Anthrax

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Anthrax
Anthrax 2009
Anthrax 2009
Herkunft: New York City, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1981
Genres: Heavy Metal, Thrash Metal
Labels: Megaforce Records, Island Records, Elektra, Ignition Records, Beyond Records, Sanctuary, Universal
Homepage: Anthrax.com
Line-Up:
Scott Ian: Gitarre
Joey Belladonna: Gesang (1984–1992, 2005–2007, seit 2010)
Jonathan Donais: Gitarre (seit 2013)
Frank Bello: Bass (1984–2004, seit 2005)
Charlie Benante: Schlagzeug (seit 1983)
Ehemalige Mitglieder:
Neil Turbin: Gesang (1982–1984)
Dan Spitz: Gitarre (1983–1995, 2005–2007)
Rob Caggiano: Gitarre (2001–2004, seit 2007)
Dan Nelson: Gesang (2007-2009)
John Bush: Gesang (1993–2005, 2009–2010)

Die 1981 in New York gegründeten Anthrax waren eine der prägenden Bands der Thrash Metal-Ära in den 1980er Jahren und konnten auch im folgenden Jahrzehnt noch Erfolge feiern. Sie waren und sind zudem eine der experimentierfreudigsten Bands des Genres und brachten unter anderem 1991 die wegweisende Rap-Metal-Kollaboration Bring the Noise mit Public Enemy heraus. Die einzige personale Konstante in der Band ist Gründungsmitglied und Rhythmusgitarrist Scott Ian. Das aktuelle Album der Band trägt den schönen Titel "Worship Music" und wurde nach langen Verzögerungen 2011 veröffentlicht.

Bandgeschichte

Die unkaputtbare Thrash-Institution Anthrax hat wohl mehr für die Modernisierung und stilistische Öffnung des US-Metal getan als ihre Peers von Slayer, Megadeth und selbst Metallica, mit denen die Gruppe aus New York in den 1980ern die "großen Vier des Thrash" bildete. Ähnlich wie jene bezog auch die 1981 um Fixpunkt Scott Ian zusammengekommene Band ihre Hauptinspiration zunächst aus der damals heftig rollenden New Wave of Heavy Metal mit ihren Exponenten Iron Maiden und Judas Priest, aber auch aus dem Ostküsten-Hardcore von den Bad Brains und Discharge. Mit dem aus einem Biologiebuch geklaubten Begriff anthrax (zu Deutsch Milzbrand) war dann auch ein entsprechend gefährlich klingender Name gefunden, und das erste Jahr der Bandgeschichte bestand im Prinzip aus einem gefühlten Dutzend Lineup-Wechseln. 1982 war dann mit Charlie Benante immerhin der Anthrax-Drummer gefunden, der bis heute die Stöcke für die Band schwingt, und 1983 spielten Anthrax ihre erste LP für Megaforce Records namens "Fistful of Metal" (komplett mit klischeehaft gewalttätigem Dilettanten-Grafik-Cover) mit Sänger Neil Turbin ein, der bis 1984 bei der Band blieb. Die Platte erreichte die britischen Top Ten und sicherte Anthrax zunehmende Aufmerksamkeit der Medien; zudem kam mit Frank Bello an der Bassgitarre ein weiterer Eckstein des Lineups hinzu.

Den Platz hinterm Mikro nahm 1985 Joey Belladonna ein, der bis heute von vielen Alt-Fans als der "wahre" Anthrax-Sänger gesehen wird (und auch heute wieder für die Band singt). Mit ihm und Leadgitarrist Dan Spitz spielten Anthrax ihre klassischen Alben "Spreading the Disease" (1985), "Among the Living" (1987) und "State of Euphoria" (1988) ein, die mit den Songs Indians, der Moshpit-Hymne Caught in a Mosh oder der "Judge Dredd"-Comic-Hommage I Am the Law Kult-Hits des Achtziger-Thrash enthielten. Damit verdeutlichte die Band auch ihren inhaltlichen und Image-Ansatz, der sich mit Themen aus Kinofilmen, Büchern und Comics sowie einem von Bandana-Stirnbändern, Dreiviertelshorts und bunten T-Shirts geprägten optischen Erscheinungsbild deutlich von ihren eher grimmigen Mit-Thrashern unterschied. Auch ihre Bereitschaft, mit Künstlern aus dem Nicht-Metal-Bereich wie den Beastie Boys oder Public Enemy (mit dem Rap-Metal-Crossover-Meilenstein Bring the Noise) zu kollaborieren oder diese zu covern (so Joe Jacksons Got the Time), machte Anthrax zu einer der eigenständigsten Bands im Heavy Metal der 1980er Jahre. In den frühen Neunzigern setzte sich die Erfolgsserie der Band mit den Alben "Persistence of Time" (1990) und "Sound of White Noise" (1993) fort, doch war auf der letztgenannten Platte Sänger Joey Belladonna bereits nicht mehr dabei. An seiner Stelle stand nun der vormalige Armored Saint-Sänger John Bush; am crunchenden Bandsound und den thematischen Inspirationen (u.a. die David Lynch-Kultserie "Twin Peaks" oder der Bret Easton Ellis-Klassiker "American Psycho") hatte sich allerdings nicht viel geändert.

