsse

The Smiths, Paul Weller, Billy Bragg, Edwyn Collins, Screamin' Jay Hawkins, Eddie Cochran, Django Reinhardt, Elvis Presley, Pixies, The Libertines, Gene Vincent, The Penguin Cafe Orchestra, J Dilla, Fela Kuti ... Shouting.

Ein Teil der Einflüsse deutet auf die Vorarbeiten anerkannter Größen, wie Eddie Cochran und Elvis Presley, besonders aber Paul Weller und Morrissey, ein anderer sucht anscheinend nach Wegen einer artifizielleren Verwirklichung, die in den Klangrepertoires der Pixies oder von Fela Kuti vermutet werden. Diese grundsätzliche Verunsicherung zeigt sich auch im Umgang mit den Medien, ein Auftritt bei David Letterman inklusive.

Trivia

Archie Marshall zu seiner Erfahrung des Stimmbruchs: "I was 14, 15. Right away I was like, [expletive] I can’t hit these notes anymore. My voice became more and more sandy. [It] degraded into the layers of a croissant. It became flaky and dry."[11]

Einzelnachweise

  1. Melena Ryzik – From Zoo Kid to Heartthrob. King Krule on His Debut Album, "6 Feet Beneath the Moon" (2013) [1] bei der New York Times
  2. Artikel King Krule [2] bei der de.wiki
  3. ebd., de.wiki
  4. Eintrag Sound-of-2013 [3] bei der BBC
  5. Christian Schröder – Neues Wunderkind des britischen Pop. Der Aufruhr in mir: King Krules erstes Album (2013) [4] beim Berliner Tagesspiegel
  6. Melena Ryzik – From Zoo Kid to Heartthrob. King Krule on His Debut Album, "6 Feet Beneath the Moon" (2013) [5] bei der New York Times
  7. ebd., Melena Ryzik bei der New York Times
  8. King Krule: Das Multitalent zeigt uns sein Königreich | Arte TRACKS (2015) [6] Reportage provokativ bei Youtube
  9. Jacob Brown – Timely | King Krule (2011) [7] bei der New York Times
  10. Artikel King Krule, Abschnitt Musical style and influences [8] bei der en.wiki
  11. Melena Ryzik – From Zoo Kid to Heartthrob. King Krule on His Debut Album, "6 Feet Beneath the Moon" (2013) bei der New York Times

Weblinks

  • Homepage [12] bei kingkrule.co.uk
  • Profil [13] Rezensionen und News bei Pitchfork
  • Margarete Stokowski – Punkpoet King Krule. Sommersprossen, Segelohren. Gilt als Punkpoet des britischen Prekariats und singt wie ein geprügelter Hund: Der 19-jährige Londoner King Krule und sein Debüt „6 Feet beneath the Moon“ (2013) [14] kontroverser Bericht bei der TAZ
  • Tom Lamont – King Krule: ‘We’re two halves of a puzzle’. Archy ‘King Krule’ Marshall makes quirky, immersive music that is perfectly complemented by brother Jack’s photographs and paintings. So what makes this sibling collaboration work so well? (2016) [15] beim The Guardian

Links im März 2016