Amon Düül

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Amon Düül
Herkunft: München, Bayern
Aktiver Zeitraum: Amon Düül: 19671970
Amon Düül II: seit 1968
Amon Düül UK: 19821985
Genres: Krautrock, Avantgarde
Homepage: AmonDuul.de
Line-Up:
Chris Karrer: Gitarre, Gesang
Renate Knaup: Gesang
John Weinzierl: Gitarre
Peter Leopold: Schlagzeug
Lothar Meid: Bass
Falk Rogner: Synthesizer

Amon Düül ist die Bezeichnung verschiedener Inkarnationen einer der einflussreichsten deutschen Krautrockbands. Sie startete 1967 als Künstlerkollektiv Amon Düül, nach internen Auseinandersetzungen spalteten sich 1968 Amon Düül II ab, und von 1982 bis 1985 existierte auch noch ein britischer Ableger namens Amon Düül UK. Gemeinhin wird mit dem Namen Amon Düül die zweite der genannten Formationen gemeint, die auch bis heute noch Musik machen.

Bandgeschichte

Amon Düül verkörperten mit ihrer turbulenten Entstehungs- und weiteren Bandgeschichte vielleicht am meisten die Geburtsphase einer eigenständigen deutschen Rockmusik, die unter dem Begriff Krautrock Musikgeschichte schreiben sollte. Gegründet als anarchische Künstlerkommune im kreativ-brodelnden München des Jahres 1967, war es zunächst das Ziel der Band, einfach jeden, der wollte, mitmachen zu lassen, was in atonalen und strukturlosen Jamsessions mündete. Trotz ihres Kultstatus bildeten sich bald Differenzen zwischen den "libertären" und "ernsthaften" Musikern, die sich 1968 schließlich im offenen Bruch auf den "Essener Songtagen" manifestierten, als zwei Bands mit dem Namen Amon Düül auftraten. Die originalen Amon Düül – zu deren prominentesten Mitgliedern 68er-Pinup Uschi Obermaier zählte – machten noch bis 1970 weiter und nahmen auch Alben mit ihrer Improvisationsmusik auf, bis sie die Segel strichen.

Amon Düül II brachten 1969 mit "Phallus Dei" eines der definitiven Krautrockalben heraus, auf dem sich unter anderem der 21-Minütige Titeltrack befand. Das Album, obwohl seinerzeit von der Musikkritik eher abschätzig bewertet, entwickelte sich zu einem Klassiker und brachte der Band unter anderem Aufträge für Filmsoundtracks (u.a. für Rainer Werner Fassbinder) ein. Bis Mitte der 1970er erschienen zahlreiche Alben und Compilations der umtriebigen Band, die personell zudem eng mit dem Rest der Krautrockszene verbandelt war (u.a. gab es regen Austausch von Personal und musikalischen Ideen mit Embryo, Popol Vuh, Can, Hawkwind und Klaus Doldinger). 1976 wurden Amon Düül II vom Majorlabel Atlantic Records unter Vertrag genommen, was sich in einer deutlich stärkeren Pop-Lastigkeit von Platten wie "Pyragony X" sowie der ausschließlichen Verlagerung auf Studioarbeit äußerte. 1978 erschien noch das Album "Only Human", danach löste sich die Band vorerst auf. Ein Reunion-Versuch einzelner Bandmitglieder Anfang der 1980er Jahre schlug fehl; Gitarrist John Weinzierl versuchte mit dem in Wales aufgezogenen Projekt Amon Düül UK einen Neuanfang, dem aber auch nur bescheidener Erfolg beschieden war. Die goldene Zeit von Krautrock und damit auch Amon Düül schien definitiv vorüber.

Erst in den 1990er Jahren kam die deutsche Musikrichtung wieder zu verstärkter Beachtung, als sich Stonerrock- und Shoegaze-Bands auf Amon Düül und Konsorten als Vorbilder beriefen. Nun waren auch die Originale wieder gefragter, und es erschienen auch wieder Studio- und Liveplatten von Amon Düül II; deren letzte im Jahr 2009, als mit "Bee as Such" das erste Studioalbum in 28 Jahren herauskam.

Diskographie

Amon Düül

  • 1969 Psychedelic Underground
  • 1969 Collapsing/Singvögel Rückwärts & Co.
  • 1970 Para Dieswärts Düül
  • 1973 Disaster - Lüüd Noma (Doppel-LP)
  • 1973 Minnelied
  • 1983 Experimente

Amon Düül II

  • 1969 Phallus Dei
  • 1970 Yeti (Doppel-LP)
  • 1971 Tanz der Lemminge / Dance of the Lemmings (Doppel-LP)
  • 1972 Carnival In Babylon
  • 1973 Wolf City
  • 1973 Live in London (live)
  • 1974 Vive La Trance
  • 1975 Hijack
  • 1975 Made In Germany (Doppel-LP)
  • 1976 Pyragony X
  • 1977 Almost Alive
  • 1978 Only Human
  • 1981 Vortex
  • 1982 Meeting With Men Machines
  • 1983 Hawk Meets Penguin
  • 1989 Fool Moon
  • 1989 Die Lösung (mit Robert Calvert)
  • 1992 Live in Concert (live BBC 1973)
  • 1993 Surrounded by the Stars / Bars
  • 1995 Nada Moonshine #
  • 1996 Kobe (Reconstructions)
  • 1996 Eternal Flashback
  • 1996 Live In Tokyo (live)
  • 1997 Flawless
  • 2009 Bee as Such

Referenzkasten

  • Der Bandname setzt sich zusammen aus dem altägyptischen Gott Amon und der türkischen Sagengestalt Düül.

Referenzbands

Weblinks