Im weiteren Verlauf der 1990er hatten es die Pioniere des Thrash-Crossover allerdings zunehmend schwer, ihre kreative und kommerzielle Position zu halten. Das 1995er Album "Stomp 442" litt beispielsweise unter der kompletten Marketingverweigerung seitens der nunmehrigen Plattenfirma Elektra, und zudem hatte der langjährige Gitarrist Dan Spitz die Band verlassen, um Uhrmacher (!) zu werden. Mit den nächsten beiden Alben "Volume 8: The Threat Is Real" von 1998 bei Ignition Records sowie der Best Of "Return of the Killer A's" von 1999 auf Beyond Records hatten Anthrax dann noch mehr Pech, da beide Labels unmittelbar nach Release des jeweiligen Albums bankrott gingen. Mit den Milzbrand-Angriffen in der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 geriet die Band dann zu allem Überfluss auch noch wegen ihres Namens in die Kritik (und lancierte zeitweilig sogar Meldungen, nach denen sie sich in "Basket Full of Puppies" umbenennen wollte, was natürlich nicht stimmte). 2002 war dann aber fürs Erste Schluss mit der Pechsträhne, als mit Sanctuary ein verlässliches neues Label gefunden und mit "We've Come for You All" ein von Fans und Kritik hoch gelobtes Album veröffentlicht worden war.

Die 2000er blieben dennoch ein wechselhaftes Jahrzehnt für Anthrax, da nach dem Projekt einer Re-Recording-Session von Tracks aus der Frühzeit der Gruppe (2004 unter dem Titel "The Greater of Two Evils" veröffentlicht) 2005 unter anderem eine Reunion des "Among the Living"-Lineups mit Joey Belladonna am Mikrophon stattfand – was John Bush allerdings nicht goutierte und sich bis auf weiteres aus dem festen Lineup verabschiedete. Da Belladonna keine Option langfristigen Pläne zum Wiedereinstieg hatte, mussten sich Scott Ian & Co. nach Abschluss der Reunion-Tour abermals nach einem neuen Sänger umsehen. Nachdem diese Aktion das komplette Jahr 2007 in Anspruch genommen hatte, glaubte man schließlich in dem vormaligen Devilsize-Vokalisten Dan Nelson fündig geworden zu sein. 2009 jedoch traute sich John Bush für einige Livedates wieder auf die gemeinsame Bühne, was die Arbeit am zehnten Anthrax-Studioalbum mit dem Titel "Worship Music" allerdings nicht wesentlich voranbrachte. Im Sommer 2010 stieg Bush dann doch wieder aus, um von niemand Geringerem als Joey Belladonna ersetzt zu werden, der Anthrax live unter anderem bei den "Big Four of Thrash"-Auftritten mit Slayer, Metallica und Megadeth unterstützte. In der Zwischenzeit erschienen zudem diverse Livealben und Best Ofs, mit denen sich der geneigte Fan die Wartezeit auf "Worship Music" verkürzen konnte. Das Album selbst erschien schließlich im Herbst 2011 und wurde ein voller Erfolg, da es aus dem Stand Platz 12 der US-Albumcharts erreichte und auch sehr positive Kritiken erhielt. 2013 wurde eine EP namens "Anthems" mit Coversongs u.a. von AC/DC, Rush, Journey und Thin Lizzy nachgereicht, die auch im Doppelpack mit "Worship Music" zu erstehen war. Diese stellte allerdings auch die letzten Aufnahmen mit Rob Caggiano dar, der sich im Januar 2013 abermals aus der Band verabschiedete, diesmal um den dänischen Elvis-Metallern Volbeat beizutreten. Die Band bedauerte Caggianos Ausstieg, kündigte jedoch unverdrossen die Suche nach einem neuen Gitarristen sowie neue Albumaufnahmen für Ende 2013 an. Für die aktuellen Tourdates wurde Jonathan Donais von Shadows Fall als Gitarrist bestätigt.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1985 Armed and Dangerous (EP, Megaforce Records)
  • 1987 I'm the Man (EP, Island Records)
  • 1989 Penifukesin (EP, Island Records)
  • 2013 Anthems (Cover-EP, Megaforce/Nuclear Blast)
Sonstige
  • 1991 Attack of the Killer B's (B-Seiten und Raritäten, Island Records)
  • 1994 The Island Years (Livealbum, Island Records)
  • 1999 Return of the Killer A's (Best Of, Beyond Records)
  • 2001 Madhouse: The Very Best of Anthrax (Best Of, Island Records)
  • 2004 Music of Mass Destruction (Livealbum, Sanctuary)
  • 2004 The Greater of Two Evils (Re-Recording früherer Tracks, Sanctuary)
  • 2005 Alive 2 (Livealbum, Sanctuary)
  • 2005 Anthrology: No Hit Wonders (1985–1991) (Best Of, Island Records)
  • 2007 Caught in a Mosh: BBC Live in Concert (Livealbum, Universal)

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Musikexpress Spex
1987 Among the Living 32
1993 Sound of White Noise 35
1995 Stomp 442 31
Singles
1987 I Am the Law 35 25
1987 Indians 47
1991 Bring Tha Noiz (mit Public Enemy) 40 25 14

All-Time-Charts

Among the Living

Referenzbands

Coverversionen

Anthrax covern...

  • Antisocial von Trust (1988 auf "State of Euphoria")
  • Bring the Noise von Public Enemy (1991 auf "Attack of the Killer B′s")
  • Looking Down the Barrel of a Gun von den Beastie Boys (1993 auf dem Sampler "The Beavis and Butt-Head Experience")
  • New Noise von Refused (2011 auf "Worship Music")
  • Parasite von Kiss (1991 auf "Attack of the Killer B′s")
  • Pipeline von The Chantays (1991 auf "Attack of the Killer B′s")
  • Protest and Survive von Discharge (1991 auf "Attack of the Killer B′s")
  • Anthem (Rush), T.N.T. (AC/DC), Smokin (Boston), Keep on Runnin (Journey), Big Eyes (Cheap Trick) und Jailbreak (Thin Lizzy) auf "Anthems" (2013)

Weblinks