Andrew Wood

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Andrew Wood
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Geboren: 8. Januar 1966
Gestorben: 19. März 1990 (24 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19801990
Instrumente: Gesang
Bass
Labels: C/Z Records
Capitol Records
Loosegroove
Bands:
Malfunkshun
Mother Love Bone
Siehe auch Temple of the Dog

Andrew Patrick Wood war als Sänger von Malfunkshun und Mother Love Bone bis zu seinem frühen Drogentod 1990 einer der vielversprechendsten aufstrebenden Musiker Seattles und prägte die musikalische Entwicklung der dortigen Szene entscheidend mit.

Biographie

Andy Wood unterschied sich – bei allem gegenseitigen Respekt – deutlich von seinen Kollegen aus der Musikszene im Seattle der frühen 80er Jahre: Während jene einem dezidiert an Hardcore, Postpunk und unkonventionellem Metal orientierten Sound anhingen und die Vorbilder aus dem glammigen Hardrock der 70er à la Kiss, Queen, Elton John, Aerosmith und T. Rex allenfalls nachgeordnet als Einflüsse ansahen, ging der Sänger ganz im Glam und Stadionrock der genannten Bands auf. Dies zeigte sich nicht nur in seiner musikalischen Ausrichtung, sondern auch in seiner Bühnenpersönlichkeit: Er nahm den Künstlernamen "L'Andrew the Love Child" an, trat mit einer charismatisch-extrovertierten und – im Gegensatz zum Punk-Ethos anderer früher Seattle-Bands – stark showorientierten Bühnenpräsenz auf und schminkte sich nach Kiss-Vorbild das Gesicht.

Die Spuren des Seattle-Undergrounds gingen jedoch trotzdem nicht spurlos an Wood vorbei, so dass sich seine erste Band Malfunkshun trotz aller Anlehnung an klassischen Hardrock punkig-exzentrischer anhörte als die Vorbilder aus den 70ern und die zeitgenössischen Hair Metal-Bands der 80er. Mit seiner ersten Band, in der er mit seinem Bruder Kevin Wood und Regan Hagar spielte, trat jedoch bereits die Heroinsucht in Andy Woods Leben, welche nicht nur die Arbeit mit seinen Bands erschweren, sondern ihn schließlich auch sein Leben kosten sollte. Ende 1987 begann Andrew gemeinsam mit den ebenfalls mehr zum Hardrock/Mainstream als zum Punk/Underground tendierenden ehemaligen Green River-Mitgliedern Stone Gossard und Jeff Ament gemeinsam zu proben. Als Folge dieser Zusammenarbeit entstand die Band Lords of the Wasteland, und Malfunkshun verschwanden sang- und klanglos von der Bühne. Nach der Umbenennung zu Mother Love Bone und einem Plattenvertrag mit Capitol Records schien Woods Aufstieg zum ersten Superstar aus Seattles Musikszene unaufhaltsam. Sein Drogenproblem hatte der Sänger allerdings immer noch nicht in Griff bekommen und ging deshalb bis kurz vor Erscheinen des MLB-Debuts "Apple" in den Entzug. Dieser mißlang, was Wood jedoch vor seinen Freunden und Bandkollegen geheimhielt, so dass sein angeblicher Rückfall im März 1990 plötzlich und unerwartet kam. Andrew Wood lag noch drei Tage im Koma auf der Intensivstation und starb am 19. März an den Folgen der Überdosis.

Andy Woods Tod hatte einen tiefgreifenden Effekt auf die aufstrebende Musikgemeinde und sollte nicht das letzte Beispiel für den zerstörerischen Einfluss von Drogen auf die Grunge-Szene sein, wie die Schicksale von Kurt Cobain (Nirvana) und Layne Staley (Alice in Chains) zeigen sollten. Chris Cornell, Sänger von Soundgarden, setzte 1991 dem toten Freund mit dem einmaligen Projekt Temple of the Dog ein musikalisches Denkmal, und trotz seines frühen Todes hatte Andrew Wood mit seiner musikalischen und persönlichen Originalität ein Vermächtnis für die Nachwelt hinterlassen.

Im Jahr 2005 wurde der Lebensgeschichte von Andy Wood auch filmisch Tribut gezollt: Regisseur Scot Barbour drehte die Dokumentation "Malfunkshun: The Andrew Wood Story" aus Interviews mit Freunden und Mitmusikern sowie Material über Wood selbst, ergänzt durch Konzertaufnahmen und andere biographische Materialien. Der Film hatte im Juni 2005 Premiere auf dem Seattle International Film Festival, wurde auf mehreren internationalen Festivals gezeigt und erschien 2011 auch auf DVD.

Referenzbands

Referenzkasten

  • Alice in Chains widmeten ihr Album "Facelift" (1990) und den Song Would? (1992) dem verstorbenen Andy Wood, das Stück ist jedoch auch als Allegorie auf den zerstörerischen Einfluss von Drogen generell verstehbar.
  • The Cult schrieben mit Sacred Life 1994 einen Song über Woods Tod, ebenso die Post-Grunger von Candlebox mit ihrem Hit Far Behind und sogar die Hair-Metal-Combo Warrant mit All My Bridges Are Burned.
  • Die Mother Love Bone-Nachkommen Pearl Jam spielten während ihrer Italientournee 2005 ein Andy-Wood-Gedächtniskonzert in Mailand, bei dem Andys Bruder Kevin an der Gitarre gastierte und diverse Malfunkshun- und MLB-Songs gespielt wurden.

Trivia

  • Andy Woods zwei Brüder Kevin und Brian Wood waren und sind ebenfalls in der Musikszene von Seattle aktiv: Beide spielten gemeinsam bei den Fire Ants und Devilhead, Brian war zudem unter anderem Sänger in der ersten Inkarnation von Hater.

Weblinks